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Einheitliche Ausbildung, hoher Bedarf

Ein Mann misst den Blutdruck einer alten Dame
Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt und Fachkräfte werden händeringend gesucht.
Foto: André Braun

Pflegebranche – Hintergrund

Einheitliche Ausbildung, hoher Bedarf

Die Menschen werden immer älter und immer weniger von ihnen werden von Angehörigen gepflegt. Die logische Konsequenz: Fachkräfte werden in der Pflege händeringend gesucht. Gleichzeitig hat die Branche einiges zu bieten.

Die Altenpflege zieht sich wie ein roter Faden durch Kai Reinerts Leben: Sein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte er in einem Pflegeheim, privat hat er seine Großtante gepflegt und schließlich machte er eine Ausbildung zum Altenpfleger. Seit August 2018 arbeitet er nun bei der Alloheim Senioren-Residenz in Trier und betreut dort die pflegebedürftigen Bewohner. „Ich kümmere mich derzeit um Menschen mit Demenz. Zwei Helfer stehen mir dabei zur Seite“, berichtet der 36-Jährige, der sich bewusst für die stationäre Pflege entschieden hat. „Ich schätze den regelmäßigen Kontakt mit den Bewohnern über den Tag hinweg und arbeite gerne im Team.“

Nichtsdestotrotz sei der Beruf des Altenpflegers fordernd, so Kai Reinert weiter, sowohl psychisch als auch körperlich. „Anfangs ist es mir sehr nahegegangen, wenn ein Bewohner verstorben ist. Durch ein Praktikum in einem Hospiz habe ich jedoch einen anderen Blick auf das Sterben bekommen und gelernt, damit umzugehen. Das hat mir sehr geholfen.“ Neben den pflegerischen Aufgaben – wie Waschen, Medikamente verabreichen, Wundverbände wechseln – muss der Altenpfleger, der abwechselnd in der Früh-, Spät- und Nachtschicht arbeitet, auch seine Arbeit dokumentieren. Hinzu kommt das Kommunizieren mit Ärzten und Angehörigen. Außerdem macht er neben der Arbeit aktuell eine eineinhalbjährige Weiterbildung zum Wohnbereichsleiter. Anschließend würde er sich gerne für die Pflegedienstleitung fortbilden.

„Seit Jahren bundesweiter Fachkräftemangel“

Ein Porträt-Foto von Kai Reinert

Kai Reinert

Foto: privat

Menschen wie Kai Reinert sind gesucht, denn der Bedarf an Altenpflegern ist groß. Laut Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts waren Ende 2017 in Deutschland 3,41Millionen Menschen pflegebedürftig. Davon wurden 820.000, also knapp ein Viertel, in insgesamt 14.480 Pflegeheimen betreut. 830.000 nahmen einen der 14.050 ambulanten Pflegedienste in Anspruch. Die restlichen 1,76 Millionen wurden durch Angehörige versorgt.

„Vor allem infolge der Alterung der Gesellschaft ist von einem weiteren Wachstum an Pflegebedürftigen auszugehen“, bestätigt Ilona Mirtschin, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit. „Auch wenn die Prognosen unterschiedlich ausfallen, wird der Bedarf an Pflegefachkräften steigen. Seit Jahren gibt es einen bundesweiten Fachkräftemangel“, sagt sie. So kommen aktuell nur noch 25 arbeitslose Altenpflegefachkräfte auf 100 gemeldete Stellen.

Pflegeausbildung: Aus drei mach eins

Die Zahl der Auszubildenden für einen der drei Pflegeberufe Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in sowie Altenpfleger/in ist nach Angaben des Statistischen Bundesamts in den vergangenen Jahren gestiegen: Knapp 140.000 Auszubildende besuchten im Jahr 2016 Pflegefachschulen. Vier Jahre zuvor waren es noch unter 130.000.

Wie sich die Zahlen ab 2020 entwickeln, wird sich zeigen, denn ab diesem Jahr werden die drei Ausbildungsberufe in der Pflege zum einheitlichen Ausbildungsberuf Pflegefachmann beziehungsweise Pflegefachfrau zusammengelegt. Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe betont: „Alle, die noch 2019 mit der Ausbildung zum Altenpfleger starten, werden nach den alten Regeln ausgebildet. Trotzdem ist er oder sie nach der Ausbildung ein vollwertiger Berufsangehöriger und erhält seinen Abschluss anerkannt. Es macht also keinen Sinn, bis 2020 mit der Ausbildung zu warten – dann verliert man gegebenenfalls nur unnötig ein Jahr im Beruf.“

Kaum arbeitslose Fachaltenpfleger und Akademiker

Examinierte Altenpfleger haben die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Weiterbildung zum Fachaltenpfleger zu qualifizieren. Sie spezialisieren sich dann auf einen bestimmten Bereich wie klinische Geriatrie, Onkologie, Psychiatrie oder Rehabilitation/Langzeitpflege. „Mit 5.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist das ein kleiner Arbeitsmarkt, der aber sehr gute Chancen bietet“, berichtet Ilona Mirtschin. Die Arbeitslosenquote für Fachaltenpfleger liegt unter einem Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2018 gab es weniger als 50 arbeitslose Fachaltenpfleger. Beschäftigte mit akademischer Ausbildung in der Pflege, also vor allem Absolventen der Studienrichtungen Pflegewissenschaften und Pflegemanagement, finden ebenfalls einen kleinen Arbeitsmarkt mit gut 5.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten vor. Die Zahl der Arbeitslosen ist rückläufig auf weniger als 200 im Jahresdurchschnitt 2018, die Arbeitslosenquote lag bei drei Prozent.

Weitere Informationen

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort z. B. Pflege).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

 

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort z. B. Pflege).
www.studienwahl.de

 

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
http://jobboerse.arbeitsagentur.de

 

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen findest du im Teilberufsfeld „Pflege“.
https://berufsfeld-info.de/planet-beruf/tbf/pflege

 

Deutscher Pflegerat e.V. – DPR
https://deutscher-pflegerat.de

 

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe – DBfK
www.dbfk.de

 

Verband medizinischer Fachberufe e.V.
www.vmf-online.de

abi>> 27.03.2019

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