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Junge Menschen fördern

Blick in ein Klassenzimmer mit Schülern.
Viele Berufsschullehrer kommen aus der Praxis und haben vor ihrer Lehrtätigkeit eine Ausbildung in ihrem Fachgebiet absolviert.
Foto: Martin Rehm

Lehrerin an einer beruflichen Schule

Junge Menschen fördern

Nach einer Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation entschied sich Susanne Sippel für den Lehrerberuf. Inzwischen unterrichtet die 36-Jährige an einer beruflichen Schule in Nürnberg.

Während ihrer Ausbildung besuchte Susanne Sippel auch die Berufsschule – und stellte fest, dass die Arbeit als Berufsschullehrerin eine interessante Aufgabe ist. Also studierte sie nach ihrer Ausbildung Wirtschaftspädagogik an den Universitäten Stuttgart und Bamberg. „Damit musste ich mich noch nicht auf den Lehrerberuf festlegen, sondern hätte auch in die Wirtschaft einsteigen können“, nennt die 36-Jährige den Vorteil des Studienfachs. Als zweites Fach wählte sie Sozialkunde, das sie heute auch unterrichtet. Nach ihrem Diplomabschluss und dem Referendariat fand sie eine Stelle an der Beruflichen Schule 9 in Nürnberg, einem Kompetenzzentrum für Büroberufe. „Ich unterrichte die zukünftigen Kaufleute für Büromanagement – das ist der Nachfolger meines Ausbildungsberufs Kauffrau für Bürokommunikation“, erklärt Susanne Sippel. Viele ihrer Kollegen haben ebenfalls vor dem Studium eine Ausbildung absolviert, was für die Praxisnähe sehr hilfreich ist. „Wir wissen, vor welchen Problemen und Herausforderungen die Auszubildenden stehen, weil wir selbst schon in ihrer Situation waren“, betont sie.

Freiwilliges Berufspraktikum

Ein Porträt-Foto von Susanne Sippel

Susanne Sippel

Foto: privat

Ihre Schüler erlernen den Beruf in einer schulischen Ausbildung, verbringen also mehr Zeit im Klassenraum als die Kollegen, die eine duale Ausbildung in einem Ausbildungsunternehmen machen und auch im Betrieb arbeiten. Darüber hinaus üben sie in Simulationsbetrieben das Arbeiten in der Praxis und machen ein 22-wöchiges Praktikum. „Um den Anschluss an die Praxis nicht zu verlieren, mache ich ebenfalls einmal im Jahr in den Ferien ein mehrtägiges freiwilliges Berufspraktikum in einem Betrieb“, berichtet Susanne Sippel.

Die Wirtschaftspädagogin ist Klassenleiterin für eine Klasse und in fünf bis sieben weiteren Klassen tätig. Sie unterrichtet 24 Wochenstunden, oft bis in den Nachmittag hinein. An der Berufsschule wird nicht nur nach Fächern, sondern auch nach Lernfeldern unterrichtet, zum Beispiel für Rechnungswesen oder Büromanagement. Da sich inhaltlich öfter etwas an den Ausbildungsanforderungen ändert oder auch mal neue Berufe hinzukommen, muss die Lehrerin ihren Unterricht immer wieder neu vorbereiten. „Natürlich erarbeitet man sich im Laufe der Jahre Routine, aber gerade am Anfang ist die Unterrichtsvorbereitung schon mit großem Aufwand verbunden“, sagt sie. „Als Klassenlehrerin habe ich zudem viele Verwaltungsaufgaben zu erledigen, etwa Fehlzeiten dokumentieren und das Klassenbuch führen.“ Klassenarbeiten vorbereiten und benoten, Zeugniskonferenzen besuchen, sich mit den Kollegen austauschen – der Unterricht macht nur einen Teil der vielen Aufgaben eines Lehrers aus.

Schülern Mut machen

„Ich bin an die Berufsschule gegangen, weil ich mit Erwachsenen arbeiten möchte, die meist eigenverantwortlicher und zielstrebiger sind als Kinder und Jugendliche“, sagt Susanne Sippel. Sie mag es, ihren Schülern Mut zu machen, an sich zu glauben und für ihre Zukunft zu lernen. „Man muss Spaß daran haben, Menschen zu fördern“, nennt sie eine Anforderung für den Lehrerberuf. Außerdem müsse man andere motivieren können, Organisationstalent haben und natürlich gern vor Menschen stehen. „Aber das lernt man mit der Zeit“, ist Susanne Sippel überzeugt. „Die wichtigste Grundlage ist für mich die Freude an der Arbeit mit jungen Menschen.“

abi>> 15.08.2017