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Beim Frühstück fängt es an

Schnitzel, Kartoffelsalat und ein Burger
Mehr Gemüse und Obst statt Fast Food – darum bemühen sich Gesundheitspädagogen.
Foto: Lisa Zirkelbach

Gesundheitspädagogin

Beim Frühstück fängt es an

Sarah Henschke (26) engagiert sich als Gesundheitspädagogin beruflich für die Gesundheit von drei- bis zehnjährigen Kindern und ihren Familien. Eine zentrale Rolle spielen dabei auch Ernährungsfragen – denn gerade Kinder aus sozial schwachen Schichten sind oft zu dick.

Sarah Henschke hat ein Anliegen: Kinder aus sozial schwachen Familien sollen nicht den gesellschaftlichen Anschluss verlieren. Deshalb arbeitet die Gesundheitspädagogin beim Präventionsnetzwerk Ortenaukreis (PNO) mit – das will Kinder aus allen sozialen Schichten über die Kindertagesstätten und Schulen erreichen, um ihre körperliche und seelische Gesundheit und ihre soziale Teilhabe zu fördern. Als eine von fünf regionalen Präventionsbeauftragten unterstützt Sarah Henschke die Einrichtungen in ihrem Einzugsgebiet – zum Beispiel dabei, die Eltern für eine gesunde Ernährung zu sensibilisieren: „Kinder aus sozial schwachen Familien sind viel häufiger übergewichtig als andere Kinder“, schildert die 26-Jährige. „Das fängt schon damit an, was die Eltern ihrem Nachwuchs fürs Frühstück in die Kita mitgeben.“

Beratung und Netzwerke aufbauen

Ein Porträt-Foto von Sara Henschke

Sarah Henschke

Foto: Privat

Sie bespricht sich mit den Pädagogen vor Ort und gibt Empfehlungen, welche Maßnahmen sinnvoll sein können. Das kann ein Elternabend sein, zu dem ein Ernährungsberater eingeladen wird, oder sie koordiniert die Weiterentwicklung einer Kita zu einer gesundheitsförderlichen Einrichtung. Das dauert 18 Monate – dafür vermittelt sie dann auch Experten, die die Kitas und Schulen unterstützen.

Zu ihrem Berufsalltag gehört aber nicht nur die Beratung – gleichzeitig baut sie ein regionales Netzwerk zur Prävention und Gesundheitsförderung auf. Dafür organisiert sie zum Bespiel Runde Tische, an denen Kommunalpolitiker, Gesundheits-, Jugendhilfe- und Bildungsexperten darüber diskutieren, wie sie die Gesundheitsförderung in den Kindertagesstätten und Schulen verbessern können.

Breite Sicht aufs Thema Gesundheit

Schon als Schülerin hatte sich Sarah Henschke für Sport und Ernährungsthemen interessiert, wollte später aber eine breitere Sicht auf das Thema Gesundheit haben. Deshalb hat sie Gesundheitspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg studiert: „Da habe ich viele verschiedene Ansätze kennengelernt, wie sich Gesundheit fördern lässt und wie ich unterschiedliche Zielgruppen adäquat beraten oder fortbilden kann“, erzählt sie. Nach ihrem Bachelorabschluss hat sie erste Berufserfahrungen gesammelt: Sie war Schulsozialarbeiterin und hat Unterrichtseinheiten für Sozialkompetenz und Suchtprävention entwickelt.

Das PNO ist im November 2014 als gemeinsames Praxisforschungsprojekt des Landratsamts Ortenaukreis und des Zentrums für Kinder- und Jugendforschung an der Evangelischen Hochschule Freiburg an den Start gegangen und wird vier Jahre lang vom Bundesforschungsministerium finanziell gefördert. Sarah Henschke war von Anfang an dabei – jetzt arbeitet sie auch dafür, dass sich das Netzwerk bundesweit einen Namen macht und die vierjährige Projektlaufzeit verlängert wird.

abi>> 12.10.2015