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Fachkräfte gesucht!

Zuericher Innenstadt, junge Studentin, Frau entspannt sich, ruht aus auf der Kaimaier am Züricher See, im Hintergrund Boote auf dem Wasse, Haeuserzeile am Seeufer
Die Schweiz hat deutschen Arbeitnehmern viel zu bieten.
Foto: Rainer Möller

Arbeiten in der Schweiz

Fachkräfte gesucht!

Sehr gute Arbeitsbedingungen, vergleichsweise hohe Gehälter, eine geringe Arbeitslosenquote – mit diesen Vorzügen lockt die Schweiz auch viele Deutsche über die Grenze. Doch was muss im Rahmen eines Arbeitsaufenthaltes im Nachbarland eigentlich beachtet werden?

Nicht nur, dass die Schweiz bei uns Deutschen ein beliebtes Land zum Wohnen und Arbeiten ist, die kleine Alpenrepublik heißt umgekehrt vor allem hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland (noch) willkommen. Der Grund: Viele Branchen kämpfen mit einem erhöhten Fachkräftebedarf – allen voran das Gesundheitswesen, und die MINT-Branchen. Aktuell brauchen deutsche Staatsbürger keine Arbeitsgenehmigung. Allerdings muss bei einem Aufenthalt von mehr als drei Monaten eine Aufenthaltsbewilligung beim kantonalen Migrationsamt beantragt werden. „Für deutsche Staatsbürger, die einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben, wird der Aufenthalt in der Regel automatisch gewährt. In einigen Kantonen kümmert sich sogar der Arbeitgeber um die Bewilligung“, weiß Marc Borer, Schweizer Referent bei INFOBEST, dem Netzwerk der Informations- und Beratungsstellen für grenzüberschreitende Fragen.

Unabhängig von der Dauer der Erwerbstätigkeit besteht eine umgehende Meldepflicht. Ein Visum zur Einreise wird nicht benötigt. Ratsam ist es, sich vor dem Umzug schlau zu machen, welche Zollformalitäten beim Grenzübertritt mit persönlichem Hausrat eingehalten werden müssen. Infos hierzu gibt es etwa bei der Eidgenössischen Zollverwaltung.

In Eigenregie: Abschluss einer Krankenversicherung

Grundsätzlich müssen nach EU-Recht alle Sozialversicherungsbeiträge im Erwerbsland abgeführt werden. Die Sozialversicherung umfasst unter anderem die Bereiche Krankheit, Arbeitslosigkeit und Rente. Wer in die Schweiz zieht und dort arbeitet, muss also eine schweizerische Krankenversicherung haben. Die Grundversicherung muss durch einen gesetzlichen Tarif abgedeckt werden; weiterhin kann eine private Zusatzversicherung abgeschlossen werden. „Jede in der Schweiz wohnhafte oder erwerbstätige Person muss sich selbst um den Versicherungsschutz kümmern. Und: Anders als in Deutschland zahlen die Arbeitgeber in der Schweiz keinen Anteil an der Krankenversicherung. Allerdings ist man über den Arbeitgeber gegen Berufsunfälle und in der Regel auch gegen Nichtberufsunfälle versichert“, erklärt Marc Borer. Der Experte rät, sich vorab bei seiner Krankenkasse zu erkundigen, ob und unter welchen Bedingungen eine Rückkehr in die deutsche gesetzliche Krankenversicherung möglich ist.

Andere Regeln für Grenzgänger

Einen Sonderfall stellen Grenzgänger dar: Sie haben ein Optionsrecht, wonach sie entscheiden können, ob sie sich im Erwerbs- oder Wohnland krankenversichern. Einen weiteren Unterschied gibt es beim Thema Steuern: Wer in Deutschland wohnt und in der Schweiz arbeitet – und täglich pendelt (!) –, gilt im steuerrechtlichen Sinne als Grenzgänger und zahlt seine Steuern am Wohnort; ansonsten entsprechend in der Schweiz.
In Zukunft könnte es allerdings aufgrund der erfolgreichen Volksabstimmung „Gegen Masseneinwanderung“, auf Basis derer ab Februar 2017 in der Schweiz wieder Ausländerkontingente eingeführt werden sollen, etwas schwieriger werden, als Deutscher in der Schweiz zu arbeiten. Ausländer sollen danach erst dann ins Land geholt werden, wenn sich kein geeigneter Schweizer Bewerber für eine Stelle findet. Das kollidiert jedoch mit dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU, wonach EU-Bürger grundsätzlich das Recht haben, in die Schweiz einzureisen, sich dort aufzuhalten und zu arbeiten. Eine Entscheidung, ob die Volksabstimmung wie geplant umgesetzt wird, gab es bislang noch nicht.

Weitere Informationen

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)

Informationen rund um Ausbildung, Studium, Praktikum und Arbeiten im Ausland; in erster Linie auf Europa bezogen, aber auch außereuropäisches Ausland

www.arbeitsagentur.de

Deutsche Botschaft in Bern

Informationen für deutsche Staatsangehörige und Links zu den bilateralen Beziehungen.

www.bern.diplo.de

Länderinformationen des Auswärtigen Amts

www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Laender/Schweiz.html?nnm=383178

Lädnerinformationen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD)

www.daad.de/laenderinformationen/schweiz/de/

INFOBEST

Netzwerk der Informations- und Beratungsstellen für grenzüberschreitende Fragen.

www.infobest.eu

EURES – Das europäische Portal zur beruflichen Mobilität

Informationen und Dienste in Verbindung mit Stellenvermittlung und Einstellung.

www.ec.europa.eu

ch.ch, das Portal der Schweizer Behörden

Hier gibt es alle nützlichen und offiziellen Informationen der Schweizer Verwaltungen zum Leben und Arbeiten in der Schweiz.

www.ch.ch

Staatssekretariat für Migration SEM

Das SEM ist für alle ausländerrechtlichen Belange zuständig und vergibt Aufenthaltsbewilligungen.

www.sem.admin.ch/sem/de/home.html

Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)

Hier kann man online seiner Meldepflicht nachkommen
https://meweb.admin.ch/meldeverfahren

abi>> 02.09.2016