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„Digitalisierung nimmt immer mehr zu“

Eine Frau schreibt etwas an ein Whiteboard.
Da die IT-Branche sich sehr schnell weiterentwickelt, muss man am Ball bleiben.
Foto: Daniel Karmann

IT-Branche: Interview

„Digitalisierung nimmt immer mehr zu“

abi» sprach mit Juliane Petrich, Referentin für Bildungspolitik und Arbeitsmarkt beim Bitkom, dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien.

abi>> Welche Trends beschäftigen aktuell die IT-Branche?

Ein Porträt-Foto von Juliane Petrich

Juliane Petrich

Foto: Privat

Juliane Petrich: Unsere jährliche Trend-Umfrage unter den Bitkom-Mitgliedsunternehmen hat ergeben, dass die Themen IT-Sicherheit, Cloud Computing – das heißt, das Speichern von Daten im Internet – sowie Industrie 4.0 – also die zunehmende Digitalisierung der Produktion – derzeit besonders wichtig sind. Weiterhin gehören die Themen Big Data, sprich der Umgang mit großen Datenmengen, sowie das Internet of Things, kurz IoT, zur Spitzengruppe. Letzteres heißt: Der PC als Gerät tritt zunehmend in den Hintergrund und wird durch „intelligente Gegenstände“ ergänzt.*

Der entscheidende Treiber für die IT-Branche ist die digitale Transformation, also die Veränderung aller Branchen durch die zunehmende Digitalisierung. Dadurch entstehen völlig neue Geschäftsmodelle, für die auch IT-Fachleute gebraucht werden.

abi>> Wie ist der Stand der Dinge beim Thema künstliche Intelligenz?

Juliane Petrich: Das ist für uns ein entscheidendes Zukunftsthema und ganz eng mit dem Bereich Big Data verbunden. Künstliche Intelligenz beschreibt selbstlernende IT-Systeme, die sehr komplexe Aufgaben übernehmen und in Echtzeit mit Menschen und anderen Computersystemen kommunizieren können. Indem Computer durch Algorithmen zum Beispiel die Analyse von vielen Daten übernehmen, können Standardprozesse automatisiert werden. Wissensarbeiter werden dadurch von Routineaufgaben entlastet und können sich auf kreative Tätigkeiten konzentrieren, die ein hohes Maß an Eigeninitiative und Wissen erfordern.

abi>> In welchen Bereichen haben Auszubildende und Hochschulabsolventen die besten Chancen?

Juliane Petrich: Gesucht werden vor allem Softwareentwickler, Projektmanager, IT-Sicherheitsexperten, Qualitätsmanager und Berater, aber auch Marketing- und Vertriebsexperten, die sich mit IT auskennen.

abi>> Wie stehen die Chancen für Bewerber?

Juliane Petrich: Es besteht ein hoher Fachkräftebedarf. Derzeit fehlen in Deutschland rund 43.000 IT-Spezialisten, sowohl in den IT-Unternehmen selbst als auch in den Anwenderbranchen – also in allen Unternehmen, die IT einsetzen. Hier werden nicht nur IT-Administratoren gebraucht, sondern auch IT-Berater oder Sicherheitsexperten und zunehmend auch Softwareentwickler.

abi>> Was sollten Bewerber an fachlichen und persönlichen Qualifikationen mitbringen?

Juliane Petrich: Man muss nicht nur programmieren können, sondern auch grundlegende Kenntnisse über IT-Infrastrukturen und -Tools mitbringen. Außerdem sollte man wissen: Wie beschaffe ich mir Informationen, wie bewerte ich sie und wie bereite ich sie mithilfe von digitalen Hilfsmitteln auf? Darüber hinaus werden natürlich Kommunikationsfähigkeiten immer wichtiger sowie Kreativität und Selbstmanagement. Da die IT-Branche sich sehr schnell weiterentwickelt und die Digitalisierung in immer mehr Branchen Einzug hält, muss man bereit sein, ständig hinzuzulernen und sich weiterzuentwickeln.

*In der Bitkom-Studie „Zukunft der Consumer Electronics – 2015“ werden als Beispiele unter anderem vernetzte Haussteuerungen (Smart Home) oder Smart Glasses und Uhren (Wearables) genannt.

abi>> 21.03.2016

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