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„Wir stehen vor einer medizintechnischen Revolution“

Detail, EEG-Geraet, zu EEG-Assistent Goran Joost, aufgenommen im Klinikum rechts der Isar der TUM Muenchen am 20. Juni 2016.
Die Entwicklungen in der Medizinbranche sind durch die Digitalisierung revolutionär. Manfred Beeres vom Bundesverband Medizintechnologie e.V. erklärt warum.
Foto Christof Stache

Medizintechnik – Interview

„Wir stehen vor einer medizintechnischen Revolution“

Die Digitalisierung dient auch der Medizintechnik als Motor. Manfred Beeres vom Bundesverband Medizintechnologie e.V. geht sogar so weit, von einer medizintechnischen Revolution zu sprechen. Im Interview verrät er außerdem, was Interessierte mitbringen sollten.

abi>> Herr Beeres, was sind die großen Trends in der Medizintechnik und wohin entwickelt sich die Branche?

Manfred Beeres: Die Medizintechnik entwickelt sich aktuell rasant. Dazu gehört zum Beispiel, dass Operationsverfahren durch moderne medizinisch-technische Verfahren immer schonender werden und Chirurgen durch computerassistierte Navigation unterstützt werden. Ich beobachte außerdem, dass Medizintechnik und IT immer stärker zusammenwachsen und zukunftsträchtige Technologiefelder wie Bio- und Nanotechnologien in der Medizin auf dem Vormarsch sind. Durch die Sensorik sind wir in der Lage, immer mehr Daten über gesundheitliche Parameter zu sammeln und zu intelligenten Versorgungslösungen zu entwickeln. Wir stehen, wenn man so will, am Anfang einer medizintechnischen Revolution, die von der Digitalisierung getrieben wird.

abi>> Wie sehen die Arbeitsmarktchancen in der Medizintechnik aus und welche Fachkräfte sind besonders gefragt?

Ein Porträt-Foto von Manfred Beeres.

Manfred Beeres

Foto: privat

Manfred Beeres: Die Berufsaussichten in der Medizintechnologie-Branche sind ausgezeichnet. Gesucht werden aktuell vor allem Ingenieure, Medizintechniker und Wirtschaftswissenschaftler – das zeigt eine Umfrage unseres Verbandes von 2017. Dabei ist gegenüber dem Vorjahr vor allem der Anteil der gesuchten Ingenieure gestiegen. Auch Mediziner und Informatiker mit ihren Qualifikationen haben in der Branche zunehmend Optionen.

abi>> Lange Zeit war die Umsatzentwicklung im inländischen Markt leicht rückläufig: Womit hängt das zusammen?

Manfred Beeres: Das stimmte bis zum Jahr 2013. Seitdem wächst auch der Inlandsmarkt solide zwischen drei und fünf Prozent. Das liegt an der demografischen Entwicklung und dem medizintechnischen Fortschritt, was zu steigenden Fallzahlen in der Patientenversorgung führt. Die aktuellsten Zahlen stammen aus 2016: Damals legte der Gesamtumsatz der produzierenden Medizintechnikunternehmen in Deutschland nach Angaben der offiziellen Wirtschaftsstatistik um 5,8 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro zu. Der Inlandsumsatz stieg sogar um 6 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro.

abi>> Welche Tipps haben Sie für Berufseinsteiger?

Manfred Beeres: In der Medizintechnik werden Fachkräfte gesucht, die jedoch gleichzeitig interdisziplinär denken und über eine hervorragende Teamfähigkeit verfügen müssen. So gilt es nämlich, die Sprache und Anforderungen von Ärzten oder Zellbiologen gleichermaßen zu verstehen. Die Unternehmen der Branche suchen in der Regel Fachkräfte, die sich im Studium ein solides Wissensfundament und spezielles Wissen im Bereich Medizintechnik angeeignet haben. Dazu gehören zum Beispiel Elektrotechniker, Informatiker, Maschinenbauer, Physiker und Chemiker

abi>> 02.04.2018

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