Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Weltweit im Einsatz

Ein junger Mann sitzt hinter einem Schalter und kümmert sich um eingehende Anträge.
Bei der Arbeit in der deutschen Botschaft gestaltet man die Außenpolitik aktiv mit und lernt viele Kulturen und Sprachen kennen.
Foto: Jens Oellermann

Diplomatin

Weltweit im Einsatz

Drei Jahre Sarajevo, drei Jahre Berlin und dann wieder ganz woanders hin: Als Diplomatin ist Ellen Harte weltweit einsetzbar – ihr ganzes Berufsleben lang. abi>> erzählt die 30-Jährige, warum sie eine Karriere im höheren Dienst beim Auswärtigen Amt eingeschlagen hat.

Seit August arbeitet und lebt Ellen Harte in Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina. Es ist ihr erster Auslandsposten als Diplomatin und es werden zahlreiche weitere folgen. Wer sich für den höheren Auswärtigen Dienst entscheidet, sagt einer „uneingeschränkten weltweiten Versetzungsbereitschaft“ zu. Die Angehörigen des Auswärtigen Dienstes können an den über 230 deutschen Auslandsvertretungen und im Auswärtigen Amt in Berlin eingesetzt werden. Alle drei bis vier Jahre wechseln Einsatzort und Fachgebiet. Man kann Präferenzen nennen, doch die Entscheidung, wo man eingesetzt wird, obliegt letztlich der Personalabteilung, erklärt Ellen Harte: „Man muss Lust auf die ganze Welt haben und sich bewusst sein, dass man alle paar Jahre wieder quasi von Neuem anfängt.“

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Ein Porträt-Foto von Ellen Harte

Ellen Harte

Foto: Auswärtiges Amt

Partner und Kinder sollten in die Überlegung, ob man eine solche Karriere einschlägt, einbezogen werden, rät sie. Schließlich sei es eine Herausforderung für alle Beteiligten, da die Familie im Regelfall mit von Land zu Land zieht. Für Ellen Harte ist dieser Beruf genau richtig: „Ich gestalte die deutsche Außenpolitik aktiv mit und lerne viele Länder, Sprachen, Kulturen und Menschen kennen.“

Ihre Affinität für internationales Arbeiten zeigte sich schon zu Studienzeiten: Den Deutsch-Französischen Studien an der Uni Regensburg und der Uni Clermont-Ferrand mit dem Doppelabschluss Bachelor of Arts/Licence schloss sie einen Master in European Studies an der Uni im dänischen Aarhus an. Dort arbeitete sie danach bei der Erasmus-Koordination, ging dann an die dänische Botschaft in Berlin, bevor sie sich für den höheren Auswärtigen Dienst bewarb. Ein Master ist Voraussetzung, wobei das Fachgebiet keine Rolle spielt. Politikwissenschaft, Völkerrecht, Rechts- und Konsularwesen sowie unter anderem Seminare zu Personalführung und Medientraining stehen in der 12-monatigen Ausbildung auf dem Stundenplan.

Über die Sprache das Land verstehen

Dass ihr erster Auslandseinsatz sie an die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Sarajevo führt, freut Ellen Harte, die bereits seit Jahren ein Faible für die Länder des Balkans hat. Als Leiterin des Referats für Presse, Kultur und Protokoll betreut sie bosnische Journalisten, kümmert sich um Kultur-Kooperationen, fördert die deutsche Sprache und organisiert Veranstaltungen. Zudem ist sie für die Betreuung wichtiger Besucher aus Deutschland und die Sportförderung zuständig.

Unterstützt wird sie von den deutschen und besonders den bosnischen Kollegen. Diese helfen ihr im Privaten wie im Beruflichen weiter, damit es beispielsweise nicht zu Missverständnissen bei Arbeitsabläufen und in der Kommunikation kommt. Noch spricht Ellen Harte nicht fließend Bosnisch. Die Sprache zu lernen ist für sie selbstverständlich: „Es ist eine Wertschätzung, die man den Menschen entgegenbringt, und es hilft, das Land zu verstehen: Über die Sprache erfährt man viel über Denkweisen“, findet sie. Wer im Auswärtigen Amt arbeiten möchte, sollte ein Faible für Fremdsprachen haben: Sehr gute Kenntnisse in Englisch sowie in Französisch oder einer anderen Sprache sind Voraussetzung. Außerdem muss jeder Bewerber ein anspruchsvolles Auswahlverfahren, bestehend aus Online-Test, schriftlichem und mündlichem Teil, bestehen.

In drei Jahren wird Ellen Harte nach Berlin ins Außenministerium wechseln. „Wir sind Augen, Ohren und Mund der Bundesrepublik. Ich versuche, hier alles wahrzunehmen, was für Deutschland wichtig ist, und zugleich den Menschen ein authentisches Deutschlandbild zu vermitteln. Dafür muss ich die Bindung zu Deutschland aufrechterhalten und immer wieder auch dort leben und arbeiten. Sonst kann ich meinem Auftrag nicht gerecht werden.“

abi>> 20.11.2018