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„Can do“-Mentalität in Südafrika

Eine Reispass liegt auf einer Landkarte
Arbeiten im Ausland: Judith Osei nutzte das Angebot ihrer Firma, drei Jahre Auslandserfahrung sammeln zu können.
Foto: Martin Rehm

Arbeiten in Südafrika

„Can do“-Mentalität in Südafrika

Ein typisch deutsches Produkt auf dem südafrikanischen Markt platzieren – das ist Judith Oseis Aufgabe. Drei Jahre lang wird die Marketingexpertin dafür im südafrikanischen Durban arbeiten und leben. „Gewöhnungsbedürftig und spannend“, berichtet die 34-Jährige von ihren ersten beruflichen und privaten Erfahrungen.

Eine Zeit lang in Südafrika zu leben und zu arbeiten ist eine komplett neue Herausforderung“, sagt Judith Osei. Seit September 2017 lebt die 34-Jährige in Umhlanga Rocks, einem Vorort von Durban, an der Ostküste Südafrikas. Hier ist sie für eine Tochtergesellschaft des Hamburger Konsumgüterkonzerns Beiersdorf tätig. Ihre bekannteste Marke: Nivea. Als Senior Brand Manager passt sie die globalen Strategien für das Marketing der Körperpflegeprodukte an die Anforderungen in Südafrika an. Dazu gehört die Entwicklung von lokalen Marketingkampagnen. So kreiert sie zum Beispiel TV-Spots mit Botschaften, die bei Südafrikanern gut ankommen.

„Nach meiner Arbeit in einem gesättigten Markt wie Deutschland kann ich hier in Südafrika andere Marktdynamiken und Konsumenten kennenlernen“, erklärt die Marketingexpertin. „Ich finde es spannend, die Markenpositionierung in einem Land voranzutreiben, in dem Nivea keine 100-jährige Historie hat und noch enormes Wachstumspotential besitzt.“ Mindestens drei Jahre wird die 34-Jährige, die im niederländischen Maastricht ihren Bachelor und Master in Strategic Marketing absolviert hat, in dem Schwellenland bleiben. Ihr deutscher Vertrag ruht während dieser Zeit.

Unterstützung bei der Vorbereitung

Ein Porträt-Foto von Judith Osei

Judith Osei

Foto: privat

Bei der Vorbereitung auf ihren Auslandsaufenthalt wurde Judith Osei intensiv von Beiersdorf unterstützt, etwa mit einem interkulturellen und einem Sicherheitstraining sowie einem Orientierungstrip nach Südafrika, um das Land schon im Vorfeld etwas kennenzulernen. Auch beim Umzug hat das Unternehmen geholfen. „Die Unterstützung durch die entsendende Firma ist für Expats extrem wichtig und vorteilhaft, da der Schritt ins Ausland einiges an Organisation bedarf“, sagt sie.

Gleichzeitig sei aber auch eine gute Eigenorganisation und Geduld in der Planungsphase vonnöten. Die Beantragung des Visums mit medizinischen Tests, Auskünften zur persönlichen finanziellen Situationen und polizeilichem Führungszeugnis etwa war sehr aufwendig, erinnert sie sich und ergänzt: „Man muss sich sehr gut organisieren und alle To-dos pünktlich angehen – zum Beispiel die Wohnung in Deutschland kündigen, die Krankenversicherung informieren und sich bei den relevanten Ämtern abmelden.“

Leben in einer Zweiklassengesellschaft

Die erste Zeit nach ihrer Ankunft in Südafrika war schwierig für Judith Osei. Sie musste sich erst einmal an die Zweiklassengesellschaft mit sehr reichen und sehr armen Südafrikanern gewöhnen: „Die sogenannte ‚Rainbow Nation' ist für mich hier in Südafrika nicht so sichtbar, wie ich es erwartet hatte. Die Trennung der verschiedenen ‚Kulturen‘ ist selbst 25 Jahre nach der Apartheid noch spürbar“, berichtet sie. Gewöhnungsbedürftig seien auch die Sicherheitsrestriktionen gewesen. Sie wohnt in einer bewachten Wohnanlage mit 24-Stunden-Security. Das sei dort die Norm. Wenn sie unterwegs ist, dann fast immer mit dem Auto. Zu Fuß zu gehen sei schon allein aus Mangel an Bürgersteigen nicht leicht.

„Mittlerweile kenne ich aber die lokalen Regeln, fühle mich wirklich sicher und genieße es sehr, hier zu sein“, betont die 34-Jährige. Hilfreich fand sie es, dass sie von ihrem Team toll aufgenommen wurde. Im Arbeitsalltag vermisst sie manchmal trotzdem deutsche Prozesse und Effizienz, schätzt jedoch die einzigartige Mentalität und die positive „Can do“-Attitude der Südafrikaner.

Auch außerhalb der Arbeit unternimmt sie viel mit ihren Kollegen, genießt das tolle Essen, den guten Wein, die Landschaft und das Freizeitangebot mit Wochenendtrips, Safaris und Surfen. Und das alles bei wunderbarem Wetter: „Es ist wirklich toll, fast jeden Tag mit der Sonne aufzustehen – besonders, wenn man zuvor in Hamburg gewohnt hat.“

abi>> 30.07.2018