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La Dolce Vita

Kolosseum in Rom
Die Kulturschätze Italiens sind auf der ganzen Welt berühmt.
Foto: Archiv Möller Medien

Arbeiten in Italien: Hintergrund

La Dolce Vita

Arbeiten an einem Ort, an dem andere Urlaub machen – davon träumen viele. Italien ist für die Deutschen eine der beliebtesten Reisedestinationen und echtes Sehnsuchtsland, bietet aber auch beruflich interessante Möglichkeiten.

 Alles begann in den 1950er-Jahren, als die ersten deutschen Touristen nach Italien fuhren: Mit jenen, die sich an den Stränden der Adria niederließen, Sonne, Strand und gutes Essen genossen, entwickelte sich eine große Liebe zum Mittelmeerland – eine Liebe, die bis heute anhält. Kein Wunder, dass sich immer wieder Deutsche entscheiden, ihre Zelte hierzulande abzubrechen und sie rund 1.300 Kilometer weiter südlich wieder aufzuschlagen. Momentan ist dies nicht zuletzt deshalb wieder der Fall, da sich das Land nach der schweren Wirtschaftskrise langsam aufrichtet.

Dienstleistung ist der wichtigste Wirtschaftszweig

Ein Porträt-Foto von Claudia Süß

Claudia Süß

Foto: privat

Nicht nur das Wirtschaftswachstum und die Im- und Exporte entwickeln sich zum Positiven, auch der Arbeitsmarkt erfuhr im Jahr 2015 eine leichte Erholung. Die anhaltend hohe Jugendarbeitslosigkeit von rund 39 Prozent, die vor allem im Süden des Landes vorherrscht, bereitet der Politik allerdings weiterhin Sorgen.

Als wichtigste Wirtschaftsbranche gilt der Dienstleistungssektor. Besonders der Tourismus spielt im Mittelmeerland eine große Rolle. „Bei den Industriesektoren ist der Papier- und Drucksektor führend, gefolgt von der chemisch-pharmazeutischen Industrie, der Erdölindustrie, dem Lebensmittelsektor sowie der metallverarbeitenden und Elektroindustrie“, sagt Claudia Süß, Italienexpertin bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Italien dürfte sich in diesen Bereichen erstmals seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise im Jahr 2007 nun wieder auf die Suche nach Fachkräften machen, schätzt sie.

Niedrige Hürden für EU-Bürger

Wer sich angesichts dieser Entwicklung für einen Umzug nach Italien entscheidet, kann sich über niedrige, bürokratischen Hürden freuen: Eine Aufenthaltsgenehmigung braucht man dank der Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU nicht. Wer länger als drei Monate in Italien bleiben und arbeiten möchte, muss sich allerdings beim Einwohnermeldeamt (Ufficio Anagrafe) sowie beim nächstgelegenen Finanzamt (Agenzia delle Entrate) melden, um dort eine Steuernummer zu beantragen.

„Außerdem darf man nicht vergessen, sich beim örtlichen Gesundheitsamt registrieren zu lassen, um einen Hausarzt zu wählen sowie Zugang zu Gesundheitsleistungen und einer Krankenversicherungskarte (Tessera Sanitaria) zu erhalten“, erklärt Claudia Süß und ergänzt: „Italien hat ein Sozialversicherungssystem, das – ähnlich wie in Deutschland – an das Arbeitsverhältnis gekoppelt ist. Der Arbeitgeber übernimmt alle organisatorischen Dinge und führt die Beiträge an die Versicherungen ab.“

Kaum Unterschiede in Sachen Bewerbung

Auch was die Bewerbung um eine Stelle angeht, weiche die Vorgehensweise kaum von jener in Deutschland ab, weiß Claudia Süß. In Italien erwarten potenzielle Arbeitgeber ebenfalls ein Bewerbungsanschreiben, einen Lebenslauf und manchmal auch ein Motivationsschreiben – im Idealfall alles auf Italienisch verfasst. Einziger Unterschied: „Ein Passfoto beizufügen ist ebenso unüblich, wie Kopien von Diplomen, Zeugnissen oder ähnlichen Dokumenten. Diese Unterlagen sowie eventuelle Referenzen bringt man direkt zu den Vorstellungsgesprächen mit“, gibt die Expertin mit auf den Weg.

Übrigens: Von besonderem Interesse für deutsche Arbeitsuchende dürfte der Großraum Mailand mit den Provinzen Milano, Varese, Como, Bergamo und Novara sein. Hier sind die meisten deutschen Unternehmen angesiedelt.

Weitere Informationen

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit

Informationen rund um Ausbildung, Studium, Praktikum und Arbeiten im Ausland; in erster Linie auf Europa bezogen, aber auch außereuropäisches Ausland
www.arbeitsagentur.de/zav

EURES

Europäisches Portal zur beruflichen Mobilität, das umfangreiches Infomaterial, zum Beispiel zu Alltag und Arbeiten, vorhält.
www.ec.europa.eu/eures

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Länderinformationen inklusive Erfahrungsberichten von Deutschen in Italien

www.daad.de/laenderinformationen/italien/de/

Deutsche Vertretungen in Italien

Die Botschaft hat ihren Sitz in Rom; in Mailand gibt es ein Generalkonsulat.
www.italien.diplo.de/Vertretung/italien/de/Startseite.html

Italienische Botschaft in Berlin

Bei der italienischen Vertretung in Deutschland werden Informationen zu Reisepass, Visa und mehr geboten.
www.ambberlino.esteri.it

Länderinformation des Auswärtigen Amts

Das Auswärtige Amt hat Informationen zu den Themen Politik, Wirtschaft und Kultur über Italien zusammengetragen.
www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Italien_node.html

Agenzia delle Entrate

Bei der italienischen Steuerbehörde kann man eine italienische Steuernummer beantragen.
www.agenziaentrate.gov.it

Ministerio della Salute

Das italienische Gesundheitsministerium bietet Informationen zum Hausärztesystem, zur italienischen Krankenversicherung und mehr.
www.salute.gov.it

abi>> 18.11.2016