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Arbeiten wie Gott in Frankreich

Aufnahme der Innenstadt von Straßburg
Die französische Art zu leben zieht viele deutsche Arbeitnehmer an.
Foto: Annika Voßen

Arbeiten in Frankreich: Hintergrund

Arbeiten wie Gott in Frankreich

Die französische Art zu leben, die gute Küche, die Sehenswürdigkeiten der Normandie, der Bretagne oder der Großstädte wie Paris: Vieles zieht deutsche Arbeitnehmer in unser Nachbarland. Wer sich für eine Stelle in Frankreich interessiert, sollte allerdings einige Besonderheiten beachten.

Wer Frankreich hört, denkt fast immer an schöne Dinge: An die blühenden Lavendelfelder in der Provence, an die langen Strände der Côte d´Azur oder die historischen Stätten in der Normandie. Und so ist es kein Wunder, dass viele deutsche Arbeitnehmer den Wunsch haben, für längere Zeit – oder gar für immer – in unserem Nachbarland zu leben und zu arbeiten.

Und tatsächlich haben Auswanderungswillige keine schlechten Chancen auf eine Tätigkeit in Frankreich: So meldet EURES, das europäische Portal zur beruflichen Mobilität, auf seiner Website, dass 2012 in den 388 französischen Arbeitsmarktregionen über 1,7 Millionen geplante Einstellungen zu verzeichnen waren – ein Anstieg um über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gesucht: Fachkräfte für die Hotellerie

Ein Porträtfoto von Gabriele Mattias

Gabriele Mattias

Foto: privat

„Die höchste Nachfrage besteht im Dienstleistungssektor und zwar in den Bereichen Haushaltshilfen, sozio-kulturelle Animation, in der Gastronomie und der Hotellerie“, sagt EURES-Beraterin Gabriele Mattias, die in der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) Arbeitssuchende unterstützt, die sich für eine Beschäftigung im Ausland interessieren. Aber auch Fachkräfte auf den Gebieten Mess- und Regeltechnik, Metallgewerbe, Elektrizität und Elektronik, Tier- sowie Humanmedizin seien gefragt – ebenso Vertreter des Zimmerer- und Dachdeckerhandwerks. „Auch Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Führungskräfte für die Telekommunikation werden gesucht“, ergänzt Gabriele Mattias.

Für deutsche Arbeitnehmer mit guten Kenntnissen der französischen Sprache, die es ins Nachbarland zieht, ist der Neustart in der Regel ein leichter, so die Expertin: „Aufgrund des Prinzips der Freizügigkeit benötigen deutsche Bürgerinnen und Bürger keine Arbeitserlaubnis zur Arbeitsaufnahme in Frankreich. Sie haben vielmehr die gleichen Rechte wie Einheimische und können ohne jegliche Einschränkungen dort leben. Für die Einreise benötigen sie lediglich einen gültigen Reisepass oder Personalausweis.“

Fließendes Französisch ist Pflicht

Wer nicht vom eigenen Unternehmen nach Frankreich geschickt wird, kann sich Unterstützung bei der Suche nach einem Job etwa bei der staatlichen Arbeitsvermittlung „Pôle Emploi“ suchen oder sich an „Apec“ wenden, den Verband für die Beschäftigung von Führungskräften.

Beachten sollten deutsche Auswanderungswillige bei ihrem Herantreten an die Firmen vor allem einige Unterschiede im Bewerbungsprozess. „Das oftmals noch handschriftlich verfasste Motivationsschreiben sollte maximal eine DIN-A4-Seite, das in Maschinenschrift verfasste CV in Abhängigkeit von der Position und dem beruflichen Hintergrund etwa eine bis maximal zwei Seiten umfassen“, erläutert Gabriele Mattias. ‚CV‘ steht für ‚Curriculum Vitae‘, eine internationale Bezeichnung des Lebenslaufs. „Weitere Anlagen, etwa Zeugnisse oder Referenzen, sind in einer französischen Bewerbung nicht nötig. Abschluss- oder Arbeitszeugnisse werden nur dann beigefügt, wenn dies explizit gefordert ist“, führt die Expertin fort. „Ähnlich verhält es sich mit dem Foto. Es sollte die Bewerbung ergänzen, sofern es ausdrücklich erwünscht ist – oder beigefügt werden, wenn es eine besondere Aussagekraft für die angestrebte Stelle beziehungsweise Position hat, wie in der Hotellerie. Auch auf Referenzen wird weniger Wert gelegt als in Deutschland.“

Hohe Lebenskosten

Wer den heiß ersehnten Job ergattert, muss sich allerdings an die teilweise höheren Kosten im Nachbarland gewöhnen. Wie in vielen europäischen Ländern bilden die Wohnkosten für die meisten französischen Haushalte den Hauptausgabeposten. Im Großraum Paris liegen die Wohnkosten durchschnittlich 36 Prozent über den Kosten der übrigen französischen Regionen. Laut dem Infobüro Campus France, einem Service der Französischen Botschaft, lag die durchschnittliche Kaltmiete für eine Einzimmerwohnung mit 20 m2 in der Hauptstadt im Jahr 2014 bei 878 Euro, für eine Zweizimmerwohnung mit 45 m2 bei 1.418 Euro. Das entspricht umgerechnet etwa 31,5 bis 43,9 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In München, Deutschlands teuerster Großstadt, lag der Mietspiegel im Jahr 2015 laut Mietspiegelindex der F+B Forschung und Beratung bei circa 11,12 Euro pro Quadratmeter.

In den ländlichen Regionen Frankreichs sind die Mieten zwar niedriger als in Paris, dennoch höher als in den meisten deutschen Städten. In den größeren Städten der Normandie – Rouen, Le Havre und Caen – lagen die Mietpreise laut Campus France zuletzt bei umgerechnet 11 bis 11,9 Euro pro Quadratmeter.

Hinzu kommen Lebenshaltungskosten, die laut dem Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) im Nachbarland etwas höher sind als in Deutschland: Abhängig vom Wohnort betragen die Lebenshaltungskosten (zuzüglich Mietkosten) etwa 600 bis 1.000 Euro pro Monat.

 

Weitere Informationen

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit
Informationen rund um Ausbildung, Studium, Praktikum und Arbeiten im Ausland; in erster Linie auf Europa bezogen, aber auch außereuropäisches Ausland
www.arbeitsagentur.de/zav


EURES
Europäisches Portal zur beruflichen Mobilität, das umfangreiches Infomaterial, zum Beispiel zu Alltag und Arbeiten, bereithält.
www.ec.europa.eu/eures


EURES-Infoseite zum Thema „Leben und Arbeiten in Frankreich“
ec.europa.eu/eures/main.jsp?countryId=FR&acro=lw&parentId=0&catId=0&regionIdForAdvisor=&regionIdForSE=&regionString=FR0|%20:&lang=de&app=3.11.1p2-build-1&pageCode=france


Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Länderinformationen inklusive Erfahrungsberichten von Deutschen in Frankreich
www.daad.de/laenderinformationen/frankreich/de/


Deutsche Vertretungen in Frankreich
Die Botschaft hat ihren Sitz in Paris; in Bordeaux, Lyon, Marseille und Straßburg gibt es jeweils ein Generalkonsulat.
www.allemagne.diplo.de/Vertretung/frankreich/de/Startseite.html


Arbeiten in der deutsch-französischen Grenzregion
www3.arbeitsagentur.de/web/content/DE/service/Ueberuns/WeitereDienststellen/ZentraleAuslandsundFachvermittlung/Arbeit/ArbeiteninGrenzregionen/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI532523

abi>> 10.02.2017