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Oh, wie schön ist Kanada!

Ein kanadischer Stempel macht eine Aufenthaltsgenehmigung von sechs Monaten deutlich.
Einfach nach Kanada fliegen und dort arbeiten? So einfach ist es nicht: Vorher muss man sich um eine Arbeitsgenehmigung kümmern.
Foto: Hans-Martin Issler

Arbeiten in Kanada – Hintergrund

Oh, wie schön ist Kanada!

Wer denkt bei Kanada nicht an unberührte Natur und gastfreundliche Menschen? Kein Wunder, dass es neben den USA und Australien das beliebteste Einwanderungsland ist. Doch bei aller Weltoffenheit: Wer in Kanada leben und arbeiten möchte, muss einige bürokratische Hindernisse überwinden.

Eine wichtige Voraussetzung für die Auswanderung nach Kanada ist die Arbeitsgenehmigung – die sogenannte „temporary work permit“ – die man nur mit einem konkreten Jobangebot erhält. Und auch der Arbeitgeber hat Auflagen zu erfüllen. So muss eine kanadische Firma bei der „Human Resources Skills Development Canada“ (HRSDC) eine Arbeitsmarktprüfung beantragen, die nachweist, dass sich kein Kanadier für die Stelle gefunden hat. „Die Prüfung muss die Firma selbst bezahlen. Es ist also eine teure und aufwändige Angelegenheit und wird natürlich nur gemacht, wenn vor Ort wirklich Not am Mann ist“, erklärt Klaus Münstermann von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit.

Es gibt aber Alternativen. Man kann etwa als ‚Young Professional‘ am Programm ‚International Experience Canada‘ teilnehmen. „Zwar benötigt man auch hier ein Stellenangebot, es entfällt aber die Arbeitsmarktprüfung“, sagt der Experte. Das Programm ist auf zwölf Monate befristet.

Möglichkeiten erkennen

Porträt von Klaus Münstermann

Klaus Münstermann

Foto: privat

Viele schaffen auch über das sogenannte Provincial Nominee Programs (PNP) den Schritt über den Ozean. Das Programm ermöglicht den einzelnen Provinzen Kanadas, auf Grundlage eigener Kriterien potenzielle Einwanderer auszuwählen. „Dabei behält man seine deutsche Staatsbürgerschaft, bekommt aber viele Rechte“, erklärt Klaus Münstermann. „Wer also länger bleiben möchte, sollte das unbedingt erwägen.“ Aber aufgepasst: Das PNP lässt sich nur einmalig und vor dem 35. Lebensjahr in Anspruch nehmen.

Die Unterteilung Kanadas in 13 Provinzen und Territorien mit relativ autonomen Verwaltungen macht es aber auch komplizierter, so der Experte: „Es kann sein, dass ein Beruf in der einen Provinz anerkannt wird – in einer anderen aber nicht.“ Wichtig ist deshalb, sich umfassend zu informieren.

Dazu rät Klaus Münstermann ohnehin. Denn auch wenn man in Kanada sein persönliches Paradies finden kann: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Zum Beispiel gibt es oftmals keinen Kündigungsschutz und in manchen Branchen nur 14 Tage Jahresurlaub. Auch die soziale Absicherung ist nicht so gut wie hierzulande“, gibt er zu bedenken. Beispielsweise muss man für viele Krankenleistungen Zusatzversicherungen abschließen. Die Kultur sei dafür um einiges entspannter und offener: „In den meisten Unternehmen herrschen flache Hierarchien. Außerdem wird zwischen den Berufen nicht so unterschieden. Ein Handwerker wird etwa genauso hoch angesehen wie ein Arzt.“

Gefragte Branchen

Zwar ist der Handwerker-Boom allmählich vorbei, doch Zimmerleute, Tischler oder Dachdecker haben immer noch gute Chancen auf dem kanadischen Arbeitsmarkt. Dringend benötigt werden Lkw- und Landmaschinenmechaniker, Installateure und Rohrleitungsbauer sowie Ingenieure und Fachkräfte im Gesundheitswesen. Auch die Bergbauindustrie freut sich über Unterstützung aus dem Ausland.

Einen Wettbewerbsvorteil kann man sich aber nicht nur durch die Wahl der Branche, sondern auch durch eine räumliche Flexibilität verschaffen: „Alle wollen in Städte wie Vancouver oder Toronto“, berichtet Klaus Münstermann. „Wer nicht so wählerisch ist und auch bereit ist, in weniger bevölkerte Gegenden zu ziehen, erhöht seine Chancen.“

 

Weitere Informationen

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV)

Die Seite berät Arbeitnehmer und Arbeitgeber zum internationalen Arbeitsmarkt und vermittelt Arbeitsstellen in der ganzen Welt.

www.zav.de

Deutsch-Kanadische Industrie- und Handelskammer

Wer umfangreiche Informationen zum kanadischen Markt und eine Beratung zur Gründung von Unternehmen in Kanada sucht, wird hier fündig.
www.kanada.ahk.de

Kanadische Botschaft in Wien

Sie ist die einzige Stelle – auch für Deutschland – die Visa- und Einwanderungsangelegenheiten bearbeitet.
www.cic.gc.ca/english/information/offices/missions/vienna.asp

Kanada-entdecken

Hier gibt es Informationen zum Arbeiten in Kanada, zur Einwanderung und zu Austauschprogrammen. Zudem ermöglicht ein Forum den Austausch mit Gleichgesinnten.
www.kanada-entdecken.net

Auswärtiges Amt

Umfassende und aktuelle Informationen über Kanada findet man auch auf der Seite der Bundesbehörde.
www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Kanada_node.html

abi>> 21.07.2017