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Den Urlaub zum Beruf machen

Eine Frau sieht sich Fotografien von interessanten Orten der Erde an einer Wand näher an.
Die Zahl der Reisebüros liegt noch bei etwa 10.000. An sie wenden sich vor allem Menschen, die eine komplexere Reise buchen oder sich persönlich beraten lassen möchten.
Foto: Martin Rehm

Reise und Touristik - Interview

Den Urlaub zum Beruf machen

Wer in der Reise- und Tourismusbranche arbeiten will, kann dies in der Regel mit einer dualen Berufsausbildung. Für Führungspositionen ist aber meist ein Studium erforderlich, erklärt Nicole von Stockert, Pressesprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW).

abi>> Frau von Stockert, welche Berufe findet man in der Tourismusbranche?

Nicole von Stockert: Stellen Sie sich einfach vor, Sie planen eine Reise mit allem, was dazugehört: Sie lesen Reiseführer, vergleichen Preise, buchen online oder im Reisebüro, reisen mit Bahn, Bus, Auto oder Flugzeug an und wieder ab, essen vor Ort in total angesagten oder eher ruhigen Restaurants, besichtigen Museen oder gehen in ein Konzert, übernachten im Hotel, in einer Ferienwohnung oder auf einem Campingplatz, besuchen einen Freizeitpark. Überall dort werden in verschiedensten Bereichen Mitarbeiter benötigt. So vielseitig die Branche, so unterschiedlich sind auch die Berufe.

abi>> Welche Berufe gehören zu den Klassikern?

Ein Porträt-Foto von Nicole von Stockert

Nicole von Stockert

Foto: privat

Nicole von Stockert: In der Branche arbeiten rund drei Millionen Beschäftigte, die meisten bringen eine duale Ausbildung mit. Zu den Klassikern gehören Hotel- und Restaurantfachleute, Luftverkehrs- und Veranstaltungskaufleute, Köche und Tourismuskaufleute. Während Kaufleute für Tourismus und Geschäftsreisen dabei in der Regel im Reisebüro oder bei Veranstaltern tätig sind, liegt bei Kaufleuten für Tourismus und Freizeit der Schwerpunkt auf der Vermarktung von Städten und Regionen.

abi>> Und was ist mit den Akademikern?

Nicole von Stockert: Akademiker arbeiten vor allem in großen Unternehmen, etwa als Tourismus-, Hotel- oder Luftverkehrsmanager. Es gibt mittlerweile auch einige spezialisierte Studiengänge wie Gesundheitstourismus und Freizeitmanagement. Das hängt mit den gestiegenen Ansprüchen der Kunden zusammen, die zum Beispiel Wert auf nachhaltige Reisen oder Sport- und Gesundheitsangebote legen. Da die größeren Unternehmen in der Regel die gesamte Bandbreite an Abteilungen abbilden, werden hier neben Tourismusexperten auch allgemeinere Fachrichtungen wie Betriebswirte, Juristen und IT-Experten gesucht.

abi>> Gibt es das klassische Reisebüro noch?

Nicole von Stockert: Ja, das gibt es noch. Seit ein paar Jahren liegt die Zahl der Reisebüros stabil bei etwa 10.000. Ihr Service ist vor allem dann gefragt, wenn es um komplexe Reisen geht, die man nicht einfach online buchen kann – und natürlich auch, wenn Kunden lieber eine persönliche Beratung möchten, statt im Internet zu surfen.

abi>> Bietet die Branche gute Karrieremöglichkeiten?

Nicole von Stockert: Definitiv. In vielen Unternehmen können Mitarbeiter vergleichsweise schnell Projekt- und Personalverantwortung übernehmen. Die Branche ist zudem sehr international aufgestellt, sodass viele Mitarbeiter Auslandserfahrungen sammeln können. Für Führungspositionen ist aber in der Regel ein Studium gefragt, da hier zum Beispiel oft umfassende betriebswirtschaftliche Kenntnisse nötig sind.

abi>> 14.01.2019

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