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Trends in der Branche

Kreuzfahrtschiff
Urlaub auf dem Schiff ist beliebter denn je. Dementsprechend boomt die Kreuzfahrtbranche.
Foto: Lukas Krüger

Maritime Wirtschaft

Trends in der Branche

Welchen Sparten rund ums Wasser geht es zur Zeit wirtschaftlich gut? Und wie sieht es in Zukunft aus? Ein Überblick über mögliche Entwicklungen der maritimen Wirtschaft.

Kapitäne, Hafenlogistiker, Bootsbauer und Experten für Offshore-Windräder: Die Auswahl an Berufen in der maritimen Wirtschaft ist groß. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sind allein in deutschen Werften rund 17.800 Menschen beschäftigt (Stand: 2014), bei der Offshore- und Schiffbauzulieferindustrie rund 67.000. Mit mehr als 3.300 Handelsschiffen besitzt Deutschland die viertgrößte Handelsflotte weltweit.

Eine allgemeine Aussage über Karrierechancen und Aussichten der Branche zu treffen ist allerdings schwierig, besser ist die Betrachtung einzelner Sparten: „Im Schiffbau ist die Beschäftigung im Jahr 2015 mit vier Prozent stärker gewachsen als die Beschäftigung in der maritimen Wirtschaft in Deutschland insgesamt, wo sie bei zwei Prozent lag“, erklärt Ilona Mirtschin vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit.

In der Schifffahrt sei die Beschäftigung dagegen um fünf Prozent gesunken. All dies gelte auch für Beschäftigte mit akademischem Abschluss. Ein anderes Bild zeigt sich in der Hafenwirtschaft: Hier sei das Beschäftigungswachstum mit nur einem Prozent Plus zwar unterdurchschnittlich gewesen, „allerdings verbunden mit einer deutlichen Zunahme der Beschäftigten mit akademischem Abschluss“, sagt die Expertin.

Gute Aussichten im Klima- und Umweltschutz

Einen Boom erlebt derzeit die Kreuzfahrtbranche, was unter anderem mit einem hohen Bedarf an Servicepersonal an Bord einhergeht. Doch wie Fachleute immer wieder betonen, hängt die maritime Wirtschaft insgesamt eng mit der Weltwirtschaft zusammen. So sei es mit der Finanzkrise 2009 „zu erheblichen Wachstumseinbrüchen in nahezu allen Bereichen der maritimen Wirtschaft“ gekommen. Die Lage habe sich seitdem aber wieder verbessert, heißt es beim Bundeswirtschaftsministerium. Auch Andreas Schüler, Berufsberater bei der Arbeitsagentur Kiel, verweist auf die Verflechtungen mit Entwicklungen im Ausland. „Wenn Schiffe in anderen Ländern preiswerter gebaut oder mit billigeren Arbeitskräften betrieben werden können, spüren wir das auch in Deutschland.“

Gute Zukunftschancen werden Teilbereichen der maritimen Wirtschaft zugerechnet, die mit dem Klima- und Umweltschutz zu tun haben. Vor allem geht es dabei um maritime Technik und Forschung sowie Offshore-Windparks. Die Meerestechnik mit Aspekten wie Öl- und Gasgewinnung gehört laut Bundeswirtschaftsministerium sogar „zu den maritimen Wachstumsbereichen“. Deutsche Unternehmen hätten hier bislang zwar nur einen geringen Weltmarktanteil, „besitzen aber ein erhebliches technisches Know-how und Innovationspotenzial, das aufgrund steigender Anforderungen immer wichtiger wird“. Bei der Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie hingegen sei das Ziel, den technologischen Vorsprung Deutschlands weiter zu erhöhen.

Prognose? Schwierig!

„Die Offshore-Industrie ist ein großes Feld, schließlich müssen Plattformen und Bohrinseln gebaut, mit Spezialschiffen versorgt und von Fachpersonal gewartet werden“, bestätigt Fachmann Andreas Schüler und spricht dabei über die Bereiche Offshore-Windparks, Tiefseebergbau und den Abbau mineralischer Rohstoffe. Dennoch sind Prognosen auch hier schwierig, da internationale Veränderungen ebenfalls Auswirkungen auf den deutschen Markt haben können.

abi>> 19.09.2016

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