Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

„Die Tore für neue Ideen stehen weit offen“

Student misst die Spannung einer LED. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Das Thema Energie ist ein anspruchsvolles Thema und man sollte auch interdisziplinär - also über verschiedene Fachbereiche hinweg - denken können.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Energiewirtschaft – Interview

„Die Tore für neue Ideen stehen weit offen“

Welche Trends dominieren die Energiebranche? Und wie klappt der Berufseinstieg? abi» sprach mit Birgit Henrichs, Bildungsreferentin beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

abi>> Wie sind die Arbeitsmarktaussichten für Berufseinsteiger in der Energiebranche?

Birgit Henrichs: Die Chancen stehen sehr gut. Das große Thema in der Energiewirtschaft ist die Umsetzung der Energiewende, und dafür braucht es qualifizierte Leute. Die Energiewirtschaft in Deutschland war lange Zeit sehr stolz darauf, weltweit in der Versorgungssicherheit führend zu sein: Die technische Ausstattung war gut und sollte gehalten werden, denn das wichtigste Gut für die Wirtschaft war die Versorgungssicherheit. Mit der Entscheidung zur Marktliberalisierung und zur Energiewende ist die Branche nun in Bewegung gekommen. Hinzu kommt, dass viele der derzeitigen Mitarbeiter bald in Rente gehen und daher Platz für neue Mitarbeiter geschaffen wird.

abi>> Wo sehen Sie die wichtigsten Trends der Branche?

Birgit Henrichs: Das Wichtigste wird der Ausbau der erneuerbaren Energien sein und damit einhergehend der Netzausbau, der für den Transport der Erneuerbaren in die Verbrauchszentren notwendig ist. Hier ist auch die Digitalisierung ein bedeutendes Thema. Big Data, also die Analyse großer Datenmengen, wird eine wichtige Rolle spielen, um an Zukunftsthemen wie Energieeffizienz und Nachhaltigkeit weiterzuarbeiten. Hierfür werden auf allen Ebenen händeringend IT-Experten gesucht, aber auch Elektrotechniker und Kaufleute. Die Möglichkeiten, kreativ und erfinderisch tätig zu werden, sind groß. Die Tore für neue Ideen stehen weit offen.

abi>> Was muss man außer kreativem Denken noch mitbringen, wenn man in der Energiebranche arbeiten möchte?

Birgit Henrichs: Natürlich sollte man sich grundsätzlich mit dem Thema Strom auskennen und sich gern damit beschäftigen. Die Stromerzeugung ist schließlich ein anspruchsvolles Thema. Man muss interdisziplinär – also über verschiedene Fachbereiche hinweg – und branchenübergreifend denken können, zum Beispiel in Richtung Automotive, wenn es um Elektromobilität und autonomes Fahren geht. Ingenieure haben zudem die Möglichkeit, ins Management zu gehen, hier sind Führungs- und Leitungsfähigkeiten gefragt.

abi>> Was sind Ihre Tipps für einen gelungenen Berufseinstieg?

Birgit Henrichs: Nicht nur ein Studium, sondern auch die Ausbildungen, die in die Energiewirtschaft führen, sind sehr anspruchsvoll. Dabei ist jedes Unternehmen anders und bietet seinen Einsteigern oft individuelle Entwicklungswege. Wer eine Ausbildung aufnimmt, sollte also sichergehen, dass die Entwicklungsmöglichkeiten zur persönlichen Zielsetzung passen. Auch bei der Vielzahl der angebotenen Studiengänge für die Energiewirtschaft sollten Interessenten genau hinschauen, welcher Studiengang den eigenen Vorstellungen entspricht.

abi>> 19.08.2019

weitere beiträge

  • zu BERUFE.TV (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • zu den abi>> Podcasts

andere beiträge der rubrik

 

verwandte themen