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Nach dem Studium zurück aufs Land

Hund im Gras
Als Tierarzt hat man auf dem Land und in den Großtierpraxen gute Chancen, eine Stelle zu finden.
Foto: Christof Stache

Landtierarzt

Nach dem Studium zurück aufs Land

Eigentlich wollte Florian Meyer (29) Mathe- und Chemielehrer werden. Als er kurz vor dem Abitur bei einem verwandten Tierarzt ein freiwilliges Praktikum absolvierte, änderten sich seine Pläne jedoch. Heute lebt und arbeitet er als Tierarzt in einer Tierklinik in Bad Langensalza in Thüringen.

Das Praktikum hat damals mein Interesse für den Beruf geweckt. Glücklicherweise haben meine Schulnoten ausgereicht, um gleich einen Studienplatz zu ergattern“, berichtet Florian Meyer. Für das Veterinärmedizinstudium zog er direkt nach dem Abi nach Leipzig. „Eine sehr schöne Stadt für Studierende. Das war für jemanden wie mich vom Land und mit gerade einmal 18 Jahren natürlich ganz schön aufregend. Ich habe mich aber schnell an das Leben dort gewöhnt und es schätzen gelernt.“

Dennoch zog es ihn nach dem Studium zurück aufs Land, wo er aufgewachsen ist. Seit fünf Jahren arbeitet der 29-Jährige in der Tierklinik des Forschungszentrums für Medizintechnik und Biotechnologie fzmb GmbH in Bad Langensalza.

Immer unterwegs

Ein Porträt-Foto von Florian Meyer

Florian Meyer

Foto: Sarah Meyer

„Mein Tag beginnt meist zwischen 6 und 7 Uhr morgens. Ich bin als ambulanter Tierarzt vor allem für Nutztier- und Pferdepatienten unterwegs. Vormittags arbeite ich meine festen Termine in den Milchviehbeständen ab“, beschreibt Florian Meyer seinen Arbeitsalltag. Dabei geht es um die sogenannte Bestandsbetreuung. Das heißt, der Landtierarzt führt bei den Kühen gynäkologische Untersuchungen durch, überwacht die Eutergesundheit, betreut tierische Patienten mit Problemen an Klauen und Gliedmaßen, führt Schutzimpfungen für die Kälber durch oder hilft Kühen beim Kalben. Am Nachmittag stehen meist Termine bei privaten Pferde- oder Rinderhaltern auf dem Programm. Auch Büroarbeit gehört dazu. Einmal in der Woche hat er Nachtdienst, dann betreut er stationäre Patienten in der Tierklinik und ist für Notfälle erreichbar.

In seinem Arbeitsalltag gibt es viele Herausforderungen: „Gerade im Nutztierbereich wird es immer schwieriger, dem Verbraucherschutz gerecht zu werden. Steigende Standards und Restriktionen für die Tierhalter und uns Tierärzte erzeugen zurzeit eine Menge Druck und Unsicherheit. Dazu kommen sinkende Abgabepreise für Milch und Fleisch. Da gibt es definitiv ein Spannungsfeld zwischen ländlichen und urbanen Regionen“, findet er. Die größte Herausforderung für den Landtierarzt ist es aber, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. „Es gibt sehr viel Arbeit und man muss aufpassen, dass man sich nicht im Job verliert“, erzählt Florian Meyer. Für seinen Einsatz wird er jedoch auch belohnt. „Wenn dem Patienten geholfen ist und ein zufriedenes Lächeln über das Gesicht des Tierhalters huscht – das ist der beste Part.“

Schnell eine Stelle gefunden

Für das Landleben hat sich Florian Meyer aus mehreren Gründen entschieden. „Zum einen hat es mich immer wieder hierhergezogen, weil ich von hier komme. Zum anderen war glücklicherweise eine Stelle an der Tierklinik frei, als ich mein Studium abgeschlossen hatte. Auch meine Frau hat hier Arbeit gefunden, sie ist ebenfalls Tierärztin. Die Kleinstädte hier vereinen dörflichen Charakter und Stadtflair, sodass man von beidem etwas hat“, findet Florian Meyer. „Ich habe das Gefühl, dass in den Dörfern oder prinzipiell auf dem Land ein anderer Zusammenhalt herrscht als in der Stadt. Ich komme viel herum, man kennt und hilft sich gerne.  Es gibt ein Traditionsbewusstsein und das schweißt die Leute zusammen. Obwohl ich die Stadt zu schätzen gelernt habe, habe ich das dort immer vermisst.“

Als er vor fünf Jahren sein Studium abschloss, war es für ihn nicht schwierig, eine Stelle zu finden. „Heute wäre es wohl noch leichter, weil gerade auf dem Land und in den Großtierpraxen Leute gesucht werden.“ Florian Meyer sieht auch seine Zukunft außerhalb der Stadt. „Ich möchte mit meiner kleinen Familie in ein Haus ziehen, eine eigene Praxis gründen und das Landleben genießen. Unsere Kinder sollen sich frei bewegen und Landwirtschaft sehen und erleben können.“

abi>> 09.07.2019