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Aufsicht und Hilfestellung

Blick aus Fenster hinter Gittern
Bewährungshelfer haben täglich mit verurteilten Straftäten zu tun, deswegen sind Menschenkenntnis und Lebenserfahrung für den Beruf sehr wichtig.
Foto: Martin Rehm

Bewährungshelfer werden

Aufsicht und Hilfestellung

Um als Bewährungshelfer tätig werden zu können, wird in der Regel ein abgeschlossenes Studium im sozialen Bereich vorausgesetzt. In den meisten Bundesländern sind Bewährungshelfer im Beamtenstatus bei der Justiz angestellt.

Bewährungshelfer betreuen straffällig gewordene Menschen, deren Strafvollzug auf Bewährung ausgesetzt ist. „Für ihre Arbeit benötigen sie vor allem Berufserfahrung, Lebenserfahrung und Menschenkenntnis“, betont Holger Gebert, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer e.V. Schließlich haben sie tagtäglich mit verurteilten Straftätern zu tun, denen sie beratend und betreuend zur Seite stehen. Im Einvernehmen mit dem zuständigen Gericht überwachen sie, ob diese alle Auflagen erfüllen, also beispielsweise gemeinnützige Arbeit leisten. Darüber, und über die Lebensführung ihrer Probanden, berichten sie dem Gericht regelmäßig – insbesondere auch dann, wenn sie von neuen Straftaten erfahren.

Porträt von Holger Gebert

Holger Gebert

Foto: privat

Das Hilfsangebot orientiert sich am jeweiligen Bedarf der betreuten Person und an dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. „Dazu zählen neben der Beratung auch Unterstützung und praktische Hilfen bei persönlichen, finanziellen und rechtlichen Problemen sowie der Kommunikation mit Behörden wie der jeweiligen Arbeitsagentur, dem Wohnungsamt, dem Sozialamt und den Gerichten“, ergänzt Holger Gebert. „Möglich sind auch Informationen über und die Vermittlung an Beratungsstellen, etwa die Schuldnerberatung, Suchtberatung, Familienberatung oder therapeutische Einrichtungen.“ Bei jugendlichen Probanden kommen zudem erzieherische Aufgaben hinzu.

Teilweise Berufspraktikum nötig

Der Experte kennt die Voraussetzungen für diesen Beruf: „Erwartet werden grundsätzlich ein mit Diplom oder Bachelor abgeschlossenes Studium der Fachrichtung Sozialarbeit oder Sozialpädagogik. In einigen Bundesländern ist außerdem ein anschließendes einjähriges Berufspraktikum nachzuweisen.“ Infrage kommende Studiengänge finden Interessierte etwa bei studienwahl.de. Die ebenfalls für die Einstellung erforderliche staatliche Anerkennung können Absolventen beantragen, sofern sie das Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen etwa in der sozialen Beratung, im Konfliktmanagement, im Sozialrecht, im bürgerlichen Recht sowie im Zivilprozessrecht.

Holger Gebert kennt auch die typischen Arbeitgeber und Zuständigkeiten: „In den meisten Bundesländern sind Bewährungshelfer direkt bei der Justiz angestellt. Anstellungsbehörde ist in der Regel das Präsidium des Oberlandesgerichtes; in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg sind es unterschiedliche senatorische Dienststellen.“ In Deutschland gibt es derzeit rund 2.500 Bewährungshelfer.

Weitere Informationen

 

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Bewährungshelfer/in)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit
www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de
Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer e.V.
www.bewaehrungshilfe.de

Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. – DBSH
www.dbsh.de

 

abi>> 31.07.2015