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Wasser ist Leben

Spritzendes Wasser. Foto: Felix Somieski
Herrlich anzusehen, unverzichtbar für alles Leben und Mittelpunkt einer ganzen Branche: Wasser.
Foto: Felix Somieski

Wasser- und Abwasserwirtschaft – Hintergrund

Wasser ist Leben

Durchschnittlich 65 Prozent des menschlichen Körpers bestehen aus Wasser. Und er benötigt ständig zusätzliches H2O, um funktionieren zu können. Glücklich ist deshalb, wer in einem Land mit funktionierender Wasserver- und -entsorgung lebt. Um diese auch weiterhin sicherstellen zu können, sucht die deutsche (Ab-)Wasserwirtschaft Fachkräfte in verschiedenen Aufgabenbereichen.

Flusskrebse und Wasserflöhe sind sehr sensible Tiere mit einem ausgesprochen feinen Gespür fürs Wasser. Sind Schadstoffe im Wasser, verändert sich spontan ihr Verhalten. Diese angeborene Kompetenz weiß die Biologielaborantin Miriam Rasser vom Umweltbundesamt (UBA) zu schätzen. Sie setzt die winzigen Wasserbewohner als Helfer ein. Die 22-Jährige arbeitet im Ökotoxikologielabor des Umweltbundesamts in Berlin-Marienfelde, wo unter anderem untersucht wird, wie sich Spurenstoffe auf Pflanzen und Tiere im Gewässer auswirken: „Wir testen beispielsweise bestimmte Stoffe an verschiedenen Wasserorganismen, um Aussagen treffen zu können, wie stark diese die Gewässer belasten.“

Ihre Aufgaben sind abwechslungsreich: „Aktuell arbeite ich mit ganz unterschiedlichen Organismen und helfe auch bei der Entwicklung neuer Tests.“ Laboralltag ist Teamarbeit, der Austausch mit Wissenschaftlern und Kollegen aus anderen Fachbereichen intensiv.

Viele kleine und mittlere Unternehmen

Portraitfoto von Miriam Rasser. Foto: Privat

Miriam Rasser

Foto: Privat

Ihre Ausbildung zur Biologielaborantin hat Miriam Rasser beim UBA im sächsischen Bad Elster absolviert. Im Ökotoxikologielabor erlernte sie unter anderem Verfahren, mit denen sich die Auswirkungen von Chemikalien auf Trinkwasser nachweisen lassen: „Mithilfe von Zellkulturen können wir etwa Aussagen über die Qualität von Trinkwasser treffen.“ Die Ausbildung ist umfangreich, behandelt neben der experimentellen Toxikologie auch Grundwissen aus der Zoologie und Botanik.

Während das UBA eine Bundesbehörde ist und Anlaufstelle bei nahezu allen Fragen des Umweltschutzes, ist die öffentliche Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung Sache der Kommunen. Sie nehmen diese Aufgaben entweder selbst wahr oder beauftragen privatrechtlich organisierte Unternehmen. Häufig werden auch Zweckverbände gegründet, die sowohl die Wasserver- als auch Abwasserentsorgung übernehmen. In der deutschen Wasserwirtschaft finden sich daher öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Unternehmensformen nebeneinander.

Es gibt wenige große Unternehmen und eine Vielzahl kleiner und mittlerer Ver- und Entsorgungsunternehmen. Fast 6.000 Betriebe waren laut der aktuelle Statistik des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (bdew) 2013 für die Wasserversorgung zuständig, knapp 7.000 für die Abwasserentsorgung.

Überdurchschnittlich viele Fachkräfte in der Branche

Laut Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im Bereich Wasser- und Abwasserwirtschaft im Juni 2017 insgesamt 68.400 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, wobei die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen Jahren zugenommen hat. „In der Branche sind überdurchschnittlich viele Fachkräfte tätig“, sagt BA-Arbeitsmarktexpertin Ilona Mirtschin.

So konnten im Juni 2017 knapp 13.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte der Branche einen entsprechenden Ausbildungsberuf vorweisen, darunter fanden sich Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik, Fachkräfte für Abwassertechnik oder Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice und auch Umweltschutzlaboranten.

Mehr Stellenangebote für Fachkräfte

Im Bereich der branchenspezifischen Experten, die meist ein Studium mitbringen, waren Mitte 2017 in der Branche vor allem Wasserwirtschaftsingenieure (700), andere Ingenieure wie Wärmewirtschaftsingenieure, Ingenieure für Versorgungstechnik, Abfallwirtschaftsingenieure (200), aber auch Experten für Rechnungswesen und Controlling (500) beschäftigt. Hinzu kamen Ingenieure für technische Produktionsplanung und -steuerung (500) sowie Tiefbauingenieure (300).

„Obwohl der Arbeitsmarkt für Akademiker günstig ist, ist mit fast neun Prozent die Arbeitslosenquote unter den Wasserwirtschaftsingenieuren ungewöhnlich hoch“, sagt Ilona Mirtschin. Dennoch: Die Nachfrage in der Branche steigt, allein 2017 verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit bei den gemeldeten Stellen ein Plus von 29 Prozent gegenüber 2016. Wobei sich auch hier der Großteil der Angebote an Fachkräfte richtete.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwörter z. B. Wasser, Abwasser).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwörter z. B. Wasser, Abwasser).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen.
www.kursnet.arbeitsagentur.de

Portal zu den Berufswelten der Energie- und Wasserbranche

www.berufswelten-energie-wasser.de/home/brancheninfo/wasserwirtschaft

Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2015 vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

www.bdew.de/wasser-abwasser/branchenbild-deutsche-wasserwirtschaft-2015

Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

www.bdew.de

Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren e.V.

www.trinkwassertalsperren.de

Deutscher Bund verbandlicher Wasserwirtschaft e.V.

www.dbvw.de

Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.

www.dvgw.de

abi>> 29.08.2018

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