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Die Vielfalt des Ostens entdecken

Frau deutet mit einem Stift auf eine Logistik-Landkarte.
Um viel zu erleben und Neues zu entdecken, muss man nicht unbedingt in die Ferne reisen. Auch in Europa gibt es viele spannende Orte.
Foto: Johannes Simon

Arbeiten in Mittel- und Osteuropa

Die Vielfalt des Ostens entdecken

Mittel- und osteuropäische Länder bieten prächtige Städte, reizvolle Natur und eine fesselnde Geschichte. Wie könnte man die Kulturen dieser Länder besser erfahren, als dort zu leben und zu arbeiten?

Mittel- und Osteuropa ist eine wirtschaftlich aufstrebende, quirlige und auch spannungsreiche Region, in der auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung herrscht“, weiß Miriam Neubert, Korrespondentin von Germany Trade & Invest (GTAI), der deutschen Gesellschaft für Außenwirtschaftsförderung.

Wer eine Affinität für die Region oder ein bestimmtes Land hat – etwa durch den familiären Hintergrund oder einen Erasmusaufenthalt –, „der wird auf viele Chancen stoßen“, meint die Marktbeobachterin, die selbst über 15 Jahre in Russland und in Tschechien gelebt hat. Für Miriam Neubert hat sich diese Ausrichtung, die ganz absichtslos mit dem Russischen im Abitur an einem Hamburger Studienkolleg begann, stets als Wettbewerbsvorteil erwiesen, auch in schwierigen Situationen. „Es gibt verhältnismäßig wenige Mitbewerber, die extrem motiviert sind, ihren Lebensmittelpunkt in diese Länder zu verlegen“, weiß die Expertin. „Wer im Studium ein Semester oder ein Praktikum beispielsweise in Polen, Rumänien, der Ukraine oder Russland absolviert, legt damit möglicherweise bereits einen Grundstein für die spätere Berufslaufbahn.“

Die Karriereleiter emporklettern

Ein Porträt-Foto von Miriam Neubert

Miriam Neubert

Foto: privat

Wen es für einen Arbeitsaufenthalt in die Region zieht, der kann seinen Trip auf eigene Faust planen und sich eine Stelle beispielsweise über Internetbörsen, die Zentrale Auslandsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) oder die jeweiligen Auslandshandelskammern suchen.

Besonders für Betriebswirtschaftler bietet sich ein Arbeitsaufenthalt in Mittel- und Osteuropa an: „Geschäftsführung, mittlere Ebenen und Werksleitungen werden in Filialen deutscher Unternehmen oft mit deutschen Managern besetzt.“ Auch in Wirtschaftsprüfungs- und Personalberatungsgesellschaften, Rechtsanwaltskanzleien oder Banken finden deutsche Spezialisten und Fachkräfte Beschäftigung.

Weil die Niederlassungen in Mittel- und Osteuropa kleiner sind, ist es leichter, die Karriereleiter emporzuklettern. Und: „Wer sich auf eine berufliche Chance einlässt, die ein deutscher Arbeitgeber in einer seiner mittel- oder osteuropäischen Filialen eröffnet, wird als flexibel und aufgeschlossen gelten“, betont Miriam Neubert.

Im Vorfeld gut informieren

Für einen Aufenthalt in EU-Mitgliedstaaten – etwa Bulgarien, Rumänien, Tschechien oder Kroatien – ist der Bürokratieaufwand deutlich geringer, weil eine Arbeitserlaubnis nicht nötig ist. Aber auch hier gilt es, sich genau zu informieren: Wo muss ich mich wann registrieren? Wo bin ich steuerpflichtig? Wo fällt die Sozial- und Krankenversicherung an? Wer sich für einen osteuropäischen Staat außerhalb der EU entscheidet, sieht sich zusätzlich konfrontiert mit Visum- und Zollregelungen sowie der Notwendigkeit einer privaten Krankenversicherung.

Informationen zu den jeweiligen Vorgaben halten die Botschaften des Ziellandes bereit. „Einen Länderüberblick mit Verlinkung bieten zum Beispiel die ZAV der Bundesagentur für Arbeit oder die Beratungsstellen für Auswanderer und Auslandstätige des Bundesverwaltungsamts“, weiß die Expertin. Über aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise zu den einzelnen Ländern informiert das Auswärtige Amt.

Eine Wohnung findet man durch entsprechende Internetportale, es gibt aber auch Startups, die sich auf die Vermittlung von Wohnraum bei kürzeren Aufenthalten spezialisiert haben.

Landessprache nicht zwingend erforderlich

Je nach Arbeitsposition ist es in einem mittel- oder osteuropäischen Land nicht unbedingt zwingend erforderlich, die Landessprache zu beherrschen. „In internationalen Unternehmen wird häufig Englisch oder Deutsch gesprochen“, erklärt die Korrespondentin.

Aber natürlich erleichtert es einem das Leben, Kenntnisse der Landessprache zu haben oder zu erwerben: Man ist ja nicht nur zum Arbeiten dort, sondern will dort auch leben und die Landeskultur erfahren. Diesen kulturellen Austausch findet Miriam Neubert besonders wichtig: „Veraltete Denkmuster zu überwinden und die Länder in Mittel- und Osteuropa differenziert und in ihrer ganzen Vielfalt wahrzunehmen, halte ich für einen weiteren und sehr wichtigen Aspekt des beruflichen Austauschs mit dieser Region.“

Weitere Informationen

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV)

Die ZAV berät dich zum Thema Arbeiten im Ausland und hilft dir bei der Jobsuche.
www.zav.de

Germany Trade & Invest

Die Außenwirtschaftsagentur der Bundesrepublik Deutschland bietet dir Infos zu internationalen Märkten und Ländern.
www.gtai.de

Auswärtiges Amt

Auf den Länderseiten findest du Infos zu Einreisebestimmungen, Sicherheitshinweisen, deutschen Vertretungen im Ausland und vieles mehr.
www.auswaertiges-amt.de

Deutsche Auslandshandelskammern

www.ahk.de

abi>> 04.01.2019