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Sehr gute Perspektiven für Fachkräfte

Frau steht in einem Fluss und überprüft die Qualität des Wassers. Foto: Karsten Socher / KS-Fotografie
Alles im Fluss? Die (Ab-)Wasserwirtschaft bietet vielfältige Berufsmöglichkeiten.
Foto: Karsten Socher / KS-Fotografie

Wasser- und Abwasserwirtschaft – Interview

Sehr gute Perspektiven für Fachkräfte

Rüdiger Heidebrecht ist Abteilungsleiter für Bildung und internationale Zusammenarbeit bei der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA). In der Wasserwirtschaft, so der Experte, werden Fachkräfte dringend gesucht.

abi>> Herr Heidebrecht, wie würden Sie die Perspektiven für Nachwuchskräfte in der deutschen Wasserwirtschaft beschreiben?

Rüdiger Heidebrecht: Die öffentliche Wasserwirtschaft weist heute den zweithöchsten Altersschnitt auf und wird nur von der Bergbau- und Stahlindustrie übertroffen. Sehr viele Fachkräfte erreichen das Rentenalter. Daher sind die Perspektiven sehr gut – vor allem für junge Menschen, die sich für eine berufliche Ausbildung interessieren.

abi>> Wie sehen die Aufstiegschancen aus?

Portraitfoto von Rüdiger Heidebrecht. Foto: Privat

Rüdiger Heidebrecht

Foto: Privat

Rüdiger Heidebrecht: Die sind ebenfalls sehr gut. Nach der Ausbildung können Absolventen zum Beispiel einen Meister- oder Technikerabschluss draufsatteln.

abi>> Gilt das auch für Ingenieure?

Rüdiger Heidebrecht: In erster Linie werden Fachkräfte gebraucht, die eine berufliche Ausbildung mitbringen, allen voran Fachkräfte für Abwassertechnik. Hier ist auch der Frauenanteil sehr gering. Dabei ist der Beruf für Frauen und Männer gleichermaßen interessant. Auch bei den Ingenieuren steigt die Nachfrage, jedoch nicht so stark wie bei den Fachkräften. Ingenieure und Ingenieurinnen werden in Planungsbüros, Verwaltungen, ausführenden Firmen und bei den Betreibern gebraucht. Auch da steigen der Bedarf und die Einstiegsgehälter.

abi>> Welche Studiengänge sind für den Einstieg geeignet?

Rüdiger Heidebrecht: Es existieren mehrere Studiengänge, die sich mit dem Thema Wasserwirtschaft befassen. Da gibt es zum einen Bauingenieurwesen mit entsprechenden Fachrichtungen, aber auch Studiengänge wie Umwelt- oder Verfahrenstechnik. Größere kommunale Wasserbetriebe bieten zunehmend auch duale Studiengänge an.

abi>> Spielt die Digitalisierung in dieser Branche eine Rolle?

Rüdiger Heidebrecht: Die Digitalisierung hat einen großen Einfluss, allein schon weil sich die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik der Anlagen und Prozesse rasant verändert. In der Folge werden die Aufgaben komplexer und vernetzter. Erweiterte Ausbildungsinhalte werden sicher notwendig, unter anderem in den Bereichen Sensortechnik, Steuerung und Fernwirktechnik, also Technik für die Fernüberwachung und -steuerung.

Auch mit Blick auf die IT nehmen Aspekte wie Anlagensicherheit, Datenmanagement, Sattelitenaufnahmen und geographische Informationssysteme mehr Raum ein. Beim Ingenieurstudium werden Themen wie „BIM – Building Information Management“, also die komplette digitale Planung, Verwaltung und spätere Entsorgung, immer häufiger angeboten.

Aber nicht nur die Digitalisierung, auch der Klimawandel stellt die Branche vor neue Herausforderungen. Starkregen und Hitzezeiten nehmen zu, die Städte müssen wassersensibler und grüner werden. Generell steigt weltweit der Druck auf die Ressource Wasser: Nur 20 Prozent der Weltabwassermenge wird behandelt. Viele Flüsse transportieren unseren Plastikmüll in die Meere. Hier gibt es noch viel zu tun, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Wer gerne global arbeiten will, findet sicherlich auch sein Auskommen.

abi>> 29.08.2018

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