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Góðan daginn, Island!

Wasserlandschaft
Unberührte Natur, niedrige Bevölkerungsdichte, freundliche Menschen – diese Kombination macht Island für viele Deutsche zu einem attraktiven Reiseland.
Foto: Lisa Zirkelbach

Arbeiten in Island – Hintergrund

Góðan daginn, Island!

Rund 100 Deutsche wandern jährlich nach Island aus. Was sie dort finden: unberührte Natur, herzliche Menschen und sehr gute Lebensbedingungen.

Wer Island hört, denkt sicherlich zuallererst an die spektakulären Landschaften, die jedes Jahr durchschnittlich 1,8 Millionen Touristen in das nördlichste Land Europas ziehen: Vulkane, Wasserfälle, Nordlichter, Gletscher und Geysire prägen das Bild der Insel und sind – neben den weltberühmten Islandpferden – das Aushängeschild des Landes.

Auch unter Deutschen ist das 330.000-Einwohner-Land beliebt: 133.000 reisten allein im Jahr 2016 an. Und manche entschieden sich nach einem solchen Urlaub gar, ganz im Land zu bleiben.

Rund 100 Deutsche wandern jährlich dauerhaft nach Island aus. „Bis zu drei Monate können sich deutsche Staatsangehörige ohne behördliche Registrierung als Touristen auf der Insel aufhalten. Island gehört dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) an, deshalb benötigen EU-Bürger keine individuelle Aufenthaltserlaubnis“, weiß Alexander Motzer von der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Reykjavik (AHK).

Für alle, die in Island einwandern und arbeiten wollen, gilt: „Sie sind verpflichtet, sich beim zentralen Melderegister anzumelden und eine Personenkennziffer zu beantragen, die sogenannte ‚Kennitala’, die beispielsweise für die Eröffnung eines Bankkontos benötigt wird.“

Beste Chancen im Bau- und Tourismusgewerbe

Ein Porträt-Foto von Alexander Motzer

Alexander Motzer

Foto: privat

Wer sich dafür entscheidet, in Island zu arbeiten, dem winken gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Gerade einmal 1,8 Prozent der Menschen im Land waren im Juni 2017 arbeitslos gemeldet – Arbeitgeber suchen auch nach Fachkräften aus dem Ausland: „Qualifizierte Arbeitskräfte werden vor allem im Bau- und Tourismussektor nachgefragt, da durch die steigende Anzahl von Touristen neue Hotels und Unterkünfte gebaut werden. Auch in die Infrastruktur wird investiert, wie den Bau neuer Straßen“, sagt Alexander Motzer.

Ebenso sucht das Land im sozialen Bereich verstärkt nach Fachpersonal, etwa in Krankenhäusern, Altersheimen und Kindergärten sowie in der Landwirtschaft. Wegen der günstigen Energiepreise und des kühlen Klimas sei Island auch ein attraktiver und boomender Standort für energieintensive Industrien wie die Aluminium- und Siliziumproduktion oder für Datencenter.

Isländische Sprachkenntnisse seien für eine Bewerbung keine Voraussetzung: „Natürlich ist es ein Vorteil, die Landessprache zu beherrschen, aber der überwiegende Teil der Isländer spricht sehr gut Englisch, manche verstehen zudem Deutsch“, erklärt der Experte.

Hohe Preise im Alltag

Allen Erwerbstätigen winkt ein sehr gutes Einkommen, das im weltweiten Vergleich eines der höchsten ist. Allerdings müsse man gleichzeitig auch mit hohen Steuern und Lebenshaltungskosten rechnen: „An das hohe Preisniveau muss man sich erst einmal gewöhnen – und das gilt für alle Bereiche: Ein Feierabendbier für elf Euro ist für uns Deutsche nicht alltäglich und auch der Wohnungsmarkt ist sehr hart umkämpft“, sagt Alexander Motzer.

Ein Pluspunkt sei dagegen die Offenheit des Volkes gegenüber Neuankömmlingen und Ausländern: „Im Beruf duzt man sich und es herrschen flache Hierarchien. Die Familie hat hier einen hohen Stellenwert und es ist in der Regel kein Problem, wichtige familiäre Angelegenheiten auch mal während der Arbeitszeit zu klären.“ Anfang 2018 wurde zudem ein Gesetz eingeführt, das grundsätzlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit garantiert und die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern minimieren soll. Außerdem werde versucht, die Dinge locker zu nehmen: „Bezeichnend ist hierfür der Satz, der infolge der Finanzkrise 2008 entstand: ‚Þetta reddast!‘, was so viel bedeutet wie „Das wird schon gutgehen!“

Weitere Informationen

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit

Die Seite berät Arbeitnehmer und Arbeitgeber zum internationalen Arbeitsmarkt und vermittelt Arbeitsstellen in der ganzen Welt.
www.zav.de

European Employment Services (EURES)

Das europäische Portal zur beruflichen Mobilität bietet Informationen über Stellen- und Ausbildungsangebote in Europa.
https://ec.europa.eu/eures/public/de

AHK

Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in Island mit Informationen zu Land und Ökonomie
http://island.ahk.de

Isländische Botschaft in Berlin

Hier findest du umfangreiche Informationen zum Land
www.botschaft-island.de

Auswärtiges Amt

Das Auswärtige Amt informiert über Sicherheit, Zollvorschriften, Einreise und die aktuelle medizinische Situation in Island
www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/island-node/islandsicherheit/223400

Island-Forum

Hier tauschen sich Island-Fans über aktuelle Fragen aus.
www.island-forum.com/cms

Invest in Iceland

Informationen zur Existenzgründung in Island
https://www.invest.is/doing-business/establishing-a-company

abi>> 08.08.2018