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Branche mit und in Bewegung

Zwei Frauen treiben Gymnastik auf einer Wiese. Foto: Meramo Studios
Fit und gesund - die passenden Klamotten gibt's von Unternehmen der Sportwirtschaft.
Foto: Meramo Studios

Sportwirtschaft - Hintergrund

Branche mit und in Bewegung

Um in der Sportwirtschaft zu arbeiten, muss man nicht unbedingt eine Sportskanone sein. Fachwissen sollte man jedoch mitbringen. Gefragt sind in der Branche etwa Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure, aber auch Absolventen anderer Fachbereiche.

Ruben Berberich kam über eine Stellenausschreibung zum Saarbrücker Kampfsportverein SFBC 09 e.V. „Ich leite hier die Abteilung Fitness und Rehabilitation“, berichtet er. Verantwortlich ist der 34-Jährige unter anderem für die Personal- und Budgetplanung des Fitnessstudios. Außerdem leitet er im Reha-Sport Kurse für Menschen, die vom Arzt sportliche Betätigung verschrieben bekommen haben. Der Diplom-Sportlehrer hat sich bewusst gegen den Schuldienst entschieden und wollte von Anfang an lieber im Reha-Bereich arbeiten. „Man muss für meine Arbeit zum einen Fachwissen aus der Sportwissenschaft mitbringen, zum anderen aber auch die Lust, mit Menschen zusammenzuarbeiten – egal woher sie kommen oder welchen Fitnessstand sie haben.“

Porträtfoto von Ruben Berberich. Foto: Privat

Ruben Berberich

Foto: privat

Studiert hat der Sportbegeisterte an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Während er seine Diplomarbeit in Sportwissenschaften schrieb, engagierte er sich in der Kinder- und Jugendarbeit. Nach dem Studienabschluss ging er in die orthopädische Rehabilitation, betreute ein hochschulinternes Fitnessstudio, arbeitete bei der Jugendhilfe und landete schließlich beim SFBC, der eine eigene Abteilung für Gewaltprävention hat.

Mehr Beschäftigte in allen Bereichen

Vereine sind nur ein Teil der weiten Branche der Sportwirtschaft, zu der unter anderem auch Sportartikelhersteller, der Sportfachhandel und der Betrieb von Sportstätten gehören. Sie alle profitieren von der Lust auf Bewegung – aktiv oder passiv. Denn auch wer sich nicht selbst auf dem Platz austobt, kann sich für Sport begeistern. Das beweisen zum Beispiel die Public Viewings während der Fußball-Welt- und Europameisterschaften, bei denen zigtausend Menschen auf einer Welle der Euphorie reiten.

Diese Sportbegeisterung wirkt sich auch monetär aus. Laut der Veröffentlichung „Die ökonomische Bedeutung des Sports in Deutschland“, herausgegeben 2018 von der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), trug der Sport in Deutschland im Jahr 2015 mit knapp 70 Milliarden Euro zum gesamtwirtschaftlichen Bruttoinlandsprodukt bei. Das entsprach einem Anteil von rund 2,3 Prozent. Zudem zählte die Sportwirtschaft etwa 1,2 Millionen Beschäftigte – die zahlreichen ehrenamtlich Engagierten ausgenommen.

Bei der Zahl der Beschäftigten ist die Tendenz steigend. „Die wichtigsten Bereiche, die sich direkt dem Sport zuordnen lassen, verzeichneten zwischen 2013 und 2017 überdurchschnittliche Beschäftigungszuwächse“, berichtet Ilona Mirtschin, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit. So erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Unternehmen, die Sportgeräte herstellen, um 32 Prozent auf 5.200. Der Einzelhandel für Sport- und Campingartikel stockte seine Mitarbeiterzahl um 10 Prozent auf 26.700 auf, die Sportvereine um 29 Prozent auf 28.300, Fitnesszentren um 43 Prozent auf 28.400. „Lediglich beim Betrieb von Sportanlagen war das Beschäftigungswachstum nicht so stark: Es stieg aber immerhin um sieben Prozent auf 34.300“, sagt Ilona Mirtschin.

Schub durch Fußball-WM?

Diese positive Entwicklung wird auch beim Blick auf typische „Sportberufe“ deutlich. Zwischen 2013 und 2017 erhöhte sich auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Sportlehrer und Trainer um 23 Prozent auf 37.400. Die Zahl der Arbeitslosen stieg gleichzeitig kaum an. Auch Sport- und Fitnesskaufleute sowie Sportmanager waren in den vergangenen Jahren stark nachgefragt: Ihre Zahl wurde um ein Drittel auf 12.500 aufgestockt. 2017 gab es bei der Bundesagentur für Arbeit allein für diese Berufsgruppe 250 gemeldete Stellen, 128 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die anstehende Fußballweltmeisterschaft wird der Sportwirtschaft sicherlich einen weiteren Schub geben. Angespornt durch die sicherlich guten Leistungen der deutschen Nationalelf werden die sportlichen Freizeitaktivitäten dieses Jahr wahrscheinlich weiter zunehmen. Die Sportwirtschaft freut’s.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort z. B. Sport).

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort z. B. Sport).

www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen.

www.kursnet.arbeitsagentur.de

berufsfeld-info

www.berufsfeld-info.de

Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft e.V. (dvs)

www.sportwissenschaft.de

Verband für Sportökonomie und Sportmanagement in Deutschland

http://vsd-online.de

vds – Verband Deutscher Sportfachhandel e.V.

www.vds-sportfachhandel.de

Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI)

www.bsi-sport.de

Zahlen und Fakten zur Sportwirtschaft vom BMWi

www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Wirtschaft/zahlen-fakten-sportwirtschaft.html

 

abi>> 19.04.2018

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