Boomende Branche

Ein weißer Roboter mit menschlichen Proportionen bewegt seine Arme nach oben.
Immer häufiger werden Roboter in Unternehmen eingesetzt. Mit der richtigen Programmierung können sie auch komplizierte Aufgaben übernehmen.
Foto: Martin Rehm

Robotik und Automation – Hintergrund

Boomende Branche

Immer mehr Unternehmen setzen auf Roboter – und brauchen dafür qualifizierte Mitarbeiter, die mit den elektronischen Kollegen umgehen können. Für Berufseinsteiger bietet der Bereich Robotik und Automation auch deswegen gute Chancen.

Anwendungen für Maschinen programmieren, die so clever sind, dass sie auch komplizierte Aufgaben übernehmen können: Das ist das Arbeitsgebiet von Artur Felic. Zunächst hatte der 31-Jährige Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) studiert, seit fünf Jahren ist er bei der CAS Software AG in der badischen Stadt tätig. Diese stellt Software her für verschiedene Unternehmen und Institutionen aus unterschiedlichen Branchen. Dazu zählen unter anderem die Automobilbranche, der Maschinen- und Anlagenbau, aber auch Hochschulen und Vereine.

„Robotik und Automation ist ein sehr spannender Bereich, weil wir hier noch viel ausprobieren und herausfinden können“, sagt der Informatiker, der bei CAS die Innovationsabteilung „CAS Future Labs“ leitet. „Wir suchen neue Technologien und Trends und prüfen, inwiefern wir sie für die Automation nutzen können.“ So hat das Labor etwa Virtual-Reality-Brillen angeschafft und überlegt, wie sie in der Praxis zum Einsatz kommen könnten. Auch Künstliche Intelligenz und neue Software-Algorithmen werden auf ihre Tauglichkeit für Automatisierungsprozesse hin überprüft.

„Die Branche boomt“, berichtet Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer für „Robotik + Automation“ beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Das gelte sowohl für die Produzenten von Robotern als auch für die Betriebe, die diese Maschinen nutzen. „Derzeit gibt es etwa 200.000 Roboter in der deutschen Industrie – und dieser Bestand steigt kontinuierlich.“

Starker Stand in Deutschland

Ein Porträt-Foto von Patrick Schwarzkopf

Patrick Schwarzkopf

Foto: privat

Besonders präsent ist dabei die Automobilindustrie. Doch auch mittelständische und kleinere Betriebe anderer Branchen gehen dazu über, ihre Produktion zu automatisieren. „Deutschland ist extrem stark robotisiert“, erklärt der VDMA-Experte. Ein wichtiger Indikator ist die sogenannte Roboter-Dichte. Damit wird beschrieben, wie viele Roboter auf wie viele Beschäftigte in der Industrie kommen. „In Deutschland ist der Wert mit über 300 Robotern pro 10.000 Beschäftigte sehr hoch und steigt seit Jahren“, weiß der Verbandssprecher. Im weltweiten Vergleich belegt Deutschland hier den dritten Platz nach Südkorea und Singapur – und den Spitzenplatz in Europa.

Ein wichtiger Grund für diesen Trend ist die Weiterentwicklung der Roboter. Früher konnten sie nur einfache, fest vorgeschriebene Aufgaben erledigen. „Heute haben die Maschinen mehr Sensoren und werden schlauer“, berichtet Patrick Schwarzkopf. Dadurch könnten sie auch auf unterschiedliche Situationen individuell reagieren und beispielsweise ein Stück nach rechts oder links ausweichen, wenn es in der Produktion notwendig ist.

Außerdem wird die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter intensiver. „Roboter assistieren den Menschen oft direkt und erleichtern ihnen die Arbeit“, sagt Patrick Schwarzkopf. Sie könnten etwa schwere Gewichte heben oder bei der anstrengenden Über-Kopf-Montage helfen, denn: „Roboter haben andere Stärken als Menschen.“ Ohne Menschen würde es aber auch nicht funktionieren, so Patrick Schwarzkopf: „Viele Aufgaben können Mitarbeiter aus Fleisch und Blut besser erfüllen. Darüber hinaus benötigt man Menschen, um die Roboter zu warten und fachmännisch mit ihnen zu interagieren.“

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Für die Unternehmen, die Roboter herstellen, bedeutet diese Entwicklung stetiges Wachstum. So legte die Branche beim Umsatz laut VDMA zwischen 2010 und 2017 jährlich um etwa zehn Prozent zu. 2017 war demnach ein Rekordjahr, in dem ein Umsatzvolumen von 14,5 Milliarden Euro erreicht wurde. Für 2018 geht VDMA „Robotik + Automation“ von einem weiteren Wachstum um neun Prozent auf 15,8 Milliarden Euro aus. Rund 60 Prozent der Produktion werden laut Patrick Schwarzkopf dabei exportiert.

Bei diesen Zahlen stimmt auch der Blick auf den Arbeitsmarkt optimistisch. Nach Angaben des Teams Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit (BA) entwickelte sich der Arbeitsmarkt für Akademiker 2017 insgesamt weiter positiv. Demnach nahm die Beschäftigung weiter zu und die Arbeitslosigkeit blieb niedrig. „Das gilt – allerdings in unterschiedlichem Ausmaß – auch für Tätigkeiten, die unmittelbar oder mittelbar mit der Robotik und Automation in Verbindung zu bringen sind“, sagt Ilona Mirtschin von der BA. (siehe auch Interview „Qualifizierte Leute werden händeringend gesucht“ sowie die Berufs- und Arbeitsfelder „Kreativität ist gefragt“)

Positiver Blick in die Zukunft

Softwareentwickler stehen dabei besonders gut da. „Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Softwareentwickler ist in den letzten Jahren überdurchschnittlich gestiegen“, heißt es bei der BA. „Wir sehen bei Softwareentwicklern fast flächendeckend in Deutschland einen Fachkräftemangel beziehungsweise Fachkräfteengpässe“, führt Ilona Mirtschin aus.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Maschinenbauingenieure wuchs in den vergangenen Jahren ebenfalls stetig, während die Arbeitslosenquote 2017 unter vier Prozent lag. Bei den beschäftigten Elektrotechnikingenieuren blieben die Zahlen stabil, ebenso bei den Ingenieuren für Automatisierungstechnik.

„Wir glauben, dass der Bereich Robotik und Automation in den nächsten zehn Jahren weiter wachsen wird“, prognostiziert Patrick Schwarzkopf vom VDMA. „Deswegen sehen wir in diesem Feld auch gute Chancen für Hochschulabsolventen.“ Auf sie wartet eine spannende Branche: „Man kann kreativ sein, an neuen Technologien mitwirken, weltweit arbeiten und die Arbeitswelt der Zukunft mitgestalten.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwörter z. B. Robotik, Automation).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

 

studienwahl.de
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwörter z. B. Robotik, Automation).
www.studienwahl.de

 

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
jobboerse.arbeitsagentur.de

 

berufsfeld-info.de
Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen findest du im Teilberufsfeld „Mechatronik und Automatisierungstechnik“.

berufsfeld-info.de

 

Fachverband Robotik + Automation vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau
rua.vdma.org

 

Branchenmesse Automatica, eine internationale Fachmesse für Automation
automatica-munich.com

 

 

Entwicklungsingenieurin

Ein Job, der glücklich macht

Yvonne Krieg hat am Ende ihrer Arbeit immer etwas in der Hand, das sie selbst geschaffen hat. Die 26-Jährige ist Entwicklungsingenieurin für optische Sensorsysteme bei der Ferchau Engineering GmbH in Stuttgart. Mit ihrer Tätigkeit hilft sie bei der Automatisierung von Produktionsanlagen.

Sehr präzise muss sie sein. Schließlich können kleinste Ungenauigkeiten das Ergebnis verfälschen. Yvonne Krieg entwickelt optische Sensorsysteme, also Sensoren, die in Maschinen und Produktionsanlagen eingebaut werden und dort unterschiedliche Dinge messen. „Das ist nicht nur eine sehr spannende Arbeit, sondern auch eine zukunftsweisende“, findet die 26-Jährige. „Immerhin spielen Sensoren in immer mehr Bereichen eine wichtige Rolle.“ Ein Beispiel etwa ist das autonome Fahren, bei dem Autos mithilfe von Sensoren Abstand zum Fahrzeug vor ihnen halten.

„Sensorik ist aktuell unheimlich im Wandel, da tut sich jede Menge“, erzählt die Ingenieurin. So habe es in Mobiltelefonen vor zehn Jahren kaum Sensoren gegeben – heute sind es viele. „Auch in zahlreichen anderen Produkten setzt man auf Sensoren“, weiß sie.

Interesse an diesem Fachgebiet hatte Yvonne Krieg schon früh. Nach ihrem Abitur entschied sie sich für ein Bachelorstudium der Mikrotechnologie an der Fachhochschule Zwickau. „Dort ging es um physikalische Effekte im Mikrobereich, wie der Sensorik.“ Anschließend absolvierte sie noch den Masterstudiengang „Photonic Engineering“ an der Universität Stuttgart und vertiefte ihr Wissen in der optischen und der Lasertechnik.

Individuelle Lösungen suchen

Ein Porträt-Foto von Yvonne Krieg

Yvonne Krieg

Foto: privat

Ihren Masterabschluss machte sie Ende 2015 und entdeckte eine Stellenausschreibung bei dem Unternehmen Ferchau in Stuttgart, die genau zu ihr passte. Und tatsächlich: Seit Januar 2018 arbeitet die 26-Jährige dort als Entwicklungsingenieurin im Bereich optische Systeme.

Doch was messen die Sensoren, für die Yvonne Krieg zuständig ist, eigentlich genau? Das hängt vom einzelnen Kunden ab. Die Entwicklungsingenieurin bespricht mit jedem Auftraggeber, was er sich vom Sensorsystem erhofft und welche Anforderungen dieses erfüllen muss. Dann plant sie die Systeme ganz individuell, mithilfe von Zeichnungen und im Labor.

Die optischen Systeme bestehen dabei stets aus einem Strahlengang und Kameras, die die Strahlen erfassen. „Ist eine Komponente verschmutzt oder steht in einem falschen Winkel, kann das die Messung verändern“, erklärt Yvonne Krieg. Deswegen prüft die 26-Jährige jeden Schritt und kann mit einem Computerprogramm Strahlengänge simulieren, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Viel Eigenverantwortung

Yvonne Kriegs Job ist dabei durchaus vielfältig. Und: „Ich habe sehr viel Eigenverantwortung.“ Sie kommuniziert für ihre Bauteile direkt mit Lieferanten und spricht sich mit den Informatikern ab, die für die Softwareentwicklung der Sensorsysteme zuständig sind.

Überhaupt ist Kommunikation ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. „Bei jedem Projekt arbeiten immer verschiedene Spezialisten zusammen, da muss man sich austauschen und die anderen über die eigenen Fortschritte oder Probleme informieren“, erklärt sie. Vieles davon läuft über E-Mails, die Yvonne Krieg morgens gleich als erstes liest und beantwortet. Außerdem bereitet sie regelmäßig Präsentationen vor, um Kunden und Kollegen im Unternehmen über den Stand ihrer Arbeit zu informieren.

„Mir macht es enorm viel Spaß, an diesen Projekten zu arbeiten, denn am Ende habe ich etwas in der Hand, das ich selbst geschaffen habe. Das macht mich glücklich.“ Deswegen möchte die 26-Jährige auf alle Fälle im Bereich Sensorik weiterarbeiten. „Ich kann hier noch viel lernen, vor allem was die fächerübergreifende Arbeit betrifft“, führt sie aus.

Eines ist ihr zudem bereits früh klar geworden: „Am wichtigsten ist in diesem Job, wie man mit Problemen umgeht“, sagt sie. „Man darf nicht frustriert sein, wenn etwas nicht klappt, sondern muss weiterdenken und eine Lösung finden. Oft hilft dabei Kreativität.“

 

Controller

Täglich roboten gehen? Gerne!

Angebote kalkulieren, Analysen erstellen, Budgets planen: Thomas Meßmer arbeitet als Controller bei KUKA in Augsburg. Dort hat der 25-Jährige unter anderem die Produktion von Robotern für die Automobilbranche im Blick.

Für viele Menschen ist die Branche, in der Thomas Meßmer arbeitet, wahrscheinlich eine, die nach Zukunft klingt: Der 25-Jährige ist seit Mai 2018 in seiner Heimatstadt bei einem der Marktführer auf dem Gebiet Robotik und Automation tätig.

Aber der Reihe nach. Aufgewachsen ist Thomas Meßmer im bayerisch-schwäbischen Augsburg. Dort machte er 2012 sein Abitur. „Ich hatte schon immer eine Affinität zu Autos und wollte deshalb auch etwas in Zusammenhang mit dieser Branche machen“, erinnert er sich. Dabei stieß er schnell auf das Unternehmen KUKA, das seinen Hauptsitz in Augsburg hat. KUKA ist ein international tätiger Automatisierungskonzern und zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Robotik sowie Anlagen- und Systemtechnik – auch für die Automobilbranche.

Einstieg übers Praktikum

„Sobald man sich mit der Produktion von Kraftfahrzeugen auseinandersetzt, begegnet man unweigerlich den orangefarbenen KUKA-Robotern aus Augsburg“, bestätigt Thomas Meßmer. „Wenn man dann auch noch in Augsburg geboren ist, ist ‚Robotik und Automation‘ natürlich ein Begriff.“

Thomas Meßmer hatte die Branche früh im Blick. Für sein Studium entschied er sich dennoch für ein wirtschaftliches Fach: An der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Neu-Ulm absolvierte er einen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre.

Während des Studiums sei Automation ein wichtiger Begriff gewesen, berichtet der 25-Jährige, auch wenn es weniger um die technische Seite, sondern mehr um die wirtschaftliche Betrachtung ging. Richtungsweisend war schließlich ein Praktikum, das er im Jahr 2016 bei KUKA absolvierte: Ein halbes Jahr lang arbeitete der BWL-Student damals im Bereich „Finance & Controlling“. Besonders gut gefielen ihm dabei die analytischen Aufgabengebiete und die damit verbundene Verantwortung. Außerdem knüpfte er wichtige Kontakte für seinen Berufseinstieg.

Kein Tag ist gleich

„Ich bin Controller für den Bereich Automotive für den Wirtschaftsraum Europa, Arabien und Afrika.“ Was das genau bedeutet? „Einfach ausgedrückt: Ich habe ein Auge auf das Roboter- und Linearachsengeschäft mit großen Automobilherstellern.“ Dabei muss er für einzelne Projekte Angebote kalkulieren, Analysen erstellen und Budgets planen.

„Im Grunde genommen ist kein Tag gleich“, sagt er. Der Job bestehe nur zu einem gewissen Anteil aus wiederkehrenden Tätigkeiten. „Somit begegne ich immer wieder neuen Aufgabenstellungen, die gerade für mich als noch relativ neuen Mitarbeiter stets herausfordernd sind.“ Genau das macht ihm aber auch Spaß, weil die Arbeit dadurch vielseitig bleibt.

Schnell in der Praxis gelernt

Das BWL-Studium bereitete ihn zwar nicht auf die technischen Aspekte seines Jobs vor. Er habe dann aber in der Praxis relativ schnell gelernt, aus welchen Bestandteilen ein Roboter grob besteht und für welche Automationsanwendung die einzelnen Robotertypen verwendet werden können. „Ich denke, gerade für jemanden wie mich, der hauptsächlich mit Zahlen arbeitet, ist es wichtig zu wissen, welche Produkte und Dienstleistungen hinter den Berechnungen und Daten stecken“, findet er.

Die Wahl seines Jobs war für Thomas Meßmer die richtige Entscheidung. „Ich arbeite in einem Unternehmen, das Teil einer zukunftsweisenden Branche ist und zu den größten Akteuren am Markt gehört.“ Beruflich will er sich dort stets weiterentwickeln. „Doch wo genau das hinführen wird, kann ich heute noch nicht sagen.“

 

Robotik und Automation - Interview

„Qualifizierte Leute werden händeringend gesucht“

Was muss man beachten, wenn man als Berufseinsteiger in die Robotik und Automation möchte? Und wie sind die Karrierechancen in diesem Tätigkeitsfeld? Antworten darauf gibt Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer im Bereich „Robotik + Automation“ beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

abi>> Herr Schwarzkopf, welche aktuellen Entwicklungen und Trends prägen die Branche?

Patrick Schwarzkopf: Die Branche wächst sehr stark – und zwar weltweit. 2017 wurden 31 Prozent mehr Industrieroboter verkauft als im Jahr zuvor. Wir gehen davon aus, dass der Boom der Robotik und Automation viele Jahre anhält. Die Roboter, die traditionell oft hinter Schutzzäunen vor sich hinarbeiteten, können jetzt auch direkt mit Menschen zusammenarbeiten. Diese Roboter nennen sich „Cobots“ (Anm. d. Red.: kollaborative Roboter), die dann zum maschinellen Kollegen werden, der schwere Sachen hält oder auf andere Weise unterstützt. Mensch und Maschine arbeiten dann „Hand in Hand“. Anstatt an einem Platz festgeschraubt zu sein, bewegen sich die Roboter nun recht frei in den Fabriken – werden also mobil. Und die vernetzte Kommunikation, die wir in unserem privaten Alltag erleben, finden wir auch immer häufiger in den Fabriken, wo Roboter, Maschinen und Menschen enger zusammenarbeiten und vernetzt sind. Das heißt dann Industrie 4.0.

abi>> Welche Voraussetzungen, Eigenschaften und (Soft) Skills sollte man für den Bereich Robotik und Automation mitbringen?

Ein Porträt-Foto von Patrick Schwarzkopf

Patrick Schwarzkopf

Foto: privat

Patrick Schwarzkopf: Wer eher technisch orientierte Aufgaben anstrebt, dem hilft ein mathematisch-naturwissenschaftliches Fundament. Schließlich handelt es sich um eine Hightech-Branche. Aber es ist auch ein sehr kreatives und dynamische Betätigungsfeld, in dem ständig an Innovationen getüftelt wird. Es sollte einem also Spaß machen, neue Dinge zu entwickeln. Die Robotik und Automation ist außerdem eine ganz und gar internationale Branche. Sprachkenntnisse, interkulturelle Kompetenzen, Kommunikationsfähigkeit, Teamgeist und die Lust am Reisen sind ganz wichtig.

abi>> Können Sie Tipps für den Berufseinstieg geben?

Patrick Schwarzkopf: Man sollte an den oben genannten Skills arbeiten. Auslandsaufenthalte sind eine prima Vorbereitung. Ein Praktikum in einem Unternehmen aus der Robotik und Automation ist unbedingt empfehlenswert. Ganz wichtig: ein Besuch unserer Website www.talentmaschine.de.

abi>> Mit welchen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt rechnen Sie?

Patrick Schwarzkopf: Das klingt jetzt vielleicht überraschend, aber wir erwarten einen immer stärkeren Fachkräftemangel. Die sogenannte Baby-Boomer-Generation wird bald in Rente gehen und riesige Lücken hinterlassen. Qualifizierte Leute werden also in den nächsten zehn bis 20 Jahren händeringend gesucht!

 

Robotik und Automation – Berufs- und Arbeitsfelder

Kreativität ist gefragt

Du würdest gerne Roboter planen und bauen, entsprechende Software programmieren oder neue Sensor-Mess-Systeme entwickeln? Oder reizt es dich mehr, beim Aufbau von automatisierten Produktionsketten dabei zu sein? abi>> stellt dir einige Studien- und Ausbildungsberufe im Bereich Robotik und Automation vor.

Studienberufe:

Informatiker/in

Aufgaben:
Hard- und Software entwickeln, programmieren und modifizieren, insbesondere im Zusammenhang komplexer Informations-, Kommunikations- und Steuerungssysteme; Aufgaben in einem der vier klassischen Teilbereiche der Informatik, der theoretischen oder praktischen Informatik, der technischen oder angewandten Informatik übernehmen; Systemadministration

Mögliche Arbeitgeber:
Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche, öffentliche Verwaltung

Mehr zum Studienberuf „Informatiker/in“ auf BERUFENET >>

Ingenieur/in – Automatisierungstechnik

Aufgaben:
Systeme entwickeln und betreuen, die technische Prozesse automatisch steuern und regeln; Montage und Inbetriebnahme leiten und den Betrieb der Anlagen überwachen; Produktentwicklung und Vertrieb; technische Kundenberatung; Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung sowie Betriebsorganisation

Mögliche Arbeitgeber:
Betriebe der Elektroindustrie, des Maschinen- und Fahrzeugbaus und der Energieversorgung, Rundfunkveranstalter z. B. im Bereich Sendetechnik, Hersteller von Computern oder elektromedizinischen Geräten, Ingenieurbüros und Softwareanbieter, teilweise auch Krankenhäuser (etwa im Bereich Haustechnik)

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Ingenieur/in – Elektrotechnik

Aufgaben:
elektrotechnische Produkte entwickeln und konstruieren; leitende Funktionen in der Fertigung, im Betrieb oder im Vertrieb von Erzeugnissen und Dienstleistungen der Informations- und Telekommunikationstechnik übernehmen; ebenso in der elektrischen Energietechnik, der Automatisierungstechnik oder der Mikroelektronik

Mögliche Arbeitgeber:
Betriebe der Elektroindustrie, Betriebe des Maschinen- und Fahrzeugbaus, der Luft- und Raumfahrtindustrie und der Energieversorgung, Hersteller von elektromedizinischen Geräten, Softwareanbieter und Ingenieurbüros für technische Fachplanung, in Forschung und Entwicklung, z. B. in den Bereichen Medizin oder Umwelt

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Ingenieur/in – Maschinenbau

Aufgaben:
Maschinen und Anlagen entwickeln, projektieren und konstruieren; Produktionsplanung und -steuerung; Qualitätssicherung; Kundenservice oder Vertrieb

Mögliche Arbeitgeber:
Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus, des Elektromaschinen- und Fahrzeugbaus sowie Energieversorgungsunternehmen, Hersteller von Geräten der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, der Medizintechnik, Ingenieurbüros für technische Fachplanung

Mehr zum Studienberuf „Ingenieur/in – Maschinenbau“ auf BERUFENET >>

Ingenieur/in – Robotik, Autonome Systeme

Aufgaben:
interaktive und sensorgeführte Maschinen sowie Roboter und intelligente Assistenzsysteme für unterschiedliche Einsatzbereiche konzipieren, entwickeln und programmieren; Beratung und Consulting für kognitive Robotik, Sensorik und Mensch-Roboter-Interaktion

Mögliche Arbeitgeber:
Betriebe der Automatisierungstechnik, des Maschinen- und Fahrzeugbaus, der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Mikroelektronik- und Elektroindustrie, Hersteller von Steuerungssystemen, Unternehmen der pharmazeutischen und chemischen Industrie

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Ausbildungsberufe:

Elektroniker/in – Automatisierungstechnik

Aufgaben:
Errichtung, Änderung und Erweiterung komplexer Automatisierungssysteme; Montage und Installation von Komponenten; Konfiguration und Programmierung der Systeme sowie deren Test und Inbetriebnahme

Mögliche Arbeitgeber:
Hersteller industrieller Prozesssteuerungseinrichtungen, Betriebe der Elektroinstallation, alle Unternehmen, die Automatisierungslösungen einsetzen

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Informatikkaufmann/-frau

Aufgaben:
informations- und telekommunikationstechnische Systeme beschaffen und verwalten; Benutzeranforderungen ermitteln; Anwendungslösungen planen und erstellen und für die Beratung und Schulung der Anwender sorgen; Wirtschaftlichkeit und kunden- oder nutzerorientierte Organisation von Projekten sicherstellen

Mögliche Arbeitgeber:
Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche

Mehr zum Ausbildungsberuf „Informatikkaufmann/-frau“ auf BERUFENET >>

Mechatroniker/in

Aufgaben:
Bau mechanischer, elektrischer und elektronischer Komponenten; Montagedieser Komponenten zu komplexen Systemen; Installation von Steuerungssoftware; Instandhaltung der genannten Systeme

Mögliche Arbeitgeber:
Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus beziehungsweise der Automatisierungstechnik, Betriebe des Fahrzeug-, Luft- und Raumfahrzeugbaus, Hersteller von Medizintechnik

Mehr zum Ausbildungsberuf „Mechatroniker/in“ auf BERUFENET >>

 

 

Branchenumfrage

Einstellungspraxis: Robotik und Automation

Folgende Firmen haben sich an unserer Branchenumfrage beteiligt und zu ihrer Einstellungspraxis Angaben gemacht:

Wittmann Robot Systeme GmbH

Kontakt

www.wittmann-group.com/de_de.html

Ansprechpartner:
Michael Tolz,
Technische Leitung/
Niederlassungsleiter Nürnberg

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss
143 Mitarbeiter, 15 mit Hochschulabschluss, 32 Techniker

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
15 Mitarbeiter, 1 mit Hochschulabschluss, 5 Techniker

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Vertrieb, Service, Konstruktion

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)
Mechatroniker/in, Maschinenbautechniker/in, Maschinenbau-Ingenieure/-innen

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse 

Teilweise Schul- und Studienabgänger ohne Erfahrung; im Vertrieb mit Vertriebserfahrung

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten 
Nein

Abschlussarbeiten möglich?
Ja, Studierende mit Studien- oder Abschlussarbeit werden fast immer übernommen

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ZEISS Gruppe

Kontakt

www.zeiss.de
www.zeiss.de/karriere 

Ansprechpartnerin:
Annika Morassi, Employer Branding, Corporate Human Resources

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss 
Deutschlandweit aktuell rund 12.000 Mitarbeiter, davon rund die Hälfte Akademiker

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
Ca. 2.500 Mitarbeiter

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Aktuell Halbleiterfertigungstechnik

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)
Pro Jahr unter 500; aktuell rund 100 offene Stellen (technisch und kaufmännisch)

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse
Bewerber müssen fachlich und persönlich zu ZEISS passen, sich mit dem Unternehmen identifizieren können und es ideal ergänzen.

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten
Ausbildungsangebot umfasst technische und kaufmännische Ausbildungsberufe und duale Studiengänge.

Einstiegsmöglichkeiten konkret für Abiturienten: Praktika (auch international), Berufsausbildung, Abschlussarbeiten/Werkstudierendentätigkeiten und duale Studiengänge.

Ausbildungsberufe sind z. B. Feinoptiker/in, Industriemechaniker/in, Mechatroniker/in, Zerspaner/in, Kaufleute, Fachinformatiker/in u. a.

Studienrichtungen sind z. B. Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Informatik/Softwareentwicklung, Naturwissenschaften, Maschinenbau, Physik/Optik, Medizintechnik u. a.

Abschlussarbeiten möglich?
Ja

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Daimler AG

Kontakt

www.daimler.com/karriere

Ansprechpartnerin:
Ricarda Krawinkel, Corporate Communications,
Human Resources and External Affairs

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss
172.089 in Deutschland (Stand: 31.12.2017) / k. A.

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
Im Jahr 2017 ist der Personalstand im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (+ 2 Prozent).

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Mercedes-Benz Cars

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen)
Talente aus unterschiedlichen Bereichen und mit verschieden Abschlüssen

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse
Abhängig vom jeweiligen Fachbereich

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten
Siehe
www.daimler.com/karriere  

Abschlussarbeiten möglich?
Ja

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Eisenmann SE

Ansprechpartnerin:
Katrin Renz, Corporate Sales & Marketing

Mitarbeiter / davon mit Hochschulabschluss
3.200 / circa 2.400 (75 Prozent)

Einstellungsbedarf an Mitarbeitern / Hochschulabsolventen pro Jahr
mindestens 50

Geschäftsfelder mit dem größten Einstellungsbedarf
Konstruktion, Projektmanagement, Softwareentwicklung

Gesuchte Absolventen (Berufsausbildung, Studienfachrichtungen) 
Maschinenbau, Mechatronik, Elektrotechnik, Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik

Einstellungskriterien / geforderte Spezialkenntnisse 
Begeisterung für Technik; Querdenker mit Entwicklungsgeist, Zielorientierung und Flexibilität / geforderte Spezialkenntnisse: je nach Stelle

Angebotene Ausbildungen für Abiturienten / Duale Studiengänge / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten 
Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechatronik, Informatik, Informationstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik / andere Einstiegsmöglichkeiten für Abiturienten: Vor- und Grundpraktikum

Abschlussarbeiten möglich?
Ja, zusätzlich auch Praktika und Werkstudierendentätigkeit

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abi» Animation

„Wir sind die Roboter – dudududuu …“

Von den Electronica-Pionieren „Kraftwerk“ bereits 1978 mit einem unwiderstehlichen Ohrwurm geadelt, sind Roboter 40 Jahre später längst keine seltene Attraktion mehr. Zu großer Zahl bevölkern sie moderne Fertigungshallen, bearbeiten Zellkerne in Laboren und fliegen sogar ins All. Aber wann schlug eigentlich die Geburtsstunde der cleveren Maschinen? Die abi>> Animation präsentiert: die Geschichte der Roboter!

 


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Stand: 26.05.2019