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Gestalter der digitalen Transformation

Programmierer arbeitet an seinem Computer
Rätselhafter Zeichensalat? Nicht für die Experten in der Informations- und Telekommunikationsbranche.
Foto: Thomas Frey

Interview

Gestalter der digitalen Transformation

Welche Trends bestimmen die Informations- und Telekommunikationsbranche? Und welche Karrierewege führen in diesen Bereich? Im abi>> Interview antwortet Juliane Petrich, Referentin Bildungspolitik und Arbeitsmarkt beim Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom).

abi>> Welche Fähigkeiten sind für eine Karriere in der Informations- und Telekommunikationsbranche wichtig?

Juliane Petrich: Neben einer hohen Affinität für Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik gehört die Freude am analytischen und logischen Denken dazu. Gleichzeitig erfordert die teamorientierte Arbeitswelt heutzutage ein gewisses Maß an Kommunikationsfähigkeit. Aufgrund des häufigen Arbeitens in internationalen Teams sind gute Englischkenntnisse unerlässlich. Sehr wichtig sind überdies ein hohes Maß an Flexibilität und Aufgeschlossenheit, um sich laufend auf neue Entwicklungen einzustellen und sich mit ihnen auseinandersetzen zu können.

abi>> Wie gelingt der Einstieg in die Branche am besten?

Ein Porträt-Foto von Juliane Petrich

Juliane Petrich

Foto: Mathias Brose

Juliane Petrich: Neben Informatikstudierenden finden sich in der Branche unter anderem Absolventen der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, letztere oft mit technischer Vertiefungsrichtung. Aufgrund der immer komplexeren Systeme sind die früher häufigen Quereinstiege von Fachfremden heute eher selten. Viele Arbeitgeber schätzen den intensiven Praxisbezug dualer Studiengänge. Dazu kommen nicht-akademische duale Ausbildungsberufe wie der Fachinformatiker.

abi>> Wie starten die Absolventen typischerweise in die Branche?

Juliane Petrich: Typische Einstiegsangebote sind Praktika oder Traineeships in größeren Unternehmen. Einige Betriebe kooperieren mit Hochschulen, um dort Talente frühzeitig aktiv anzusprechen – beispielsweise bei gemeinsamen Projekten. Weitere Kontaktmöglichkeiten bieten fachspezifische Job-Messen. Je nach Region eröffnen zudem Start-up-Unternehmen interessante Karrierechancen. Branchentypisch übernehmen die Berufseinsteiger vergleichsweise schnell mehr Verantwortung – beispielsweise als Projektleiter.

abi>> Welche Trends bestimmen die weiteren Arbeitsmarktperspektiven?

Juliane Petrich: In den kommenden Jahren werden die Technologiethemen Mobile Computing, Big Data, Cloud-Services, die Industrie 4.0-relevante Mensch-Maschine-Interaktion sowie der große Bereich der IT-Sicherheit für die Beschäftigten immer mehr an Bedeutung gewinnen. Daher ist es wichtig, dass sie sich hierzu laufend weiterbilden, um die in allen Wirtschaftsbereichen stattfindende digitale Transformation mitgestalten zu können. Hier etablieren sich derzeit übrigens junge, internetbasierte Anbieter, die gezielt Aus- und Weiterbildungen für ganz neue Themen wie User Experience oder die IT in selbstfahrenden Autos entwickelt haben. Vermutlich werden wir in Zukunft Berufsbilder erleben, die uns heute noch vollkommen unbekannt sind.

abi>> 22.12.2016

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