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„Qualifizierte Leute werden händeringend gesucht“

Eine Mechatronik-Studentin posiert mit einem menschenähnlichen Roboter.
Die Robotik und Automationsbranche boomt. Roboter werden zukünftig direkt mit den Menschen zusammenarbeiten.
Foto: Christof Stache

Robotik und Automation - Interview

„Qualifizierte Leute werden händeringend gesucht“

Was muss man beachten, wenn man als Berufseinsteiger in die Robotik und Automation möchte? Und wie sind die Karrierechancen in diesem Tätigkeitsfeld? Antworten darauf gibt Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer im Bereich „Robotik + Automation“ beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

abi>> Herr Schwarzkopf, welche aktuellen Entwicklungen und Trends prägen die Branche?

Patrick Schwarzkopf: Die Branche wächst sehr stark – und zwar weltweit. 2017 wurden 31 Prozent mehr Industrieroboter verkauft als im Jahr zuvor. Wir gehen davon aus, dass der Boom der Robotik und Automation viele Jahre anhält. Die Roboter, die traditionell oft hinter Schutzzäunen vor sich hinarbeiteten, können jetzt auch direkt mit Menschen zusammenarbeiten. Diese Roboter nennen sich „Cobots“ (Anm. d. Red.: kollaborative Roboter), die dann zum maschinellen Kollegen werden, der schwere Sachen hält oder auf andere Weise unterstützt. Mensch und Maschine arbeiten dann „Hand in Hand“. Anstatt an einem Platz festgeschraubt zu sein, bewegen sich die Roboter nun recht frei in den Fabriken – werden also mobil. Und die vernetzte Kommunikation, die wir in unserem privaten Alltag erleben, finden wir auch immer häufiger in den Fabriken, wo Roboter, Maschinen und Menschen enger zusammenarbeiten und vernetzt sind. Das heißt dann Industrie 4.0.

abi>> Welche Voraussetzungen, Eigenschaften und (Soft) Skills sollte man für den Bereich Robotik und Automation mitbringen?

Ein Porträt-Foto von Patrick Schwarzkopf

Patrick Schwarzkopf

Foto: privat

Patrick Schwarzkopf: Wer eher technisch orientierte Aufgaben anstrebt, dem hilft ein mathematisch-naturwissenschaftliches Fundament. Schließlich handelt es sich um eine Hightech-Branche. Aber es ist auch ein sehr kreatives und dynamische Betätigungsfeld, in dem ständig an Innovationen getüftelt wird. Es sollte einem also Spaß machen, neue Dinge zu entwickeln. Die Robotik und Automation ist außerdem eine ganz und gar internationale Branche. Sprachkenntnisse, interkulturelle Kompetenzen, Kommunikationsfähigkeit, Teamgeist und die Lust am Reisen sind ganz wichtig.

abi>> Können Sie Tipps für den Berufseinstieg geben?

Patrick Schwarzkopf: Man sollte an den oben genannten Skills arbeiten. Auslandsaufenthalte sind eine prima Vorbereitung. Ein Praktikum in einem Unternehmen aus der Robotik und Automation ist unbedingt empfehlenswert. Ganz wichtig: ein Besuch unserer Website www.talentmaschine.de.

abi>> Mit welchen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt rechnen Sie?

Patrick Schwarzkopf: Das klingt jetzt vielleicht überraschend, aber wir erwarten einen immer stärkeren Fachkräftemangel. Die sogenannte Baby-Boomer-Generation wird bald in Rente gehen und riesige Lücken hinterlassen. Qualifizierte Leute werden also in den nächsten zehn bis 20 Jahren händeringend gesucht!

abi>> 08.10.2018

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