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Auf nach Fernost!

Der goldene Pavillon Kinkaku-ji in Kyoto
Tempel in Kyoto oder Wolkenkratzer in Tokio - wer die Vielfalt der japanischen Kultur länger erleben möchte, hat mehrere Möglichkeiten.
Foto: Meramo Studios

Arbeiten in Japan - Hintergrund

Auf nach Fernost!

Eine Arbeitsstelle in Japan zu ergattern, ist nicht leicht. Und ohne sehr gute Japanischkenntnisse ist es so gut wie unmöglich. Aber es gibt trotzdem Möglichkeiten, eine Zeit lang im Land von Kirschblüte, Sushi und Karaoke zu leben und zu arbeiten.

„Der einfachste Weg nach Japan führt über ein Working Holiday Visum“, weiß Patrick Lützler von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV). Damit kann man ein Jahr in Japan reisen und seine Reisekasse mit vorübergehenden Jobs auffüllen. „Das ist ideal, um erste Erfahrungen in Japan zu sammeln und Kontakte zu knüpfen.“ Um das Visum zu erhalten, muss man die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, einen entsprechenden Antrag in der Botschaft von Japan oder einem japanischen Generalkonsulat stellen sowie mindestens 18 und höchstens 30 Jahre alt sein. Außerdem muss man ausreichende finanzielle Mittel für die erste Zeit des Aufenthalts nachweisen (ca. 2.000 Euro) und die Flugtickets sowie einen gültigen Reisepass haben. Japanischkenntnisse sind zwar hilfreich, aber keine Voraussetzung für einen Working Holiday Aufenthalt. Auch Berufserfahrung braucht man hierfür nicht.

Patrick Lützler

Patrick Lützler von der ZAV

Foto: privat

Wer fließend Japanisch spricht und frisch von der Hochschule kommt, für den gibt es die Möglichkeit, als Assistent oder Assistentin für die Koordination internationaler Beziehungen (CIR) bis zu fünf Jahre lang in einem japanischen Rathaus zu arbeiten. Hierfür muss man sich beim JET-Programm der japanischen Botschaft bewerben und ein zweistufiges Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen. Für Hochschulabsolventen mit Lehr-Erfahrung gibt es im Rahmen dieses Programms Stellen als Deutschlehrer-Assistent (ALT). Auch eine Stelle als Sportberater (SEA) wird im JET-Programm an Deutsche vergeben.

Ein Pluspunkt: Berufserfahrung

Komplizierter wird es, wenn man eine Festanstellung in einem japanischen Unternehmen sucht. „Die großen Industriebranchen wie etwa Elektronik, Robotertechnik, Automotive und Maschinenbau benötigen vor allem IT-Spezialisten und Ingenieure mit Berufserfahrung“, erklärt Patrick Lützler. Bei Wirtschafts- und Geisteswissenschaftlern kommt es auf die jeweiligen Fachkenntnisse an. Mehrjährige Berufserfahrung sei auf jeden Fall ein Pluspunkt, meint der ZAV-Mitarbeiter. „Und Japanischkenntnisse auf sehr hohem Niveau sind unabdingbar.“
Für die Stellensuche sind Kontakte vor Ort empfehlenswert, beispielsweise persönliche Beziehungen oder die Teilnahme an Jobmessen oder Netzwerk-Veranstaltungen. Es kann auch helfen, über Online-Stellenbörsen zu suchen, wobei auch dort häufig verlangt wird, dass der Bewerber bereits in Japan lebt. „Für einige Berufsfelder ist außerdem zu klären, ob der in Deutschland erworbene Berufs- oder Hochschulabschluss in Japan offiziell anerkannt wird oder ob es sich um einen reglementierten Beruf handelt, für den man zwingend eine Anerkennung benötigt.“ Patrick Lützler rät, zur Vergleichbarkeit der Abschlüsse generell die Anerkennung des erworbenen Berufsabschlusses bei der zuständigen Anerkennungsbehörde zu beantragen.
Die Bewerbung selbst enthält – wie auch in Deutschland – unter anderem einen Lebenslauf. „Aber die kulturellen Unterschiede sind auch im Hinblick auf die Stellensuche nicht zu unterschätzen“, weiß Patrick Lützler. „Während es in Deutschland oft positiv bewertet wird, wenn man mehrmals die Stelle gewechselt hat, gilt in Japan ein mindestens dreijähriger Verbleib in einem Unternehmen als Standard. Praktika werden nicht als Berufserfahrung gewertet.“
Um dann wirklich in Japan arbeiten zu dürfen, braucht man schließlich ein Visum. „Es gibt verschiedene Arten von Arbeitsvisa“, erklärt Patrick Lützler. „In der Regel braucht man für alle ein Certificate of Eligibility.“ Das CoE muss der japanische Arbeitgeber beim Immigration Office vor Ort beantragen.

Info

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV)

Die Seite berät Arbeitnehmer und Arbeitgeber zum internationalen Arbeitsmarkt und vermittelt Arbeitsstellen in der ganzen Welt.
www.zav.de

JET-Programm – Das japanische Austausch- und Unterrichtsprogramm

www.de.emb-japan.go.jp/austausch/jet.html

Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan

http://japan.ahk.de/

Jobbörsen

https://gaijinpot.com/
https://jobsinjapan.com/
https://www.daijob.com/en/

Working-Holiday-Visum

www.de.emb-japan.go.jp/konsular/workingholiday.html

 ENIC

Infoseite zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse in Japan

www.enic-naric.net/asia-and-the-pacific.aspx?country=Japan&c=66&srcval=japan

abi>> 13.09.2017