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Auf alle Situationen vorbereitet

Detail: Anästhesietechnischer Assistent stellt die Narkosemittel bereit
Anästhesietechnische Assistenten unterstützen die Narkoseärzte im Operationssaal.
Foto: Axel Jusseit

Anästhesietechnischer Assistent

Auf alle Situationen vorbereitet

Er reicht Instrumente für den Beatmungsschlauch, überwacht Atmung und Kreislauf der Patienten und dokumentiert den Verlauf der Narkose – als rechte Hand der Narkoseärzte begleitet der Anästhesietechnische Assistent Florian Espenhahn (25) Operationen am Universitätsklinikum in Halle an der Saale.

„Man muss absolut teamfähig und genau sein“, sagt Florian Espenhahn. Denn im Operationssaal kümmert sich ein Team aus Chirurgen, Operationstechnischen Assistenten, Fachkrankenschwestern und -pflegern gemeinsam um die Patienten. Vor jeder Operation schaut sich der 25-Jährige den geplanten Ablauf an, legt die für die anstehende Narkose notwendigen Geräte und Materialien bereit und überprüft sie.

Mit den Kollegen holt er den betreffenden Patienten aus dem Vorbereitungsraum und fährt ihn in den Einleitungsraum der Narkoseabteilung. Dort legt er dem Patienten den Zugang zur Vene. Zentralvenöse Zugänge legt ausschließlich der Anästhesist also der Facharzt für Anästhesiologie, dafür reicht ihm Florian Espenhahn die Materialien steril an. Ebenso medizinische Geräte, mit denen der Arzt die Atmung des Patienten sicherstellt. „Bei alldem muss ich mich immer mit dem Anästhesisten abstimmen“, betont er.

Über zehn Stunden im OP

Ein Porträt-Foto von Florian Espenhahn

Florian Espenhahn

Foto: Privat

Von der ambulanten Augen-OP bis hin zum Eingriff an Herz und Lunge – an manchen Tagen wirkt der Anästhesietechnische Assistent an acht Operationen mit. Eine ambulante Augen-OP kann dabei nur 20 Minuten dauern, eine Operationen an Herz oder Lunge etwa vier bis fünf Stunden. Seine längste Operation war eine Herzoperation mit über zehn Stunden.

Während der OP hält Florian Espenhahn gemeinsam mit den Anästhesisten die Narkose aufrecht und reicht ihnen nach Anweisung die entsprechenden Medikamente. Er kümmert sich auch um das Notfallmanagement und bereitet nebenbei die nächste Narkose vor. Außerdem dokumentiert er, wie der Kreislauf sichergestellt wird. Nach erfolgter Operation fährt Florian Espenhahn den Patienten zusammen mit Anästhesist und Chirurg in den Aufwachraum und übergibt ihn an das dortige Personal. Er säubert die verwendeten Instrumente, räumt auf und kontrolliert alles für die nächste Narkose.

Als Anästhesietechnischer Assistent arbeitet Florian Espenhahn im Mehrschichtsystem. „Das ist kein normaler Drei-Schicht-Betrieb wie auf Station, sondern es gibt Früh- und Spätschichten, Rufbereitschaften oder 24-stündige Wochenenddienste“, erklärt er.

In Notfällen richtig reagieren

„Die Arbeit im Bereich des Zentral-OP an der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin ist sehr abwechslungsreich. Ich kann immer wieder neueste technische Geräte und Narkoseverfahren anwenden“, sagt Florian Espenhan. Daneben muss er die Medikamente kennen und wissen, wie sie dosiert werden müssen und wie sie wirken. Er muss in Notfällen richtig reagieren und mit allen Situationen der Narkose auch alleine klarkommen können. Dabei helfen ihm gutes Selbstvertrauen und Respekt vor den Menschen.

Schon seine dreijährige Ausbildung zum Anästhesietechnischen Assistenten absolvierte Florian Espenhahn am Uniklinikum in Halle. Nach seinem Abschluss im Jahr 2013 wurde er übernommen. Auf den Beruf wurde er während seines Zivildienstes an einem anderen Krankenhaus aufmerksam.

Für die Zukunft plant Florian Espenhahn entweder eine interne Weiterbildung am Uniklinikum oder aber ein duales Studium im Bereich Pflegemanagement, um noch mehr über organisatorische Abläufe zu lernen und eventuell einmal ein Team leiten zu können.

abi>> 15.06.2016