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Viele Wege führen ans Ziel

Patienten arbeiten mit Ton.
Die Ergotherapie arbeitet mit verschiedenen Behandlungsansätzen, die indivduell auf den Patienten zugeschnitten sind.
Foto: Elizaveta Shlosberg

Ergotherapie: Hintergrund

Viele Wege führen ans Ziel

Wer in der Ergotherapie arbeiten möchte, hat unterschiedliche Zugangswege zur Wahl. Die Bandbreite reicht von der klassischen Ausbildung an Berufsfachschulen über ein duales Bachelorstudium bis hin zum berufsbegleitenden Aufbaustudium.

Ergotherapeuten arbeiten vor allem in ergotherapeutischen Praxen oder Krankenhäusern. Auch Gesundheitszentren, soziale Einrichtungen oder Heime bieten gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Für viele ist es ein großer Traum, eine eigene Praxis zu eröffnen. Darüber hinaus kommt eine beratende Tätigkeit bei Krankenkassen infrage. Nicht zuletzt können Ergotherapeuten an Berufsfachschulen für Ergotherapie oder an Hochschulen unterrichten.

Grundvoraussetzung: die staatliche Anerkennung

Der klassische Weg in die Ergotherapie führt über eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule, die mit der staatlichen Anerkennung als Ergotherapeut abgeschlossen wird – die Grundvoraussetzung, um den Beruf ausüben zu dürfen. Somit ist die Ausbildung der rechtlich vorgesehene Weg. An staatlichen Schulen ist diese kostenfrei, private Anbieter erheben Gebühren in unterschiedlicher Höhe. In der Regel kann man zur Finanzierung Schüler-BAföG beantragen.

Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, ergänzend Ergotherapie an einer staatlichen oder privaten Hochschule zu studieren. Hierbei gibt es unterschiedliche Modelle.

Unterschiedliche Studienmodelle

Wer sich für ein Studium in Ergotherapie interessiert, kann grundsätzlich aus drei Modellen wählen – dual beziehungsweise ausbildungsintegriert, primärqualifizierend und additiv.

Das duale Studienmodell verbindet die schulische Ausbildung mit einem Hochschulstudium: In den ersten sechs Semestern besuchen die Studierenden abwechselnd Berufsfachschule und Hochschule. Nach drei Jahren schließen sie in der Regel zunächst die Ausbildung ab. „Im Anschluss an die erfolgreich absolvierte Ausbildung mit dem Erhalt des staatlichen Berufstitels erfolgen dann meist im Vollzeitstudium weitere Semester an der Hochschule, die zum Bachelorabschluss führen“, erläutert Inga Junge, Referentin für Aus- und Weiterbildung beim Deutschen Verband der Ergotherapeuten e.V.

Seit 2009 ist es darüber hinaus im Rahmen einer Modellklausel möglich, Ergotherapie primär- beziehungsweise berufsqualifizierend zu studieren. Bei dieser Variante findet die Ausbildung ausschließlich an der Hochschule statt und integriert praktische Inhalte. „Diese Modellstudiengänge beinhalten zwei Abschlüsse: zum einen die staatliche Anerkennung und Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung ‚Ergotherapeut/in‘ nach Ablegen der staatlichen Prüfung im sechsten Semester; zum anderen den akademischen Abschluss ‚Bachelor of Science‘ nach erfolgreichem Abschluss des gesamten Studiums“, erklärt Inga Junge.

Nicht zuletzt gibt es die additiven Studiengänge, die meist von privaten Bildungsträgern angeboten werden. Hierbei müssen Studieninteressierte eine abgeschlossene Ausbildung und oft mehrjährige Berufserfahrung mitbringen. „Dieses Studium wird entweder in Teil- oder Vollzeit absolviert“, ergänzt Inga Junge.

Ausbildung oder doch lieber Studium?

Die Kerninhalte sind bei Studium und Ausbildung grundsätzlich ähnlich – schließlich wird beides durch das „Gesetz über den Beruf der Ergotherapeutin und des Ergotherapeuten“ und die „Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten“ geregelt. Das Hochschulstudium vermittelt tiefer gehendes Wissen. „Im Studium geht es nicht nur um die Vermittlung der späteren Berufsinhalte, sondern es steht auch das wissenschaftliche Arbeiten im Vordergrund“, erläutert Inga Junge. Ergotherapeuten mit akademischem Abschluss setzen sich auf Basis wissenschaftlicher Methoden mit den Wirkmechanismen der Ergotherapie auseinander. Sie analysieren und bewerten therapeutische Maßnahmen und entwickeln diese weiter.

Auch in puncto Dauer unterscheiden sich die schulische Ausbildung und das Bachelorstudium: Während die Ausbildung in der Regel nach drei Jahren abgeschlossen ist, erstreckt sich ein Studium meist über sieben oder acht Semester.

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Möglichkeit der beruflichen Weiterentwicklung: Während für Fachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung oftmals eine berufliche Weiterbildung infrage kommt – etwa zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen –, steht Bachelorabsolventen ein Masterstudium offen. Dieses wiederum kann den Start einer wissenschaftlichen Laufbahn an der Hochschule bedeuten und den Weg für eine Promotion ebnen. Ergotherapeuten mit akademischem Abschluss haben somit die Möglichkeit, in einer Einrichtung zur Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung in der Ergotherapie tätig zu werden.

Studium im Ausland

Wer sich für ein Studium der Ergotherapie interessiert, kann dieses im Ausland absolvieren. Viele Studienanfänger entscheiden sich – nicht zuletzt aufgrund der vergleichsweise geringen Entfernung – für die Niederlande, etwa für Rotterdam oder Heerlen. Der Abschluss, ein Bachelor, wird in Deutschland in der Regel anerkannt. Interessierte sollten sich im Vorfeld über Studiengebühren informieren: Für EU-Bürger liegen diese bei rund 1.900 Euro pro Studienjahr. Studierende haben aber grundsätzlich die Möglichkeit, Auslands-BAföG zu beantragen.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 Berufsbeschreibungen in Text und Bild
(Suchwort z.B. Ergotherapeut/in)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen.
(Suchwort z.B. Ergotherapie)
http://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs/

studienwahl.de

Infoportal der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen und nach deinen Wünschen filtern.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studien- und Promotionsmöglichkeiten sowie internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V. (DVE)

www.dve.info

 

abi>> 01.06.2016