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Im Spielzeugland

Plüschtiere im Kaufhaus
Rund 70.000 neue Produkte kommen in der Spielwarenindustrie jedes Jahr auf den Markt.
Foto: Michael Neuner

Spielwarenindustrie

Im Spielzeugland

Beim Stichwort Spielzeug denken die meisten sofort an ein fröhliches Kunterbunt aus Bauklötzen, Plüschtieren, Blechautos und Co. Fast genauso vielfältig wie beim Sortiment, präsentiert sich die mehrheitlich klein- und mittelständisch geprägte Spielwarenbranche in puncto Berufsmöglichkeiten.

Sebastian Kornblum arbeitet im fränkischen Schwabach als Produktmanager beim Spielwarenhersteller BRIO, der seit Kurzem zur Ravensburger AG gehört. Seit Juli 2015 ist der 33-Jährige dort für den Aufbau des Produktmanagements in Deutschland verantwortlich. „Ich positioniere das schwedische BRIO-Sortiment im deutschen Markt“, fasst er seine Arbeit zusammen.

Mit dem Ohr am Markt

Ein Porträt-Foto von Sebastian Kornblum

Sebastian Kornblum

Foto: Privat

Dazu ist er auch mit dem Außendienst unterwegs: „Ich bin mit dem Ohr am Markt, um die Bedürfnisse der Händler und Endkunden zu verstehen: Wie treffen Eltern ihre Kaufentscheidung, wenn es zum Beispiel um eine Kinderrassel geht? Und wie schaffen wir es, die Marke BRIO erfolgreich am Verkaufspunkt zu inszenieren?“ Hierfür analysiert er Markt- und Verkaufszahlen und beobachtet Mitbewerber. „Ich untersuche, wie der deutsche Markt funktioniert, um Strategien für zukünftiges Wachstum zu entwickeln“, erklärt er. Die dabei entstehenden Ideen fließen in die Produktentwicklung mit ein. „Hier arbeite ich eng mit den Produktdesignern in Schweden zusammen.“
In seinem Studium „International Business Studies“ an der Universität Paderborn entschied sich Sebastian Kornblum für den Schwerpunkt Marketing: „Mich interessierten besonders die Schnittstellen zur Statistik, Marktforschung und IT“, erinnert er sich. Nach seinem Abschluss startete er zunächst bei einem Sportartikelhersteller ins Berufsleben, bevor er 2010 in die Spielwarenbranche zu Ravensburger und schließlich zu BRIO wechselte. „BRIO kenne ich aus meiner Zeit im Bereich Unternehmensentwicklung bei der Ravensburger AG“, erklärt der Diplom-Kaufmann.

Analysefähigkeit und Kreativität

Wichtig für Sebastian Kornblums Arbeit ist ein feines Gespür für Zahlen und Produkte sowie das Bewusstsein dafür, in einer international agierenden Firma zu arbeiten. „Kreativität und analytisches Denken sind gleichermaßen wichtig. Doch was nützt die beste Produktidee, wenn sie zu teuer, technisch nicht umsetzbar oder nur für bestimmte Märkte relevant ist? Man muss in der Lage sein, eine globale Perspektive einzunehmen und zwischen verschiedenen Interessen vermitteln können“, führt er aus. Beim mittelständischen Unternehmen gefällt ihm vor allem die Aufgabenvielfalt: „Ich habe den Überblick auf das gesamte Geschäft und erlerne so unternehmerisches Denken.“

Herstellung und Einzelhandel

Sebastian Kornblum arbeitet wie über 10.000 andere sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in einem der beiden Bereiche der Spielwarenbranche: der Spielwarenherstellung. 2014 waren knapp 10.000 weitere Menschen im anderen Bereich tätig, dem Spielwareneinzelhandel. Christian Mackenrodt, Arbeitsmarktexperte bei der Bundesagentur für Arbeit, erläutert: „Im verarbeitenden Gewerbe, darunter findet sich die Spielwarenherstellung, übte rund jeder Vierte eine Tätigkeit aus, die in der Regel einen Hochschulabschluss erfordert. Dieser Akademikeranteil entspricht jenem der Gesamtwirtschaft. Dagegen wird im Einzelhandel – auch für Spielwaren – nur bei rund jedem Zehnten eine Qualifikation gefordert, die über eine Ausbildung hinausgeht.“

In der Branche finden sich zudem verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten. „Im Berichtsjahr 2013/2014 waren es im Bereich Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren 1.800 Ausbildungsplätze sowie 4.100 in der Herstellung von sonstigen Waren, darunter Spielwaren“, weiß der BA-Experte. „Wie in der Gesamtwirtschaft hat sich im verarbeitenden Gewerbe und im Einzelhandel die Zahl der gemeldeten offenen Stellen in der letzten Zeit positiv entwickelt.“

Das Große im Kleinen abbilden

Ein Porträt-Foto von Ulrich Brobeil

Ulrich Brobeil

Foto: Privat

Laut Statistischem Bundesamt produzierte die deutsche Spielwarenbranche 2014 Waren im Wert von rund 1,58 Milliarden Euro. Dahinter stehen über eine Million unterschiedliche Erzeugnisse bei jährlich rund 70.000 Produktneueinführungen. „Die Spielwarenindustrie bildet das Große im Kleinen ab und hält daher Schritt mit der generellen gesellschaftlich-technologischen Entwicklung“, erklärt Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie e.V. (DVSI), diesen Innovationsgeist.

„Einen klassischen Berufseinstieg in die Spielwarenbranche gibt es nicht. Wichtig für Interessierte sind vielmehr die Freude am Thema sowie Neugierde und Kreativität“, macht Ulrich Brobeil deutlich. In den häufig klein- und mittelständisch geprägten Unternehmen überwiegen oft nicht-akademische Ausbildungen. „Bei den großen Herstellern findet sich eine Vielzahl von Berufen. In Deutschland liegt der Schwerpunkt im Marketing, Vertrieb und Produktmanagement. Außerdem ist die Produktsicherheit wichtig. Kinderspielzeuge gehören zu den am besten regulierten Konsumgütern überhaupt“, erläutert der DVSI-Geschäftsführer.

„Die Branche erlebte in den letzten Jahren eine positive wirtschaftliche Entwicklung“, freut sich Ulrich Brobeil und blickt in die Zukunft: „Neue Technologien wie das App-gesteuerte Modellauto gewinnen an Bedeutung. Und der Online-Handel überflügelt zunehmend das stationäre Fachgeschäft. Gleichzeitig wird sich die internationale Verflechtung verstärken – in der Produktion wie beim Export.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchworte z. B. Spielwaren, BWL).
www.berufenet.arbeitsagentur.de


studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchworte z. B. Spielwaren, BWL).
www.studienwahl.de


JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de


DVSI – Deutscher Verband der Spielwarenindustrie e.V

www.dvsi.de


Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels e.V. (BVS)

www.bvt-ev.de/spielwaren

 

SpieleGilde – Verband der Spielebranche e.V.

Portal des Netzwerks SpieleGilde für die Bereiche moderne Spieltechnologien (z. B. Onlinegames) und klassische Spielemedien (Karten- und Brettspiele).
www.spielegilde.org


Wir machen Spielzeug e.V.

Verein für Spielzeug-Kleinhersteller und -manufakturen
www.wirmachenspielzeug.de


Stiftung Digitale Spielekultur GmbH

Stiftung, die sich digitalen Spielen widmet und unter anderem den „Deutschen Computerspielpreis“ verleiht.
www.stiftung-digitale-spielekultur.de

abi>> 22.10.2015

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