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Mehr Spaß am Leben

Bunte Luftschlangen vor weißem Hintergrund.
Wer als Clown arbeiten möchte, sollte Humor haben, lustig sein und gerne im Mittelpunkt stehen.
Foto: Nicole Schwab

Clown

Mehr Spaß am Leben

Jan Karpawitz (34) hat das Clown-Sein im Blut: Von seinen Eltern hat er sich die Freude an diesem Beruf abgeguckt. Heute bereitet er selbst als professioneller Clown anderen Menschen Vergnügen. Dabei hilft ihm das Rüstzeug, das er sich während der Ausbildung an einer Clown-Schule erarbeitet hat.

Obwohl Jan Karpawitz in eine Clown-Familie hineingeboren wurde, wählte er selbst zunächst den Weg ins klassische Schauspiel und besuchte die private European Film Actor School (EFAS) in Zürich. Die kostenpflichtige Ausbildung zum Clown an der Tamala Clown Akademie in Konstanz absolvierte er nebenbei. „Die Schauspielausbildung ist keine Voraussetzung für eine Karriere als Clown, ein Vorteil ist sie schon“, sagt Jan Karpawitz. „Wichtiger ist jedoch die innere Einstellung, dass man Humor hat, lustig ist und auf der Bühne stehen kann.“ Entsprechend trafen sich in seiner Klasse Menschen mit teilweise sehr unterschiedlichen Hintergründen. Junge Leute, die das Clown-Sein direkt nach der Schule ausprobieren wollten, Menschen aus Gesundheits- und sozialen Berufen, Ingenieure und Manager.

Pendeln zu den Seminarwochenenden

Ein Porträt-Foto von Jan Karpawitz

Jan Karpawitz

Foto: Hubel Grainer

Jan Karpawitz fuhr insgesamt zwei Jahre lang meist einmal pro Monat zu den Seminarwochenenden an den Bodensee. Dort lernte er zunächst die verschiedenen Charaktere des Clowns und ihre jeweilige Geschichte kennen. An manchen Wochenenden widmete er sich Stimmbildung und Bewegung, an anderen Rollen- und Szenenarbeit. In einem größeren Unterrichtsblock, der sich über zehn Tage erstreckte, studierte er gemeinsam mit seinen Ausbildungskollegen ein Stück für ein Straßentheaterprojekt ein. Er spielte sich durch verschiedene Clowntypen und erarbeitete sich mithilfe der Dozenten und Kollegen einen eigenen Clowncharakter. In einer Aufführung zum Abschluss der Ausbildung zeigte die ganze Klasse gemeinsam, was sie gelernt hatte.

Heute arbeitet Jan Karpawitz hauptberuflich in diesem besonderen Beruf. „Clown zu sein bedeutet, den anderen etwas zu geben“, betont Jan Karpawitz. „Menschen im besten Fall zum Lachen zu bringen, aber auch, sie für einen Moment aus dem Alltag zu holen, die Welt anders und lustiger drehen zu lassen.“

Kein Alltag, aber Struktur

Jan Karpawitz arbeitet freiberuflich – einen typischen Arbeitsalltag hat er daher nicht, dennoch ist seine Woche strukturiert: Dienstags und mittwochs organisiert er seine Einsätze und Auftritte, schreibt Rechnungen und erledigt Büroarbeiten. Gegen Ende der Woche und meist auch am Wochenende stehen Auftritte an. Dafür nimmt er sich den Montag frei.

Gebucht wird er zum Beispiel für Feste, Unternehmensfeiern oder für Auftritte in Seniorenheimen und auf Intensivpflegestationen. Denn Jan Karpawitz hat sich auch zum Klinik-Clown fortgebildet. Bei diesen Einsätzen geht es nicht immer nur ums Lachen. „Hierfür muss ein Clown seine Persönlichkeit schulen, er muss genau wissen, was er in welchem Moment macht – und damit eine Emotion bei seinem Gegenüber auslösen“, erklärt der 34-Jährige.

Sein Wissen gibt er zudem als Dozent an der Tamala Clown Akademie weiter. Diese Tätigkeit dient ihm als gute Referenz und erleichtert es ihm, neue Aufträge an Land zu ziehen. Denn auch das ist Teil seiner Freiberuflichkeit. „Die Auftragslage schwankt je nach Saison“, beobachtet er. Im Sommer und im Winter hat er viel zu tun, im Frühling und Herbst wird er weniger gebucht.
Die Abwechslung und die immer neuen Herausforderungen, die jedes Publikum und jede Aufführungssituation an ihn stellen, begeistern Jan Karpawitz. Er kann sich keinen anderen Beruf vorstellen. „Als Clown habe ich einfach mehr Spaß am Leben“, sagt er.

abi>> 14.12.2018