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Entwickeln, betreuen, beraten

Martin Juergens (29 Jahre), Energieberater  in der Energieagentur Landkreis Loerrach GmbH, arbeitet am 09.09.2016 in seinem Buero: Foto: Winfried Rothermel
Per Tastendruck Richtung Zukunft: Die IT-Branche gilt als enorm innovativ.
Foto: Winfried Rothermel

IT-Branche – Hintergrund

Entwickeln, betreuen, beraten

Die Informatik ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken: Computer, Smartphones, Autos, Maschinen – nichts funktioniert ohne die IT. Deshalb und aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung werden Nachwuchskräfte mit IT-Kenntnissen händeringend gesucht.

Seit zwei Jahren arbeitet Meike Sennert für die Karlsruher CAS Software AG. Dort vertreibt die 27-Jährige Konfigurationssoftware für individualisierbare Produkte und Dienstleistungen, zum Beispiel von Automobilherstellern oder Energieanbietern. „Wenn ein potenzieller Kunde Interesse an unserer Software zeigt, stelle ich ihm unser Produkt vor – entweder vor Ort oder in einer Web-Session“, berichtet die Wirtschaftsinformatikerin.

Während des Vertriebsprozesses wird unter anderem geklärt, wie die IT-Landschaft des Kunden aussieht und wie die Konfigurationssoftware dort optimal integriert werden kann. Dabei finden viele Gespräche mit der Geschäftsführung, den IT-Verantwortlichen und den Vertriebsmitarbeitern des Kunden statt. „Die Bedürfnisse des Kunden gebe ich an unsere Entwickler weiter, die die Software anpassen“, erklärt Meike Sennert, die auch regelmäßig Messen besucht. „Der Vertrieb von Software ist ein hochkomplexer und anspruchsvoller Prozess, der nichts mit Klinkenputzen zu tun hat“, betont die junge Frau, die sich freut, in einer Branche mit Zukunftspotenzial zu arbeiten.

„Ausbildung oder Studium ist ratsam“

Ein Porträt-Foto von Meike Sennert

Meike Sennert

Foto: privat

Mathematik, logisches Denken und das Verständnis für technische Zusammenhänge lagen Meike Sennert schon immer. Auf das reine Programmieren hatte sie jedoch keine Lust, daher entschied sie sich für ein Bachelor- und Masterstudium der Informationswirtschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das Studium besteht zu je 40 Prozent aus Informatik und Wirtschaftswissenschaften und zu 20 Prozent aus Jura. „Nach dem Studium wollte ich gern in einem Schnittstellenbereich arbeiten, daher kam die Stellenausschreibung der CAS Software AG für einen Consultant im Vertrieb genau richtig“, erinnert sie sich.

Nicht nur im Vertrieb von Software sind Fachkräfte mit Informatikkenntnissen gefragt. „Unternehmen aus der Informationstechnologie und Telekommunikation, aber auch alle anderen Unternehmen, die IT anwenden, suchen nach wie vor überwiegend Softwareentwickler. Danach sind Anwendungsbetreuer und Administratoren am stärksten gefragt, gefolgt von IT-Sicherheitsexperten und IT-Beratern“, weiß Juliane Petrich, Leiterin Bildung beim IT-Branchenverband Bitkom. „Eine berufliche Ausbildung oder ein Studium in diesem Bereich ist auf jeden Fall ratsam. Angesichts der steigenden Komplexität in der IT haben es Quereinsteiger trotz Fachkräftemangel schwerer“, gibt sie zu bedenken.

Wachstumskurs setzt sich fort

Ein Porträt-Foto von Juliane Petrich

Juliane Petrich

Foto: Till Budde / Bitkom e.V.

Aufgrund der digitalen Transformation, die immer mehr Wirtschaftszweige durchlaufen, wächst die IT-Branche weiter. Dadurch steigt die Anzahl der zu besetzenden Stellen. „Das Problem ist aber, dass wir mit den vorhandenen Fachkräften nicht mehr hinterherkommen“, sagt Juliane Petrich. Im Jahr 2017 blieben laut Angaben der Bitkom 55.000 Stellen unbesetzt, weil es keine passenden Bewerber gab. Im Jahr 2013 gab es nur 39.000 unbesetzte Stellen.

Auch die Bundesagentur für Arbeit beobachtet, dass sich der Arbeitsmarkt für IT-Fachleute sehr gut entwickelt. Rund 983.000 IT-Fachleute waren laut Mikrozensus 2016 in Deutschland tätig – fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit setzt sich der Wachstumskurs der letzten Jahre fort. Von 2012 bis 2016 hat die Zahl der erwerbstätigen IT-Fachleute um insgesamt 120.000 zugenommen. Viele von ihnen arbeiten neben Beschäftigten in anderen Berufen in der IT-Branche, aber nicht nur da. Schließlich verfügen auch Unternehmen anderer Wirtschaftszweige über Computer, Server und Co. und benötigen dafür entsprechend ausgebildete Mitarbeiter.

„Nachfrage nach neuen Mitarbeitern auf Höchstniveau“

„Das Wachstum der Erwerbstätigkeit speist sich zum großen Teil aus einer Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung“, erläutert Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit. Die Statistik der Bundesagentur wies 2017 rund 755.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte IT-Fachleute aus, 45 Prozent vor ihnen verfügen über einen akademischen Abschluss. „Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewegte sich auf Höchstniveau“, so Claudia Suttner weiter. Jahresdurchschnittlich hatte die Bundesagentur für Arbeit 2017 rund 17.000 Stellenangebote für IT-Kräfte im Bestand.

Fast jeder dritte IT-Beschäftigte konzipiert, erstellt, installiert, betreut oder erforscht Hard- und Software-Lösungen oder komplexe IT-Systeme. Gut jeder vierte hat seinen Tätigkeitsschwerpunkt in der Softwareentwicklung und Programmierung. Für etwas mehr als jeden fünften Beschäftigten stehen Aufgaben wie die IT-Systemanalyse, die Beratung von Anwendern oder der Vertrieb von IT-Produkten im Vordergrund. Ein weiteres Fünftel der ITler ist in Netzwerktechnik, Koordination, Organisation, System- und Webadministration oder in der Datenbankentwicklung und -administration tätig. Rund 90.000 IT-Fachleute arbeiten laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit als Selbstständige, die Mehrzahl als Freelancer ohne eigene Mitarbeiter.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwörter z. B. Informatik, IT).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwörter z. B. Informatik, IT).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

Bitkom e.V.

Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien
www.bitkom.org

Bundesverband IT-Mittelstand e.V.

www.bitmi.de

eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.

www.eco.de

abi>> 16.07.2018

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