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Über den großen Teich

Auf einem Globus ist Nordamerika zu sehen.
Einmal um den Globus: Kanada ist ein beliebtes Reiseziel – nicht nur für Urlaube, sondern auch für längere Aufenthalte.
Foto: Julien Fertl

Arbeiten in Kanada

Über den großen Teich

Von Schwaben nach Toronto: Daniel Horn lebt seit eineinhalb Jahren in Kanada, direkt am riesigen Lake Ontario. Dort arbeitet er bei einer Niederlassung der deutschen Firma Gerhard Schubert GmbH. Seine Fähigkeiten als Mechatroniker – und seine deutsche Gründlichkeit – kann der 26-Jährige dabei sehr gut gebrauchen.

Einfach mal raus, das wäre doch toll“, dachte sich Daniel Horn. Bei dem Wunsch ging es ihm vor allem darum, mal das Städtchen Crailsheim zu verlassen – nicht aber seinen Job bei der dort ansässigen Firma Gerhard Schubert GmbH, einem Hersteller für Verpackungsmaschinen, aufzugeben. „Ich wusste, dass mein Arbeitgeber Niederlassungen in Nordamerika hat“, erzählt er. „Also habe ich nachgefragt, ob es möglich wäre, eine Weile dorthin zu gehen.“ Sein Traum: Kanada. Und tatsächlich gab es in Mississauga, einem Nachbarort von Toronto, eine freie Stelle.

Dann ging alles ganz schnell. „Im Juni 2015 habe ich mich mündlich beworben und im Oktober ging mein Flug“, erinnert sich der 26-Jährige. Dadurch, dass ihn eine deutsche Firma entsandt hat, musste er nicht durch die Mühlen der Bürokratie. „Es reichten meine Zeugnisse sowie ein polizeiliches Führungszeugnis. Der Rest wurde vom Arbeitgeber erledigt.“ Er bekam einen Entsendungsvertrag, in dem unter anderem eine Pauschale für ein Auto und eine Wohnung festgesetzt wurde.

Neue Herausforderungen

Porträt von Daniel Horn

Daniel Horn

Foto: privat

Kulturschock? Heimweh? „Nein, das gab es bei mir nicht“, sagt Daniel Horn lachend. „Die Kanadier sind alle sehr herzlich und vor allem unkompliziert.“ Auch seine Kollegen bereiteten ihm eine sprichwörtlich sanfte Landung: „Die meisten sind Deutsche, daher war der Druck nicht allzu groß, perfekt englisch zu sprechen.“

Kontakt zu Kanadiern hat der Mechatroniker trotzdem reichlich. Während er in Crailsheim Maschinen baute und lieferte, arbeitet er in Kanada als Service-Monteur im Außendienst. Kundenkontakt gehört daher zu seinem Alltag. Seine Aufgabe ist es, Maschinen zu reparieren oder zu programmieren. Er nennt ein typisches Beispiel: „Aus einem Viererpack Kekse soll eine Achterpackung gemacht werden. Dann komme ich, um die Verpackungsmaschine umzuprogrammieren.“ Eine komplexe Aufgabe, die er mit viel Sorgfalt erledigt. „Deutsche Wertarbeit wird hier sehr geschätzt“, betont Daniel Horn und fügt schmunzelnd hinzu: „Daher sehe ich mich auch ein bisschen als Botschafter.“

Quer durchs Land

In seinem Job kommt er viel rum. „Gerade war ich mehrere Tage in Quebec City, nächste Woche geht es nach Montreal.“ Das Fliegen macht ihm nichts aus, im Gegenteil: Er freut sich, noch andere Orte in dem großen Land kennenzulernen. „Viele Termine habe ich aber auch in Toronto und Umgebung, da fahre ich dann mit dem Firmenwagen hin“, erzählt er. Was ihn dann doch nervt: der Verkehr und die vielen Staus. Gerade bei solchen alltäglichen Ärgernissen fallen Daniel Horn die kulturellen Unterschiede auf. „Die Kanadier regen sich nicht so sehr auf, wenn sie mal im Stau stehen oder sich der Bus verspätet. Das kenne ich aus Deutschland anders.“

Seine Freizeit füllt Daniel Horn mit vielen Aktivitäten, etwa mit Fußballspielen, Camping oder Skifahren. Manchmal geht er auch mit Freunden zum Baseball, Basketball oder – typisch Kanada – Eishockey. „Toronto ist echt cool, da kann man unendlich viel machen“, schwärmt er. Trotzdem sei der lange Winter eine Herausforderung gewesen, der Sommer aber dafür umso schöner.

In einem halben Jahr läuft sein Vertrag in Kanada aus, dann geht es zurück nach Deutschland. „Es war eine tolle Erfahrung, aber ich freue mich auch, wieder nach Hause zu kommen“, resümiert er und sagt augenzwinkernd: „Am meisten habe ich natürlich Spätzle und vernünftiges Brot vermisst.“

abi>> 21.07.2017