Chemie für Kunst, Kosmetik und Co.

Eine Evonik Fabrik
Evonik entwickelte unter anderem ein Biopolymer für Trinkflaschen, das hitze- und chemikalienbeständig ist.
Foto: Karsten Bootmann/Evonik

Evonik Industries AG – Hintergrund

Chemie für Kunst, Kosmetik und Co.

Wer sorgt dafür, dass Medikamente wirksamer werden? Reifen spritsparender? Dass die Milch im Getränkekarton haltbar bleibt? Und: eine Kunstinstallation sauber? Dafür sorgen Unternehmen im Bereich Spezialchemie. Ein weltweit aktives unter ihnen ist Evonik.

Eine weitläufige U-Bahnstation in New York. Links und rechts erstrecken sich lange weiße Wände, auf denen Milliarden winziger weißer Mosaiksteinchen eingesetzt sind. Das ist die wiedereröffnete Subway-Station WTC Cordtland Street auf dem Gelände des ehemaligen World Trade Centers, und die Mosaiksteinchen sind eine riesige Kunstinstallation. „Chorus“ heißt das Werk von Ann Hamilton, und darauf zu lesen sind Auszüge aus der Unabhängigkeitserklärung von 1776 und aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948, als Mahnmal zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Ein Millionen Dollar teures Kunstwerk – mitten in der U-Bahn von Manhattan, das jeder Passant anschauen und sogar anfassen kann? Das war eine echte Herausforderung für die Verantwortlichen: Wie könnte man solch ein Mosaik wohl vor Wasser, Dreck, Verfärbungen und sogar Graffiti schützen? Klare Sache: mit Protectosil. Ein Stoff, den Evonik herstellt, und zwar für genau solche besonders schützenswerten Flächen. Eine Ehre für den Konzern, bei dieser Kunstinstallation mitwirken zu dürfen.

Raus aus der Steinkohle, rein in die Spezialchemie

Die meiste Zeit arbeitet Evonik eher im Verborgenen, denn das Unternehmen konzentriert sich seit einigen Jahren auf das Thema Spezialchemie. Das war nicht immer so seit seiner Gründung im Jahr 2007, als die Traditionsunternehmen Degussa und RAG zusammengeführt wurden: Anfangs betätigte Evonik sich neben der Chemie noch im Steinkohle-, Energie- und Immobilienbereich. Doch der Konzern veränderte sich, auch wegen politischer Entscheidungen. Etwa mit einem durchgeplanten Ausstieg aus der Steinkohle.

Innerhalb von zwölf Jahren wurden der komplette Steinkohleabbau eingestellt und die Ewigkeitskosten gesichert. Das sind die Folgekosten, die auch nach Beendigung des Kohleabbaus anfallen. Mit den Ewigkeitskosten sind Kosten gemeint, die entstehen, wenn beispielsweise ein Bergwerk geschlossen wird. Dazu gehört etwa die Grundwasserreinigung. Außerdem entschied sich der Konzern für die Spezialisierung auf einen Bereich, der gewinnbringend sein sollte: die Spezialchemie.

Kieselsäure statt Mikroplastik

Seitdem stellt Evonik Produkte her, die andere Dinge verbessern. Es gibt vier große Bereiche innerhalb des Konzerns: „Nutrition & Care“, „Resource Efficiency“ und „Performance Materials“ sowie „Technology & Infrastructure“.

Zu den Innovationen von Evonik zählt etwa eine Alternative zu Mikroplastik in Kosmetik, etwa in Peelings. Sie besteht komplett aus Kieselsäure, ist natürlich und unbehandelt. Außerdem entwickelte Evonik ein Biopolymer für Trinkflaschen, das hitze- und chemikalienbeständig ist: Egal, ob man heißen Tee oder eiskaltes Wasser daraus trinkt – beides bleibt vollkommen unbelastet. Ein anderes Evonik-Produkt, Oxteril, sorgt etwa dafür, dass Tetra-Pak-Verpackungen desinfiziert werden, damit die Milch oder der Saft darin länger hält. Dabei kommt Wasserstoffperoxid zum Einsatz, das sofort wieder zerfällt und somit weder Mensch noch Umwelt belastet.

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Überblick: Evonik von A bis Z

Ausbildung:

Evonik bietet Schülern in naturwissenschaftlichen, technischen und kaufmännischen Berufsfeldern zahlreiche qualifizierte Ausbildungsberufe an.
Erleichtert wird der Berufseinstieg mit vielfältigen ausbildungsbegleitenden Maßnahmen: zum Beispiel mit einem Computerführerschein, Auslandsaufenthalten oder Outdoor-Trainings. Seit 2018 bietet Evonik zudem an den Standorten in Marl und Essen das neue Praktikumsprogramm MATCHING 2020 für Schüler an. Evonik bildet in 17 anerkannten Ausbildungsberufen sowie in kooperativen Studiengängen an zwölf Standorten in Deutschland aus.

Aktuelle Stellenangebote:

jobs.evonik.com

Bewerbungshilfe:

careers.evonik.com/de/job-search-and-apply

Internationalität:

Evonik ist in über 100 Ländern rund um den Globus aktiv und hat Produktionsanlagen in 28 Ländern.

Jährlicher Umsatz:

Im Geschäftsjahr 2018 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 15,02 Milliarden Euro.

Mitarbeiter:

Mehr als 36.000 Mitarbeiter sind weltweit bei Evonik beschäftigt (Stand: 2017).

Sitz der Zentrale:

Essen, Deutschland

Weitere Informationen:

careers.evonik.com

 

Evonik Industries AG – Einstieg & Karriere

Weltverbesserer gesucht

Evonik stellt Spezialchemie-Produkte her, die die Eigenschaften anderer Produkte verbessern sollen. Dabei agiert das Unternehmen in mehr als 100 Ländern. Wer bei Evonik arbeiten möchte, sollte dementsprechend neugierig und weltoffen sein.

Klima, Zusammenleben, Ressourcenschonung – in all diesen Bereichen ist Evonik aktiv. Und für all diese Bereiche wird stets Nachwuchs gesucht. Denn bei Evonik werden Produkte hergestellt und entwickelt, die wiederum andere Produkte verbessern können und sollen – egal, ob Reifen dadurch spritsparender, Medikamente wirksamer oder Batterien druckbar werden.

Weltoffen sollten sie sein, die Bewerber, und neugierig. „Schön ist es, wenn jemand schon vorab aktiv ist, wenn sich jemand gerne engagiert“, erklärt Daniela Obermeier aus dem Employer Branding Team. „Wer sich zum Beispiel in einem Arbeitskreis in der Schule beteiligt oder wer schon einmal im Schüleraustausch war, der hat erkannt: Menschen leben unterschiedlich. Und das ist uns wichtig.“ Denn Evonik ist ein weltoffener Konzern: Aktiv in mehr als 100 Ländern arbeiten dort etwa 36.000 Menschen aus über 100 Nationen in interdisziplinären Teams zusammen.

Vertrauen und Leistung

Ein Porträt-Foto von Daniela Obermeier

Daniela Obermeier

Foto: privat

Für diese Vielfalt hat Evonik Werte festgelegt, die im Konzern eine große Rolle spielen: Offenheit gehört dazu, wie auch Vertrauen – und Performance. „Es gilt eine ausgewogene Kombination aus vertrauensvoll und leistungsorientiert“, erklärt Daniela Obermeier. Wie das in der Wirklichkeit aussieht? Das kann man auf der Website des Unternehmens verfolgen: Unter dem Hashtag #HumanChemistry posten Mitarbeiter weltweit tagtäglich nette, witzige oder interessante Fotos und Anekdoten aus ihrem Arbeitsalltag.

Und was arbeitet man genau bei Evonik? Viele kommen aus den Naturwissenschaften, aber auch aus dem Ingenieurwesen und den Wirtschaftswissenschaften. Doch auch Geisteswissenschaftler (wie Daniela Obermeier selbst) oder Informationstechnologen haben gute Chancen, etwas Passendes zu finden. Das könnte so aussehen: Bewerber studieren, machen einen Bachelor, sind nebenher in studentischen Netzwerken aktiv und suchen erste Unternehmenskontakte auf Veranstaltungen. Sie sammeln Praxiserfahrung durch Praktika (gerne bei Evonik im In- oder Ausland), schreiben eine Masterarbeit (vielleicht schon betreut von Evonik?) und bewerben sich dann (am liebsten online unter www.careers.evonik.com).

Grenzenlos die Welt verbessern

Auch im Ausbildungsbereich ist der Konzern breit aufgestellt: Im Rahmen der Ausbildung bietet Evonik mehr als 30 verschiedene anerkannte Berufe und kooperative Studiengängen an. Man kann Chemikant/in werden, Kaufmann/-frau für Büromanagement oder Feuerwehrmann/-frau. Feuerwehr? Ja, richtig gelesen: In den Produktionsstätten hat Evonik sogar eigene Werksfeuerwehren.

Hat man schließlich eine passende Stelle gefunden, heißt das wiederum nicht, dass man dort auch den Rest seines Lebens bleiben muss – denn bei Evonik wird Veränderung gefördert. Nach drei oder vier Jahren überlegt die Personalabteilung gerne mit dem Mitarbeiter: Wo könnte es nun hingehen? In welchem Bereich fühlst du dich wohl? Welchen Bereich möchtest du unbedingt noch kennenlernen? Welchen Standort? Oder gar: welches Land?

 

Evonik Industries AG – Branchenkontext

Branchenkontext Spezialchemie

Unternehmen im Bereich Spezialchemie im Vergleich.

Evonik Industries AG

Chemie
Hauptsitz: Essen
Mitarbeiter weltweit: 36.523
Umsatz: rund 15,02 Milliarden Euro (Stand: 2018)

BASF

Chemische Industrie
Hauptsitz: Ludwigshafen am Rhein
Mitarbeiter weltweit: 122.404
Umsatz: rund 62,7 Milliarden Euro (Stand: 2018)

DowDupont

Chemie
Hauptsitz: Wilmington, USA
Mitarbeiter weltweit: 98.000
Umsatz: rund 85,977 Milliarden US Dollar (ca. 76,3 Milliarden Euro, Stand: 2018)

Clariant

Chemische Industrie
Hauptsitz: Pratteln, Schweiz
Mitarbeiter weltweit: 17.901
Umsatz: rund 6,623 Milliarden Schweizer Franken (circa 5,9 Milliarden Euro, Stand: 2018)

Lanxess

Chemische Industrie
Hauptsitz: Köln
Mitarbeiter: 19.029
Umsatz: rund 7,2 Milliarden Euro (Stand: 2018)

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Stand: 22.09.2019