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Patienten rundum im Blick

Die Gesundheitsmanagerin Kristin Härtig hospitiert in verschiednen Abteilungen der Charite, sie lernt den Tagesablauf und Problematiken des Krankenhausalltags kennen und lernt die Balance zwischen Management und Arbeitsalltag.
Case Manager in Krankenhäusern kümmern sich um organisatorische Fragen der Patienten und koordinieren den Behandlungsablauf.
Foto: Sonja Trabandt

Case Managerin

Patienten rundum im Blick

Krankenhauspatienten vom ersten Gespräch bis zur Entlassung begleiten – das ist die Aufgabe von Stefanie Houben (28). Sie arbeitet als Case Managerin in der Abteilung für Plastische Chirurgie der Uniklinik RWTH Aachen.

Stefanie Houben steht im intensiven Kontakt mit den Patienten der Klinik: Die 28-Jährige plant, koordiniert und überwacht den Behandlungsablauf. „Ich stelle mich bei allen Patienten der Station vor. Während des stationären Aufenthalts bin ich ihre zentrale Ansprechpartnerin für alle organisatorischen Fragen: von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen über die Gesprächsvermittlung zum Sozialdienst und die Organisation von Transporten bis hin zur Entlassung – ob als Verlegung in ein anderes Krankenhaus, in eine Anschlussheilbehandlung oder ins häusliche Umfeld.“

Jeden Schritt koordinieren

Ein Porträt-Foto von Stefanie Houben

Stefanie Houben

Foto: privat

Die Patienten stellen sich üblicherweise ambulant bei den Ärzten in der Poliklinik vor, die über eine Operation und deren Dringlichkeit entscheiden. „Bei Operationen, die noch am gleichen Tag stattfinden müssen, werde ich sofort aktiv. Ich organisiere einen Bettenplatz und informiere die jeweilige Stationsleitung“, sagt sie.

Patienten mit länger im Voraus planbaren Operationen kommen mit dem OP-Einbestellungsbogen des Arztes von der Poliklinik in Stefanie Houbens Büro. „Anhand des Bogens besprechen wir die nächsten Schritte der stationären Aufnahme und ich erkläre, wie sich der Patient darauf vorbereiten soll“, erläutert die 28-Jährige. „Je nach Fall vereinbare ich ein Gespräch beim Anästhesisten oder stimme weitere Untersuchungen ab, beispielsweise in der Radiologie. Im Bedarfsfall bestelle ich in Abstimmung mit der Poliklinik Prothesen und kontrolliere deren pünktliche Lieferung am OP-Tag. Schließlich lege ich gemeinsam mit dem Oberarzt den OP-Plan fest – einschließlich etwaiger Verschiebungen oder neuer Operationen für jene Patienten, die bereits auf der Station liegen.“

Wichtig für ihre Arbeit sind ein fundiertes Fachwissen und Erfahrung mit den Krankenhausabläufen. „Dazu kommen ein hohes Maß an Organisationstalent, interdisziplinäres Denken sowie soziale Kompetenz und Empathie“, ergänzt sie.

Weiterbildung zur beruflichen Veränderung

Das Berufsbild der Case Managerin lernte Stefanie Houben kennen, als sie 2010 eine Anstellung als Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie in der Aachener Uniklinik bekam. Ihre Ausbildung hatte sie zuvor in einem kleineren Krankenhaus absolviert. „Nach drei Jahren im Beruf stand mir der Sinn nach Veränderung. Ich bewarb mich erfolgreich um ein Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung und hospitierte zwei Tage im Case Management der Klinik. Der vielschichtige Bereich mit seinen zahlreichen Schnittstellen hat mich sofort interessiert.“

Stefanie Houben entschied sich daraufhin für die neunmonatige Weiterbildung zur Case Managerin an der Katharina-Kasper-Akademie in Gangelt, die sie 2014 mit einem Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC) abschloss. Während der Weiterbildung reduzierte sie ihre Arbeitszeit auf 60 Prozent. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie zunächst als sogenannte „Case-Management-Springerin“ auf verschiedenen Stationen der Uniklinik Aachen. Seit Mai 2017 gehört sie nun fest zum Team der Abteilung Plastische Chirurgie. Ihr gefällt ihr vielseitiger Beruf: „Ich habe den gesamten Behandlungsablauf im Blick. Zudem stehe ich neben der Büroarbeit viel im Kontakt mit der Station und den Patienten.“

abi>> 26.09.2017