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"Technisches und kaufmännisches Know-how verbinden"

Notebook liegt eingeschaltet in Einkaufswagen im Supermarkt neben Waren des taeglichen Bedarfs
Auch Lebensmittel werden in Zukunft vermehrt via Online-Handel bezogen
Foto: Martin Rehm

Interview

"Technisches und kaufmännisches Know-how verbinden"

Franziska Gräfe ist Sprecherin des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh). Mit abi>> sprach sie über aktuelle Entwicklungen und Trends in der Branche.

abi>> Zahlreiche Online-Händler haben ihre Shops technisch inzwischen so gestaltet, dass sie von mobilen Endgeräten aufgerufen werden können. Ist dies ein derzeitiger Trend in der Branche?

Ein Porträt-Foto von Franziska Gräfe

Franziska Gräfe

Foto: Privat

Franziska Gräfe: Ja. Die flächendeckende Nutzung von Tablets und Smartphones ist seit zwei, drei Jahren aktuell. Die Händler haben ihre Webshops entsprechend angepasst, etwa durch Responsive Design. Diese Technologie beinhaltet unter anderem, dass eine Website erkennt, von welchem Gerät aus auf sie zugegriffen wird. Wird ein Webshop beispielsweise von einem Smartphone aufgerufen, ist die Darstellung eine andere, als wenn man den heimischen PC benutzt.

abi>> Viele Verbraucher bestellen und senden anschließend Ware zurück. Wird in der Branche diskutiert, wie sich die Zahl der Retoursendungen minimieren lässt?

Franziska Gräfe: Dass Kunden bestellte Ware zurücksenden können, gehört von Beginn an zum Geschäftsmodell des Versandhandels. Dies war auch schon bei der klassischen Katalogbestellung so. Die Rücksendequote lässt sich gering halten, indem möglichst genaue und detailreiche Produktinfos gegeben werden. Das betrifft vor allem Kleidung, die man beginnend bei der Passform über den Schnitt bis hin zur 3-D-Darstellung möglichst anschaulich beschreiben kann.

abi>> Wie wird sich die Branche in Zukunft weiterentwickeln?

Franziska Gräfe: Die Bedeutung weiterer Produktgruppen wird zunehmen. Es zeichnet sich ab, dass beispielsweise Möbel und Deko-Artikel immer häufiger im Netz bestellt werden. Auch Lebensmittel werden in Zukunft wohl vermehrt via Online-Handel bezogen. Dies wird einhergehen mit einer Zeitfensterzustellung, die genau auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten ist. Das heißt, Kunden können künftig bereits beim Produktkauf Einfluss darauf nehmen, wann sie die Lieferung erhalten möchten. Auf Wunsch wird dies noch am selben Tag möglich sein.

abi>> Kommen wir zu den Berufschancen in der Branche. Wie sehen diese für Abiturienten und Absolventen derzeit aus?

Franziska Gräfe: Es werden Fachkräfte benötigt. Gerade bei kleineren Unternehmen sind Allrounder gefragt, also Mitarbeiter, die sowohl über technische Kenntnisse, etwa in der Shop- und Suchmaschinenoptimierung sowie Web-Analyse verfügen, als auch im kaufmännischen Bereich fit sind. Sie müssen in der Lage sein, Marktnischen zu finden, Kunden zu binden und geeignete Werbemaßnahmen für Produkte zu entwickeln. Derzeit bereitet unser Verband in Zusammenarbeit mit dem Handelsverband Deutschland (HDE), der vor allem stationäre Händler vertritt, die Einführung des neuen Berufsbilds „E-Commerce-Kaufleute“ vor. Diese kaufmännische Berufsausbildung soll speziell auf den Handel via Internet zugeschnitten sein. Die Vorbereitungen laufen; wir gehen davon aus, dass 2017 die ersten Abiturienten mit der Ausbildung starten können.

abi>> 07.09.2015

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