Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Grüezi wohl!

Ein Dachdecker bei der Arbeit.
Dachdecker sorgen mit ihrer Arbeit für wind- und wetterfeste Gebäude.
Foto: Elizaveta Shlosberg

Arbeiten in der Schweiz

Grüezi wohl!

Der Dachdecker-Meister Tobias Stopp (33) aus Zweibrücken in der Pfalz hat mehrere Monate lang in der Schweiz gearbeitet, um sich ein finanzielles Polster für die geplante Selbstständigkeit aufzubauen. Sein Arbeitstag war mit dem in Deutschland vergleichbar, bürokratische Hürden gab es nicht.

Der Arbeitsalltag und die Tätigkeiten, denen Tobias Stopp als Dachdecker in der Schweiz nachging, glichen im Prinzip denen in Deutschland: Arbeitsabläufe planen, Fachkräfte anleiten, Dächer mit Dachziegeln und Schiefer decken. „Allerdings ticken die Schweizer etwas anders“, findet er. „Sie können es nicht leiden, wenn man sagt: ‚Bei uns in Deutschland macht man das aber so oder besser’. Wenn man sich etwas anpasst, dann kommt man mit den Eidgenossen aber sehr gut klar“, schmunzelt er. Allerdings sei es in ländlichen Regionen etwas schwieriger: „Ich habe zuerst im Kanton Glarus in den Glarner Alpen gearbeitet, wo man Fremden gegenüber längst nicht so aufgeschlossen ist, wie etwa im Kanton Zürich. So bemühte sich so gut wie keiner der Einheimischen auf dem Bau, mit mir oder meinen Kollegen Hochdeutsch zu reden.“ Nett seien die Kollegen dennoch gewesen.

Aufenthaltsbewilligung beantragen

Ein Porträt-Foto von Tobias Stopp

Tobias Stopp

Foto: privat

In den ersten 90 Tagen seines Arbeitsaufenthalts musste Tobias Stopp sich um nichts Bürokratisches kümmern. Nach dieser Frist musste er allerdings eine Aufenthaltsbewilligung beantragen, die gleichzeitig eine Arbeitsgenehmigung darstellt. „Das ging alles sehr schnell und reibungslos vonstatten“, erinnert er sich. Pflicht ist zudem eine schweizerische Krankenversicherung: Die obligatorische Grundversicherung, für die er 165 Franken (etwa 152 Euro) pro Monat zahlte, muss jeder Erwerbstätige umgehend nach Einreise abschließen. Sie kann um private Zusatzversicherungen erweitert werden. Apropos Kosten: Das Leben in der Alpenrepublik ist nicht gerade günstig. „Wenn ich abends mit Kollegen unterwegs war, sind schnell mal 100 Franken draufgegangen. Dafür habe ich aber recht günstig in einer Handwerker-Unterkunft in einer WG gewohnt“, erzählt der Dachdecker-Meister, der sich aus finanziellen Gründen für den Auslandsaufenthalt entschieden hat.

Nach dem Abitur studierte Tobias Stopp zunächst Jura – machte jedoch keinen Abschluss. „Mir fehlte einfach das Gefühl, am Ende des Tages etwas Handfestes getan zu haben. So entschied ich mich für eine Ausbildung zum Dachdecker, da ich schon während meiner Schulzeit mit großem Spaß in meinem späteren Ausbildungsbetrieb gejobbt hatte“, erzählt der 33-Jährige. Insbesondere in Hinblick auf sein Ziel, sich 2017 mit einem eigenen Betrieb selbstständig zu machen, was bekanntlich Investitionen erfordert, lockte ihn die Schweiz mit ihren hohen „Salären“.

Gute Jobs und gutes Geld

Und so kam es, dass er im November 2015 den beruflichen Schritt über die Grenze wagte, und bis Mai 2016 für eine Zeitarbeitsfirma arbeitete, das ihm verschiedene zeitlich befristete Dachdecker-Jobs vermittelte. „Das hat immer super geklappt, es gab zahlreiche Jobs und der Verdienst ist auch ohne Festanstellung sehr gut“, findet er. Im Schnitt verdiene man als Dachdecker rund 32 bis 36 Franken (circa 30 bis 32 Euro) pro Stunde. „Ich kann einen Arbeitsaufenthalt in der Schweiz wirklich empfehlen. Es war eine tolle Erfahrung, die sich nicht nur finanziell gelohnt hat“, resümiert Tobias Stopp.

Aktuell bereitet er seine Selbstständigkeit vor und erledigt die dafür nötigen Behördengänge. Zwischendurch spielt er mit dem Gedanken, noch einmal für einige Zeit ins Nachbarland zu gehen. Seinen Betrieb möchte er jedoch nicht in der Schweiz eröffnen, dafür sei er einfach zu heimatverbunden.

Hier geht's zum Steckbrief der Schweiz >>

abi>> 02.09.2016