Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Auf die dänische Art

Umzugskarton gefüllt mit einem Bild, Büchern, Filmen, einer Pflanze, Klamotten, einer Lampe und einem Ordner.
Katharina Hötzel hat den Schritt gewagt und arbeitet nun für Siemens in Kopenhagen.
Foto: Julien Fertl

Arbeiten in Dänemark

Auf die dänische Art

Für einige Zeit ins Ausland zu gehen – dieser Gedanke hatte Katharina Hötzel (28) schon länger gereizt. Als sie dann das Angebot bekam, ein Projekt in Dänemark zu betreuen, überlegte sie nicht lange. Nun ist die Commercial Project Managerin seit Oktober 2015 für Siemens in Kopenhagen im Einsatz.

Als Siemens den Auftrag bekam, den Fernverkehr in Dänemark auf den Betrieb mit elektrischem Strom umzustellen, wurde Katharina Hötzel die kaufmännische Abwicklung des Projekts anvertraut. Ins kalte Wasser geworfen wurde die 28-Jährige, die in Bamberg BWL studiert hat und seit August 2012 als Commercial Project Managerin bei Siemens in Erlangen tätig ist, aber nicht: „Da bereits die Angebotsphase viele Geschäftsreisen nach Kopenhagen mit sich brachte, konnte ich mir im Vorfeld ein Bild von der Stadt machen. Es hat mir dort auf Anhieb so gut gefallen, dass mir die Entscheidung gar nicht schwer fiel“, erzählt sie.

Ihr Umzug nach Kopenhagen lief reibungslos ab: „Da Dänemark zur EU gehört, benötigte ich weder eine Aufenthaltsgenehmigung noch eine Arbeitserlaubnis“, erklärt sie. Bei Fragen konnte sie sich jederzeit an das Siemens International Delegation Center wenden, das sich um die Belange der Mitarbeiter im Ausland kümmert. Bei der Wohnungssuche half ihr eine Agentur, die von Siemens beauftragt wurde. „Da der Wohnungsmarkt in Kopenhagen sehr angespannt ist, wäre es ohne fachkundige Unterstützung schwierig gewesen, eine passende Wohnung zu finden“, sagt sie.

Entspanntes Lebensgefühl

Ein Porträt-Foto von Katharina Hötzel

Katharina Hötzel

Foto: privat

In Kopenhagen hat sich die 28-Jährige schnell eingelebt: „Das fiel mir nicht schwer – Kopenhagen ist eine unglaublich schöne und vielseitige Stadt. Hier gibt es vieles zu entdecken.“ Angetan haben es ihr nicht nur die Architektur und das kulturelle Angebot, sondern auch die Menschen, die dort leben: „Die Leute hier sind so freundlich und gelassen. Die Stimmung ist sehr positiv.“

Katharina Hötzel kam zunächst ohne Dänisch-Kenntnisse nach Kopenhagen. „Das war aber kein Problem. Hier sprechen viele Leute ein bisschen Deutsch. Englisch sogar fließend – selbst beim Bäcker um die Ecke“, erzählt sie. Dennoch hat sie sich dazu entschlossen, einen Sprachkurs an einer Volkshochschule zu besuchen. „Auch wenn dänisch nicht ganz einfach ist, macht es Spaß, eine neue Sprache zu lernen. Außerdem habe ich dort viele nette Menschen kennengelernt.“

„Freizeit hat einen hohen Stellenwert“

Angekommen ist Katharina Hötzel auch im dänischen Berufsalltag: Verträge prüfen, Projekte kalkulieren, Risiken einschätzen, Rechnungen stellen, Kundengespräche führen – an ihren Aufgaben hat sich nicht viel geändert. Auch in Deutschland wurde ihr schon viel Verantwortung übertragen. Unterschiede zu ihrer Arbeit in der Heimat gibt es dennoch: „Hier wird Work-Life-Balance nicht nur angestrebt, sondern auch wirklich umgesetzt“, betont sie. „Freizeit hat hier einen wesentlich höheren Stellenwert als in Deutschland. Die Dänen machen pünktlich Feierabend, um Zeit mit ihren Familien verbringen zu können – das finde ich gut. Die Arbeit wird dabei aber nicht vernachlässigt.“

Positiv findet sie auch die angenehme Atmosphäre, die in dänischen Unternehmen herrscht: „Die Arbeitskollegen gehen sehr respektvoll und freundlich miteinander um“, schildert sie ihren Eindruck. Außerdem gefällt ihr, dass den Mitarbeitern viel Vertrauen und Wertschätzung entgegengebracht wird. „Gute Leistungen werden nicht als selbstverständlich betrachtet. Solange man seine Arbeit gewissenhaft erledigt, genießt man hier auch viele Freiheiten“. So sind flexible Arbeitsmodelle wie Home Office schon längst üblich.

Elektronische Post und Mobile Payment

„Auch was die Technik angeht, ist Dänemark bereits einen Schritt weiter“, findet Katharina Hötzel. „Hier ist es ganz normal, dass die Post von dänischen Behörden in elektronischer Form kommt und man per Mobile Payment mit dem Smartphone bezahlt“, erzählt sie. Negativ aufgefallen sind ihr dagegen die hohen Lebenshaltungskosten. „Egal ob Miete, Kleidung oder Lebensmittel – alles ist wesentlich teurer als in Deutschland. Auch an die Preise im Restaurant musste ich mich erst gewöhnen.“

Ursprünglich sollte Katharina Hötzel bis März 2017 in Kopenhagen bleiben. Nun hat sie die Möglichkeit bekommen, ihren Aufenthalt zu verlängern. „Ob ich das Angebot annehme, weiß ich noch nicht. Es gefällt mir hier zwar sehr gut, aber gleichzeitig vermisse ich auch meine Familie und Freunde.“ Doch egal wie die Entscheidung ausfällt, profitiert hat sie von ihrem Aufenthalt in Dänemark schon jetzt: „In einem fremden Land zu arbeiten, ist eine unglaublich tolle Erfahrung, die mich sowohl persönlich als auch beruflich vorangebracht hat.“

abi>> 19.12.2016