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Aufklärung in Sachen Medien

Ein Smartphone mit verschiedenen Apps sozialer Netzwerke.
Fast jeder ist heute in sozialen Netzwerken wie Facebook, WhatsApp und Co. unterwegs. Medienwissenschaftler erforschen beispielsweise die Nutzung solcher Dienste oder auch von Fernsehen, Radio und anderen Medien.
Foto: Hendrysiak

Medienwissenschaftlerin

Aufklärung in Sachen Medien

Fernsehen und Computerspielen kann jeder. Jutta Schirmacher (34) macht sich allerdings von Berufs wegen Gedanken darüber, wie Kinder und Jugendliche Medienangebote sinnvoll nutzen und wie sie Gefahren umschiffen können.

Wie beeinflussen Algorithmen unsere Meinung? Wie können Lehrer in einer Doppelstunde ihren Schülern etwas über das Thema Streaming vermitteln oder ihnen auf unterhaltsame und verständliche Art erklären, wie sie sich sicher im Netz bewegen können? Zu all diesen Fragen macht sich Jutta Schirmacher ihre Gedanken, denn die 34-Jährige ist studierte Medienwissenschaftlerin und arbeitet als Referentin bei der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) in München im Bereich Medienkompetenz und Jugendschutz.

Ein Porträtbild von Jutta Schirmacher

Jutta Schirmacher

Foto: privat

Die BLM ist eine von 14 Landesmedienanstalten in Deutschland. Gegründet wurden diese Mitte der Achtzigerjahre, um als unabhängige Instanz private Hörfunk- und Fernsehsender zu beaufsichtigen. Seitdem genehmigen sie nicht nur Frequenzen für private Rundfunkanbieter, überwachen Werberegeln und die Einhaltung des Jugendschutzes, sondern fördern auch Medienkompetenz oder erforschen Mediennutzung.

Diskutieren, organisieren, recherchieren

Zu Jutta Schirmachers Aufgaben gehört es, Broschüren zu erstellen, Unterrichtsmaterialien für Lehrer oder auch Fachvorträge für Erzieher zu erarbeiten. Ein Beispielprojekt ist die Broschüre „Dein Algorithmus, meine Meinung“: „In dieser wird erklärt, was Algorithmen überhaupt sind, welche Rolle sie bei Suchmaschinen spielen, ob Computer tatsächlich lernen, sprich intelligent sind, und wie Algorithmen die Meinungsbildung beeinflussen können.“

Dabei schreibt sie die Texte für derartige Broschüren nicht selbst, sondern organisiert vielmehr den Entstehungsprozess: „Ich suche nach Fachautoren, die für die Texte in Frage kommen oder finde heraus, welche Publikationen es bereits gibt. Ich erledige alle Aufgaben, die notwendig sind, damit die Broschüre am Ende fertig auf dem Tisch liegt – vom Vorwort bis zum Druck“, erklärt die Medienwissenschaftlerin.

Ideen und Konzepte zu Aufbau und Inhalt werden dabei immer im Team besprochen: „Bei uns wird sehr viel kontrovers diskutiert“, erzählt sie. Je nach Thema arbeiten in den Projektteams zum Beispiel Medienpädagogen, Medienwissenschaftler, Soziologen und Juristen miteinander. „Jeder bringt die Expertise für seine Schwerpunkte mit. Ich habe mir zum Beispiel viele Kenntnisse zum Thema Jugendschutz erarbeitet“, erklärt Jutta Schirmacher. In den Landesmedienanstalten gibt es Gremien, die letztlich die Entscheidungen treffen: „Wir bereiten Themen vor und erarbeiten ein Konzept, dass dann im zuständigen Gremium besprochen und beschlossen wird.“

Mit offenen Augen für Forschung und die Zielgruppen

Broschüren und Fachvorträge werden nicht nur neu erstellt, auch müssen bestehende stetig überarbeitet und aktualisiert werden: „Das liegt an der schnellen Entwicklung der Medien“, erklärt die Medienwissenschaftlerin. Liegen Entwürfe von den Autoren vor, muss sie zudem in der Lage sein, diese inhaltlich zu beurteilen. Dabei darf sie die Zielgruppe nicht aus den Augen verlieren: „Man muss nicht nur Forschungsergebnisse berücksichtigen, sondern auch mit offenen Augen durchs Leben gehen, um den Alltag von Kindern, Jugendlichen und Eltern tatsächlich einschätzen zu können.“

Studiert hat Jutta Schirmacher Medienwissenschaft mit den Nebenfächern Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg. Im Studium hat sie auch von den Landesmedienanstalten erfahren: „Es gibt nicht viele Einrichtungen, die eine so große Schnittmenge zu meinen Studienfächern haben.“ Und wenn es so etwas wie einen Traumjob gibt, „dann kommt meine jetzige Stelle dieser Vorstellung sehr nahe“.

abi>> 21.06.2017