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Philanthropin mit christlicher Perspektive

Eine junge Frau steht am Rednerpult in der Kirche.
Pastoralreferenten leiten Gottesdienste, sind als Seelsorger für die Gläubigen da und arbeiten in der Verwaltung der Kirchengemeinde mit.
Foto: Stache

Jugendseelsorgerin der katholischen Kirche

Philanthropin mit christlicher Perspektive

Ihren Nachnamen braucht Magdalena Winghofer (35) nur selten – Kollegen und Besucher nennen sie Schwester Magdalena. Als Jugendseelsorgerin der Katholischen Stadtkirche Nürnberg hat sie ein offenes Ohr für die Sorgen ihrer Schützlinge, die zwischen zwölf und 30 Jahre alt sind.

Wenn eine Beziehung in die Brüche gegangen ist oder die Eltern sich streiten, können Jugendliche Rat bei Magdalena Winghofer suchen. „Mir geht es darum, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen dabei zu begleiten, ihren Weg ins eigene Leben zu finden“, sagt sie. Dafür organisiert sie Veranstaltungen wie die jährliche Jugendosternacht. Zu diesem Anlass besuchte sie mit den Jugendlichen zum Beispiel das Spielzeugmuseum in Nürnberg. Auch Fahrten zu Diözesanveranstaltungen gehören zu ihrem Programm, etwa eine Ministranten-Wallfahrt nach Rom.

Schwester Magdalena ist zudem Ansprechpartnerin für ihre Kollegen in umliegenden Pfarreien. Gemeinsam mit ihnen erörtert sie, was im Bereich Jugendarbeit dort bereits getan wird, welche Angebote die Kollegen schaffen könnten und welche Unterstützung sie anbieten kann. Die 35-Jährige pflegt zudem den Kontakt zu evangelischen und nicht-konfessionellen Trägern der Jugendarbeit – Netzwerken begreift sie als einen wesentlichen Teil ihrer Aufgabe. Da sie das Jugendreferat leitet, ist Schwester Magdalena auch Vorgesetzte von Bildungsreferenten und Verwaltungsfachkräften.

Mit eigenen Kräften haushalten

Ein Porträtbild von Magdalena Winghofer

Magdalena Winghofer

Foto: privat

Ihr Berufsweg hat sich für Schwester Magdalena fließend ergeben. Den Grundstein dafür legte sie bereits als Jugendliche mit ehrenamtlichem Engagement in ihrer Kirchengemeinde. Nach dem Studium der katholischen Theologie an der Uni Bamberg trat sie dem Maria-Ward-Orden bei, auch Congregatio Jesu genannt. „Ich habe mich dazu entschieden, weil Gott die zentrale Rolle in meinem Leben spielen soll. Das ist die Lebensform, die mir am ehesten die Möglichkeit bietet, mich zu entfalten“, erklärt sie. Als Maria-Ward-Schwester war sie in verschiedenen Bistümern tätig.

Parallel dazu hat sie eine zweijährige Assistenzzeit zur Pastoralreferentin absolviert – eine praktische Ausbildung für die Arbeit in Pfarreien. Mithilfe eines Mentors lernte sie zum Beispiel, Gottesdienste und Beerdigungen zu halten. Auch eine Lehrprobe musste sie ablegen. Seit sie diese bestanden hat, darf sie auch an Schulen Religion unterrichten. „Für den Beruf der Pastoralreferentin ist es aber keine Voraussetzung, Ordensschwester zu sein – das war eine rein persönliche Entscheidung“, betont sie.

Die Fülle an Aufgaben ist es, die sie an ihrem Beruf so reizt. Doch die wichtigste Voraussetzung für sie als Pastoralreferentin, ist für Schwester Magdalena, Menschen zu mögen: „Man wird in diesem Beruf mit der ganzen Bandbreite dessen konfrontiert, was menschliches Leben ausmacht. Das ist der unglaublich große Reichtum und Schatz dieses Berufs.“ Auch sollte man einerseits nicht nach 39 Wochenstunden den Stift weglegen, andererseits gut mit den eigenen Kräften haushalten und seine Grenzen respektieren.

Loyalität gegenüber der Kirche

Ein weiteres Muss in ihrer Position ist es, auch nach außen hin loyal zur katholischen Kirche zu stehen. „Ich bin nicht weltanschaulich neutral“, sagt sie. „Es geht in meinem Dienst letztlich immer darum, die Dinge aus der Perspektive des Glaubens zu sehen.“

Einige Jahre möchte sie noch als Jugendseelsorgerin arbeiten. Dann würde sie sich auf neue Aufgaben innerhalb der katholischen Kirche freuen. „Ich spüre, dass dieser Weg genau der richtige für mich ist“, betont sie.

abi>> 14.03.2018