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Im hohen Norden

Holzhaus am See
Die schöne Natur in Norwegen wirkt auf viele deutsche Arbeitnehmer anziehend.
Foto: Julia Grimmiger

Arbeiten in Norwegen

Im hohen Norden

Unberührte Natur, angenehme Arbeitsbedingungen und eine hohe Lebensqualität – nicht ohne Grund gilt Norwegen vielen Deutschen als Sehnsuchtsland. Florian Olberg aus Karlsruhe arbeitet seit 2011 als sozialpädagogischer Leiter in Norwegen. Für abi>> berichtet der 33-jährige Sozialpädagoge von seinen Erfahrungen, die er bisher im Land der Gletscher und Fjorde machen durfte.

Florian Olberg ist pädagogischer Leiter eines Kindergartens in Nittedal nahe Oslo. „Meine Abteilung betreut 18 Kinder zwischen drei und sechs Jahren“, erzählt der 33-Jährige. Bei den „Borkenkäfern“ handelt es sich um eine Gruppe, die besonders viel Zeit im Freien verbringt. Dazu gehören drei Ausflüge in der Woche und ein eigener Zeltplatz im Wald. „Ich bin immer wieder begeistert davon, mit den Kindern so viel draußen in der Natur sein zu können“, sagt Florian Olberg.

Überhaupt ist der Sozialpädagoge begeistert von den Arbeitsbedingungen im norwegischen Kindergarten sowie vom Arbeitsklima, das unter den Kollegen herrscht: „Es besteht ein großer Zusammenhalt. Außerdem können wir uns viel Zeit für die Kinder nehmen und uns auf ihre Bedürfnisse fokussieren.“

Frühzeitig vorbereiten

Ein Porträt-Foto von Florian Olberg

Florian Olberg

Foto: privat

Nach Norwegen hat es Florian Olberg eher zufällig verschlagen. „Ich hatte schon immer Lust, zu verreisen und auch einmal im Ausland zu arbeiten“, sagt er. „Nach meinem Abschluss als Diplom-Sozialpädagoge bin ich deshalb zunächst zwei Monate durch Asien gereist.“ Danach arbeitete er drei Jahre lang in Hamburg in verschiedenen pädagogischen Institutionen. In dieser Zeit hat er seine heutige Frau kennengelernt. „Nachdem wir ein Jahr gemeinsam in Hamburg gelebt haben, fand sie eine gute Stelle in Oslo. Da ich wusste, dass in Norwegen Sozialpädagogen gesucht werden, zögerte ich nicht lange und entschied mich, sie zu begleiten“, berichtet er.

Um in Norwegen als Sozialpädagoge arbeiten zu können, hat sich Florian Olberg zunächst frühzeitig um die Anerkennung seines Studiums gekümmert. Da sein Aufenthalt länger als drei Monate dauern sollte, musste er außerdem eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen: „Wenn man als EU-Bürger in Norwegen einen Arbeitsvertrag hat, kann man sich unkompliziert registrieren lassen und eine Personennummer erhalten. Mit dieser ist man in der staatlichen Gesundheitsversicherung und kann problemlos ein Bankkonto eröffnen. Ohne Arbeitsvertrag ist es wesentlich schwieriger, aber mit viel Eigeninitiative ebenso möglich“, erklärt er.

Norwegisch für Anfänger

In Oslo angekommen, hatte Florian Olberg zunächst viel Zeit, sich mit dem neuen Land vertraut zu machen. „Ich ging zum Beispiel oft angeln oder habe lange Fahrradtouren gemacht. Dabei habe ich viel von der schönen Natur Norwegens gesehen“, erinnert er sich. Besonders wichtig war es ihm, sich von Anfang an zu integrieren. „Um die Sprache schnell zu lernen, habe ich mich bemüht, Kontakte zu Norwegern aufzubauen und möglichst viel Norwegisch mit ihnen zu sprechen. Zusätzlich lernte ich jeden Tag im Selbststudium zuhause.“

Über Kontakte fand Florian Olberg schließlich nach kurzer Zeit eine Teilzeitanstellung als Assistent in einem norwegischen Kindergarten und zeitgleich eine weitere Teilzeitstelle im deutschen Kindergarten Oslo. „Nach drei Monaten boten mir beide Arbeitgeber eine Vollzeitstelle an. Ich entschied mich für den deutschen Kindergarten Oslo, da er mir mehr Gehalt bot. Oslo ist eine sehr teure Stadt. Da wir nur wenig finanzielle Reserven hatten, mussten wir am Anfang auf jede einzelne Krone achten. Bereits sechs Monate später stieg er zum pädagogischen Leiter einer Kindergartengruppe auf.

„Eine große Bereicherung“

Da die Wohnungspreise in Oslo sehr hoch sind, entschieden sich Florian Olberg und seine Frau nach einiger Zeit, nach Nittedal zu ziehen, wo er eine neue Stelle als pädagogischer Leiter in einem norwegisch-sprachigen Kindergarten annahm. Dort arbeitet er seit August 2016.

Seine Entscheidung, nach Norwegen zu gehen, bereut er bis heute nicht: „In eine neue Kultur, Sprache und Gesellschaft einzutauchen, ist mit Anstrengung und Einsatz verbunden, gleichzeitig aber auch eine große Bereicherung.“

abi>> 13.12.2016