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Nix für Papiertiger!

Ein Stapel Papier. Foto: Meramo Studios
Blatt für Blatt: Knapp 40.000 Beschäftigte kümmern sich in der deutschen Papierindustrie unter anderem um die Produktion von Schreibmaterialien.
Foto: Meramo Studios

Papierindustrie – Hintergrund

Nix für Papiertiger!

Ob als Verpackung für den Versand, bedruckt mit Text und Bild oder für den Einsatz auf der Toilette – Papier begegnet uns täglich in unterschiedlichen Formen. Dahinter steht eine vielfältige Branche mit interessanten beruflichen Möglichkeiten.

Die seidig schimmernden Seiten eines Romans oder die Hochglanzseiten einer Illustrierten umzublättern, macht für viele Menschen einen großen Teil ihres Lesegenusses aus. An riesigen Maschinen, mit denen Premiumpapier für solche und andere Zwecke hergestellt oder veredelt wird, ist Imad Louchiri im Einsatz. Bei der Kabel Premium Pulp & Paper GmbH in Hagen ist der 23-Jährige für die Instandhaltung der Anlagen zuständig. „Das bedeutet, durch Wartungsarbeiten dafür zu sorgen, dass die Maschinen intakt bleiben, genauso aber auch auftretende Fehler oder Störungen schnellstmöglich zu beheben“, erklärt der Industriemechaniker.

Wo versteckt sich der Fehler?

Ein Porträt-Foto von Imad Louchiri

Imad Louchiri

Foto: Kabel Premium Pulp & Paper GmbH

Sobald bei einer der Maschinen eine Warnleuchte aufleuchtet oder sich Fehler durch Schwankungen im Betriebsablauf bemerkbar machen, wird eine Meldekette in Gang gesetzt. Der zuständige Maschinenbauingenieur informiert die hauseigene Werkstatt. Dort entscheidet der Industriemechanikermeister, welche seiner Mitarbeiter er losschickt. „Wir werden je nach Aufgabengebiet eingeteilt und führen die Instandsetzungsarbeiten meist in Zweier- oder Dreierteams durch“, erklärt Imad Louchiri. Mit großer Geduld macht er sich zusammen mit den Kollegen auf die Fehlersuche, dabei helfen ihm Schaltpläne der Maschinen. „Manchmal dauert es eine Weile, bis man an so einer großen Maschine das Problem gelöst hat. Wir sprechen uns auch immer untereinander ab, denn jeder im Team hat seine eigenen Stärken oder besondere Berufserfahrungen.“ Wenn der Fehler gefunden wurde, wird er behoben – etwa indem eine defekte Pumpe oder ein Ventil ausgetauscht wird.

Bereits während seiner Ausbildung zum Industriemechaniker hatte sich Imad Louchiri für die Fachrichtung Instandhaltung entschieden. Nach dem Abschluss wurde er von seinem Betrieb übernommen. Inzwischen steuert er sein nächstes Ziel an: „Ich habe ein berufsbegleitendes Maschinenbaustudium im Verbund an der Fachhochschule Südwestfalen begonnen. Wenn ich damit fertig bin, wird sich mein Aufgabenbereich noch erweitern. Darauf freue ich mich schon.“

Nummer Eins in Europa

Ein Porträt-Foto von Gregor Andreas Geiger

Gregor Andreas Geiger

Foto: privat

Insgesamt bietet die Papierbranche derzeit gute berufliche Chancen. „Die deutsche Papierindustrie entwickelt sich mit kontinuierlich leichtem Wachstum“, sagt Gregor Andreas Geiger, Bereichsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) e. V. „Sie ist die Nummer Eins in Europa und steht weltweit hinter China, den USA und Japan auf Platz 4. Neben oft seit mehreren Generationen inhabergeführten Unternehmen finden sich hier zahlreiche Töchter internationaler Papierkonzerne.“ Der Verbandssprecher nennt konkrete Zahlen, die diese Entwicklung widerspiegeln: „Die deutsche Papierindustrie hat 2016 an rund 160 Standorten mit knapp 40.000 Beschäftigten 21,6 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe produziert. Der Umsatz betrug dabei 14,9 Milliarden Euro. Und: Die Papierindustrie ist eine der am intensivsten recycelnden Branchen. Die Altpapiereinsatzquote beträgt 74 Prozent.“

Die in der Papierindustrie hergestellten Produkte lassen sich in vier Hauptsortengruppen untergliedern: Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke, grafische Papiere, Hygienepapiere sowie Papier und Pappe für technische und spezielle Verwendungszwecke. Bei den Transportverpackungen macht sich derzeit der rege Online-Versandhandel positiv bemerkbar.

Überschaubare Nachfrage nach Arbeitskräften

Und wie sieht es mit den Beschäftigungschancen in der Branche aus? „In der Papierherstellung waren Mitte 2016 insgesamt 42.300 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt“, sagt Ilona Mirtschin von der Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „Während die Zahl der Beschäftigten in Deutschland insgesamt zunimmt, verzeichnet die Papierherstellung einen Rückgang: Gegenüber 2016 nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Branche um 1.400 oder drei Prozent ab. Zum Vergleich: Bei den Beschäftigten aller Branchen waren es plus zwei Prozent.“

Der Rückgang in der Papierindustrie betraf nach ihrer Auskunft Beschäftigte aller Anforderungsniveaus, vom Helfer bis zum Experten. „Da die Branche klein und die Beschäftigung rückläufig ist, ist auch die Nachfrage nach Arbeitskräften relativ überschaubar“, ergänzt Ilona Mirtschin. „Im Zeitraum November 2016 bis Oktober 2017 gab es pro Monat durchschnittlich knapp 200 Stellenangebote aus der Papierindustrie. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum waren das plus 50 beziehungsweise plus 24 Prozent. Gesucht wurden überwiegend Fachkräfte mit Maschinenbau- und Betriebstechnik-Berufen – hierzu zählt auch der Industriemechaniker mit knapp 50 Stellenangeboten.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort z. B. Papier).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort z. B. Papier).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen.
kursnet-finden.arbeitsagentur.de

Verband Deutscher Papierfabriken e. V.

www.vdp-online.de

Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) e. V.

www.hpv-ev.org

abi>> 18.12.2017

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