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Klick für Klick ins Shopping-Glück

Ein junger Mann verräumt Pakete in seinem Lieferwagen
Paketboten haben alle Hände voll zu tun, seit E-Commerce boomt.
Foto: Julien Fertl

E-Commerce – Hintergrund

Klick für Klick ins Shopping-Glück

E-Commerce ist allgegenwärtig – und der elektronische Handel bietet ein breites Spektrum an beruflichen Möglichkeiten. Ein Überblick über eine boomende Branche.

Möbel, Mode, Haushaltsartikel, Spielzeug, Baumarktprodukte, Multimedia ... Im Onlineshop von schwab.de finden sich viele verschiedene Produkte. Damit die Nutzer sich dabei gut zurechtfinden, Bestellvorgänge mühelos funktionieren und auch rechtlich alles auf aktuellem Stand ist, muss viel koordiniert werden. Entsprechend vielseitig sind die Aufgaben von Franziska Brückner. Die 34-Jährige arbeitet bei der Schwab Versand GmbH in Hanau.

„Die Onlineshops werden ständig weiterentwickelt“, erklärt die E-Commerce-Managerin. „Das betrifft zum Beispiel die Anpassung an neue Rechtsgrundlagen wie die Datenschutz-Grundverordnung, die Einführung neuer Zahlungsmethoden oder die Optimierung der User Experience, also des Erlebnisses für den Nutzer.“ Franziska Brückner nimmt die Anforderungen aus den verschiedenen Fachbereichen des Unternehmens oder gesetzliche Änderungen auf, die sie per E-Mail und in Meetings erhält oder selbst recherchiert, und erstellt auf deren Basis ein Umsetzungskonzept. „Dieses gilt es dann so aufzubereiten, dass die Entwickler genau wissen, was zu tun ist.“ Wesentlich ist dabei die Kommunikation mit den Entwicklern sowie anderen Konzeptern und Designern. „Zu unserem Team gehören außerdem einige Koordinatoren, die den Entwicklern die verschiedenen Aufgaben zuweisen.“

Steigender Umsatz

Ein Porträt-Foto von Franziska Brückner

Franziska Brückner

Foto: privat

Franziska Brückner hat Medienwirtschaft an der TU Ilmenau studiert, damals noch ein Diplomstudiengang mit betriebswirtschaftlicher Ausrichtung und medienspezifischen Zusatzfächern. „Ich bin in der Zeit groß geworden, in der sich das Potenzial des Internets erst wirklich gezeigt hat und wollte schon früh daran teilhaben“, erläutert sie ihre Motivation. „E-Commerce ist ein Bereich, der rasant gewachsen ist und sich in meinem persönlichen Alltag sehr schnell etabliert hat. Er wird sicherlich in Zukunft unser Leben noch stärker beeinflussen. Ich möchte dazu beitragen, dass dies so angenehm wie möglich geschieht.“

Immer mehr Menschen bestellen ihre Waren im Internet und lassen sie bequem nach Hause liefern. Shopping per Mausklick boomt, E-Commerce floriert. Laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) ist der Bruttoumsatz mit Waren im elektronischen Handel im Jahr 2017 hierzulande auf 58,47 Milliarden Euro angestiegen. Das sind 10,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Besonders erfolgreich waren dabei die sogenannten Multichannel-Händler, also Unternehmen, die über mehrere Vertriebskanäle verfügen, zum Beispiel Katalog und Webshop “, erklärt Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim bevh (siehe Interview „Gefragt sind digitale Vorausdenker“). „Sie legten 2017 um 21 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro zu. Den größten Anteil daran hatten Anbieter, deren Herkunft im stationären Einzelhandel liegt.“

Bekleidung ist Spitzenreiter

Am liebsten bestellen deutsche Verbraucher offenbar Bekleidung im Internet. Hier wurde 2017 der meiste Umsatz erwirtschaftet – insgesamt 11,76 Milliarden Euro. Auf Platz zwei liegen Elektronikartikel beziehungsweise Artikel für Telekommunikation mit 9,88 Milliarden Euro. Mit etwas Abstand folgen die Kategorien Computer/Zubehör/Spiele/Software (4,45 Milliarden) und Schuhe (3,84 Milliarden). Dabei gewinnt der Onlinehandel abseits der Ballungsräume zunehmend an Bedeutung: Fast 60 Prozent des E-Commerce-Umsatzes resultieren aus Bestellungen in Kommunen mit weniger als 50.000 Einwohnern.

Die Zahlen für das zweite Quartal 2018 bestätigen den Wachstumskurs. Demnach legte der Online-Handel in der ersten Hälfte des Jahre 2018 verglichen mit dem ersten Halbjahr 2017 um 11,1 Prozent zu. Den bevh-Statistiken zufolge waren im Jahr 2016 insgesamt 83.400 Menschen direkt im E-Commerce tätig, also im Bereich Unternehmensinfrastruktur, IT und Administration. Die vertretenen Berufsbilder sind vielfältig. So arbeiten neben IT- und Marketing-Experten beispielsweise Fachkräfte aus den Bereichen Finanzen, Gestaltung, Logistik und Einkauf in Unternehmen des elektronischen Handels. Neu ist die duale Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau im E-Commerce, die seit August 2018 angeboten wird (siehe Berufs- und Arbeitsfelder „Von IT bis Marketing“).

Tendenz: weiterhin positiv

„Der Online- und Versandhandel zeichnet sich durch ein besonders starkes Wachstum aus“, bestätigt Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit. „Seit 2013 ist die Zahl der Beschäftigten um 43 Prozent gestiegen.“ Auch die Zahl der gemeldeten Stellen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Im Jahresdurchschnitt 2017 waren bei der Bundesagentur für Arbeit im Versand- und Internethandel 3.700 Arbeitsstellen gemeldet – ein Plus um fast 50 Prozent gegenüber 2015. Zugleich ist die Zahl der Menschen, die ihre Stelle im Einzelhandel, zu dem auch der Onlinehandel gehört, verloren und sich arbeitslos gemeldet haben, in diesem Zeitraum zurückgegangen. „Die Arbeitsmarksituation im Versand- und Onlinehandel ist – wie im Einzelhandel insgesamt – vergleichsweise gut“, so das Fazit der Expertin.

Weitere Informationen

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwörter z. B. E-Commerce, Versandhandel).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

 

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwörter z. B. E-Commerce, Versandhandel).
www.studienwahl.de

 

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
http://jobboerse.arbeitsagentur.de

 

berufsfeld-info.de
Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen findest du im Teilberufsfeld „Marketing, Verkauf und Vertrieb“.
berufsfeld-info.de/abi

 

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh)
www.bevh.org

 

„Meet the Makers“ bei OTTO
Der Blog gewährt Einblicke in die Softwareentwicklung bei otto.de.
https://dev.otto.de

abi>> 28.11.2018

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