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Krankenversorgung, Forschung und Lehre vereint

Lange Nacht der Wissenschaften Erlangen am 24. Oktober 2009
Franziska Degenhardt liegt vor allem die Forschungsarbeit im Labor am Herzen.
Foto: Heidrun Hönninger

Fachärztin für Humangenetik

Krankenversorgung, Forschung und Lehre vereint

Fachärzte für Humangenetik untersuchen, ob eine Krankheit genetische Ursachen hat – also ob sie vererbbar ist oder geerbt wurde. Für Franziska Degenhardt ist das ein Traumjob. Am Institut für Humangenetik der Uniklinik Bonn arbeitet die 34-Jährige in der Krankenversorgung, hält Lehrveranstaltungen für Studierende und investiert viel Zeit in die Forschung.

In nahezu allen Fachbereichen der Medizin gibt es Krankheitsbilder, die genetisch bedingt sind oder bei denen genetische Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Mit diesen beschäftigt sich Franziska Degenhardt. Seit acht Jahren arbeitet die 34-Jährige am Institut für Humangenetik der Bonner Uniklinik. Ihre vielseitige Arbeit als Fachärztin für Humangenetik unterteilt sich in die drei Bereiche Krankenversorgung, studentische Lehre und Forschung.

Im Bereich Krankenversorgung stehen die genetische Beratung und Diagnostik im Vordergrund. Hier stellen sich zum Beispiel Paare mit unerfülltem Kinderwunsch oder Familien mit einer besonderen Häufung von Krebserkrankungen vor. Franziska Degenhardt bespricht mit den Ratsuchenden ihre Krankheitsgeschichte und zeichnet einen Familienstammbaum über mindestens drei Generationen. Je nach Fragestellung führt sie auch körperliche Untersuchungen durch, koordiniert diese mit anderen Fachabteilungen und ordnet Laboruntersuchungen an. „Das Spannende ist, dass wir hier nicht nur mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern, sondern auch mit zahlreichen anderen klinischen Disziplinen in Berührung kommen“, erklärt die Fachärztin.

Ausbildung von Studierenden

Ein Porträt-Foto von Franziska Degenhardt

Franziska Degenhardt

Foto: privat

Ein weiterer Teil ihrer Arbeit ist die Ausbildung von Studierenden. „Ich betreue medizinische Doktoranden und halte Lehrveranstaltungen für Studierende der Medizin und Biologie“, erklärt die Ärztin. „An der Ausbildung der Studierenden direkt beteiligt zu sein, ist für mich eine interessante und verantwortungsvolle Abwechslung.“ Besonders am Herzen liegt der 34-Jährigen aber die Forschung. Fokus ihrer Arbeit ist die Identifikation genetischer Risikofaktoren für die psychiatrische Erkrankung Schizophrenie.

„Die Dreiteilung meiner Aufgabe in Forschung, Lehre und Krankenversorgung ist für mich etwas Besonderes“, berichtet sie. „Das ist zwar viel Arbeit, macht aber auch unheimlich viel Spaß.“ Um dieser Arbeit gewachsen zu sein, sollte man ihrer Meinung nach Neugierde, Empathie, Engagement und Teamfähigkeit mitbringen. „Und gut Englisch muss man können, denn man arbeitet viel in internationalen Teams zusammen“, betont die Expertin. Nacht- und Wochenenddienste sind für Humangenetiker im Vergleich zu anderen Arztberufen übrigens kein Thema. Dafür kann das hohe Arbeitsaufkommen in der Forschung manchmal recht fordernd sein.

Eigene Forschungsprofessur „ein Traum“

Dass Humangenetik genau das Richtige für sie ist, war Franziska Degenhardt schnell klar. „Mich hat es schon immer fasziniert, dass winzige Veränderungen in der Erbinformation enorme Auswirkungen auf den menschlichen Körper und die Gesundheit eines Menschen haben können. Im Biologieunterricht in der Schule wurde mir dann bewusst, dass Humangenetik etwas für mich wäre“, erinnert sie sich.

Das herausfordernde Medizinstudium war für sie dabei kein Hindernis. „Die Uni war eine bereichernde Zeit für mich, auch wenn man phasenweise sehr viel lernen muss und der Stresspegel recht hoch sein kann. Aber insgesamt lernt man gute Grundlagen und Grundfertigkeiten für den späteren Beruf.“ Ihre berufliche Zukunft sieht sie weiterhin an der Uniklinik Bonn, und auch weiterhin in den Bereichen Forschung, Lehre und Patientenversorgung. „Langfristig wäre außerdem eine eigene Forschungsprofessur ein Traum. Mir macht der Job einfach so viel Freude.“

Für alle, die ebenfalls mit einem Medizinstudium liebäugeln, hat Franziska Degenhardt noch einen Rat auf Lager: „Ich empfehle jedem, der Medizin studieren möchte, auf jeden Fall durchzuhalten. Arzt ist ein schöner Beruf, mit dem man viele verschiedene Wege einschlagen kann. Es lohnt sich, dabei zu bleiben.“

abi>> 06.03.2017