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Boomende Branche

Ein weißer Roboter mit menschlichen Proportionen bewegt seine Arme nach oben.
Immer häufiger werden Roboter in Unternehmen eingesetzt. Mit der richtigen Programmierung können sie auch komplizierte Aufgaben übernehmen.
Foto: Martin Rehm

Robotik und Automation – Hintergrund

Boomende Branche

Immer mehr Unternehmen setzen auf Roboter – und brauchen dafür qualifizierte Mitarbeiter, die mit den elektronischen Kollegen umgehen können. Für Berufseinsteiger bietet der Bereich Robotik und Automation auch deswegen gute Chancen.

Anwendungen für Maschinen programmieren, die so clever sind, dass sie auch komplizierte Aufgaben übernehmen können: Das ist das Arbeitsgebiet von Artur Felic. Zunächst hatte der 31-Jährige Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) studiert, seit fünf Jahren ist er bei der CAS Software AG in der badischen Stadt tätig. Diese stellt Software her für verschiedene Unternehmen und Institutionen aus unterschiedlichen Branchen. Dazu zählen unter anderem die Automobilbranche, der Maschinen- und Anlagenbau, aber auch Hochschulen und Vereine.

„Robotik und Automation ist ein sehr spannender Bereich, weil wir hier noch viel ausprobieren und herausfinden können“, sagt der Informatiker, der bei CAS die Innovationsabteilung „CAS Future Labs“ leitet. „Wir suchen neue Technologien und Trends und prüfen, inwiefern wir sie für die Automation nutzen können.“ So hat das Labor etwa Virtual-Reality-Brillen angeschafft und überlegt, wie sie in der Praxis zum Einsatz kommen könnten. Auch Künstliche Intelligenz und neue Software-Algorithmen werden auf ihre Tauglichkeit für Automatisierungsprozesse hin überprüft.

„Die Branche boomt“, berichtet Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer für „Robotik + Automation“ beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Das gelte sowohl für die Produzenten von Robotern als auch für die Betriebe, die diese Maschinen nutzen. „Derzeit gibt es etwa 200.000 Roboter in der deutschen Industrie – und dieser Bestand steigt kontinuierlich.“

Starker Stand in Deutschland

Ein Porträt-Foto von Patrick Schwarzkopf

Patrick Schwarzkopf

Foto: privat

Besonders präsent ist dabei die Automobilindustrie. Doch auch mittelständische und kleinere Betriebe anderer Branchen gehen dazu über, ihre Produktion zu automatisieren. „Deutschland ist extrem stark robotisiert“, erklärt der VDMA-Experte. Ein wichtiger Indikator ist die sogenannte Roboter-Dichte. Damit wird beschrieben, wie viele Roboter auf wie viele Beschäftigte in der Industrie kommen. „In Deutschland ist der Wert mit über 300 Robotern pro 10.000 Beschäftigte sehr hoch und steigt seit Jahren“, weiß der Verbandssprecher. Im weltweiten Vergleich belegt Deutschland hier den dritten Platz nach Südkorea und Singapur – und den Spitzenplatz in Europa.

Ein wichtiger Grund für diesen Trend ist die Weiterentwicklung der Roboter. Früher konnten sie nur einfache, fest vorgeschriebene Aufgaben erledigen. „Heute haben die Maschinen mehr Sensoren und werden schlauer“, berichtet Patrick Schwarzkopf. Dadurch könnten sie auch auf unterschiedliche Situationen individuell reagieren und beispielsweise ein Stück nach rechts oder links ausweichen, wenn es in der Produktion notwendig ist.

Außerdem wird die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter intensiver. „Roboter assistieren den Menschen oft direkt und erleichtern ihnen die Arbeit“, sagt Patrick Schwarzkopf. Sie könnten etwa schwere Gewichte heben oder bei der anstrengenden Über-Kopf-Montage helfen, denn: „Roboter haben andere Stärken als Menschen.“ Ohne Menschen würde es aber auch nicht funktionieren, so Patrick Schwarzkopf: „Viele Aufgaben können Mitarbeiter aus Fleisch und Blut besser erfüllen. Darüber hinaus benötigt man Menschen, um die Roboter zu warten und fachmännisch mit ihnen zu interagieren.“

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Für die Unternehmen, die Roboter herstellen, bedeutet diese Entwicklung stetiges Wachstum. So legte die Branche beim Umsatz laut VDMA zwischen 2010 und 2017 jährlich um etwa zehn Prozent zu. 2017 war demnach ein Rekordjahr, in dem ein Umsatzvolumen von 14,5 Milliarden Euro erreicht wurde. Für 2018 geht VDMA „Robotik + Automation“ von einem weiteren Wachstum um neun Prozent auf 15,8 Milliarden Euro aus. Rund 60 Prozent der Produktion werden laut Patrick Schwarzkopf dabei exportiert.

Bei diesen Zahlen stimmt auch der Blick auf den Arbeitsmarkt optimistisch. Nach Angaben des Teams Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit (BA) entwickelte sich der Arbeitsmarkt für Akademiker 2017 insgesamt weiter positiv. Demnach nahm die Beschäftigung weiter zu und die Arbeitslosigkeit blieb niedrig. „Das gilt – allerdings in unterschiedlichem Ausmaß – auch für Tätigkeiten, die unmittelbar oder mittelbar mit der Robotik und Automation in Verbindung zu bringen sind“, sagt Ilona Mirtschin von der BA. (siehe auch Interview „Qualifizierte Leute werden händeringend gesucht“ sowie die Berufs- und Arbeitsfelder „Kreativität ist gefragt“)

Positiver Blick in die Zukunft

Softwareentwickler stehen dabei besonders gut da. „Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Softwareentwickler ist in den letzten Jahren überdurchschnittlich gestiegen“, heißt es bei der BA. „Wir sehen bei Softwareentwicklern fast flächendeckend in Deutschland einen Fachkräftemangel beziehungsweise Fachkräfteengpässe“, führt Ilona Mirtschin aus.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Maschinenbauingenieure wuchs in den vergangenen Jahren ebenfalls stetig, während die Arbeitslosenquote 2017 unter vier Prozent lag. Bei den beschäftigten Elektrotechnikingenieuren blieben die Zahlen stabil, ebenso bei den Ingenieuren für Automatisierungstechnik.

„Wir glauben, dass der Bereich Robotik und Automation in den nächsten zehn Jahren weiter wachsen wird“, prognostiziert Patrick Schwarzkopf vom VDMA. „Deswegen sehen wir in diesem Feld auch gute Chancen für Hochschulabsolventen.“ Auf sie wartet eine spannende Branche: „Man kann kreativ sein, an neuen Technologien mitwirken, weltweit arbeiten und die Arbeitswelt der Zukunft mitgestalten.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwörter z. B. Robotik, Automation).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

 

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwörter z. B. Robotik, Automation).
www.studienwahl.de

 

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
jobboerse.arbeitsagentur.de

 

berufsfeld-info.de
Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen findest du im Teilberufsfeld „Mechatronik und Automatisierungstechnik“.

berufsfeld-info.de

 

Fachverband Robotik + Automation vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau
rua.vdma.org

 

Branchenmesse Automatica, eine internationale Fachmesse für Automation
automatica-munich.com

 

abi>> 08.10.2018

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