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„Die Arbeit als Arzt ist sehr abwechslungsreich“

Ein junger Arzt tastet die Lymphknoten einer Patientin ab.
Das Berufsfeld Humanmedizin ist spannend und abwechslungsreich.
Foto: Julien Fertl

Assistenzarzt

„Die Arbeit als Arzt ist sehr abwechslungsreich“

Die meisten Mediziner absolvieren nach dem Studium eine fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt. Theodor Uden ist einer von ihnen. Seit einem Jahr arbeitet der 26-Jährige als Assistenzarzt in der Uniklinik der Medizinischen Hochschule in Hannover, wo er zum Kinder- und Jugendmediziner ausgebildet wird.

Infektionen, Krampfanfälle, Vergiftungen, Unfälle: Wenn Theodor Uden morgens in der Klinik ankommt, weiß er noch nicht, was ihn an diesem Tag erwartet. „Die Arbeit als Arzt ist sehr abwechslungsreich“, erklärt der Mediziner. „In der Notaufnahme stehen akute Notfälle im Vordergrund, während auf den anderen Stationen des Krankenhauses Untersuchungen und Therapien geplant und durchgeführt werden. Und natürlich variieren auch die zu behandelnden Erkrankungen und die Patienten von Tag zu Tag.“

Vor einem Jahr hat der 26-Jährige sein Medizinstudium beendet und die Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin begonnen. Währenddessen arbeitet er unter Anleitung von erfahrenen Medizinern als angestellter Arzt an der Medizinischen Hochschule in Hannover. „Der Alltag an der Universitätsklinik ist sehr interessant, da wir hier in großen Teams zahlreiche Patienten mit komplexen Erkrankungen behandeln“, berichtet Theodor Uden. „Außerdem komme ich dort mit Forschung in Kontakt, was ebenfalls spannend ist.“ Alle sechs Monate wechselt er zwischen den Abteilungen der Kinderklinik, um die dort vorherrschenden Krankheitsbilder und Untersuchungen kennenzulernen.

Teamfähigkeit, Flexibilität und Empathie

Ein Porträt-Foto von Theodor Uden

Theodor Uden

Foto: Theodor Uden

„Generell beginnt mein Arbeitstag damit, dass ich von den Kollegen des Nachtdienstes bei der Übergabe über die aktuelle Situation der Patienten informiert werde. Da erfahre ich zum Beispiel, welche Notfälle es gab und welche Menschen neu aufgenommen wurden“, erzählt Theodor Uden. „Anschließend steht die Visite auf dem Programm.“ Das bedeutet, dass der Assistenzarzt gemeinsam mit dem zuständigen Fach- oder Oberarzt die Patienten besucht, mit ihnen aktuelle Untersuchungsergebnisse bespricht und die nächsten medizinischen Schritte festlegt. Nach der Visite organisiert er Untersuchungen oder führt sie selbst aus. „Außerdem haben wir oft Besprechungen, in denen wir komplexe Krankheitsfälle diskutieren. Für jeden Patienten wird zusätzlich ein Arztbrief verfasst, sodass auch einige Arbeit am Schreibtisch anfällt.“

Teamfähigkeit, Flexibilität, Empathie und Interesse an medizinischen Themen sind die Voraussetzungen, die Theodor Uden in diesem Beruf für unbedingt notwendig erachtet. „Als Arzt muss man gelegentlich schnell reagieren und je nach Situation bestimmte Entscheidungen treffen“, erklärt er. „Man sollte bereit sein, Patienten, die sich in extremen Situationen befinden, so gut es geht zu begleiten und aufzufangen. Und natürlich gehören auch regelmäßige Fortbildungen dazu, um auch nach dem Studium fachlich weiter zu kommen.“ Die häufig im Zusammenhang mit dem Arztberuf genannte Stressresistenz empfindet der 26-Jährige ebenfalls als wichtig. „Natürlich gibt es immer wieder stressige Situationen. Man wächst aber an ihnen und lernt, souveräner damit umzugehen.“

Ein Medizinstudium lohnt sich

Und auch das Medizinstudium selbst kann stressig sein. „Vor allem in den ersten zwei Jahren werden viele naturwissenschaftliche Grundlagen gelehrt, also Biochemie, Physiologie und Zellbiologie. Das war anstrengend“, erinnert sich der Assistenzarzt. „Im anschließenden klinischen Studienabschnitt rückt die Lehre über verschiedenen Krankheitsbilder und ihre Therapien in den Vordergrund. Schon in den ersten Semestern hat man regelmäßig mit Patienten zu tun und lernt die Anamnese (Anm.: systematische Befragung eines Patienten) und Untersuchung kennen, was sehr fordernd ist.“ Sich hier durchzubeißen, ist seiner Meinung nach aber auf jeden Fall lohnenswert. „Mit einem Medizinstudium hat man ein großes Spektrum an Möglichkeiten. Wer nicht als Arzt in der direkten Patientenversorgung arbeiten möchte, kann in die Forschung gehen, in Behörden arbeiten oder auch in der Unternehmensberatung. Da ist für alle Interessen etwas dabei“, findet Theodor Uden. Er selbst möchte gerne nach Abschluss seiner Facharztausbildung an der Klinik bleiben.

abi>> 28.02.2017