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Im Mittelpunkt steht der Mensch

Ein junger Krankenpfleger fährt eine Patientin im Rollstuhl durch das Krankenhaus
Den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und seine Bedürfnisse anzuerkennen ist in Pflegeberufen besonders wichtig - auch in Leitungspositionen.
Foto: Julien Fertl

Pflegedienstleiterin

Im Mittelpunkt steht der Mensch

Führen und Beraten, und dabei stets kollegial sein: Miriam Beckmann (29) arbeitet als Pflegedienstleiterin bei der Caritas Pflege & Gesundheit im münsterländischen Ahaus. Zuvor hat sie eine Ausbildung zur Kinderkrankenpflegerin und ein Studium in Pflegemanagement absolviert.

Jeder Tag als Pflegedienstleiterin ist anders“, berichtet Miriam Beckmann. Ihre Aufgaben bestehen zum einen aus der Führung ihrer 85 Mitarbeiter, zum anderen aus der Beratung von Patienten und Angehörigen. „Zur Personalführung gehört die Einstellung neuer Mitarbeiter, Mitarbeitergespräche mit dem bestehenden Team sowie die Auswahl von Fort- und Weiterbildungen für den Einzelnen“, zählt sie auf. Außerdem plant sie, welche ihrer Mitarbeiter zu welchen Patienten nach Hause fahren – denn die Caritas Pflege & Gesundheit Ahaus Land ist eine ambulante Pflegeeinrichtung.

Wenn Miriam Beckmann Patienten und ihre Angehörigen berät, fährt sie ebenfalls zu ihnen. Sie gibt Hinweise zur Pflege alter Menschen, berät zum Pflegegrad, in den die Patienten eingestuft werden, und beantwortet alle Fragen rund um die ambulante Pflege. Hinzu kommen Besprechungen im eigenen Haus mit anderen Pflegedienstleitern der Caritas sowie Tätigkeiten für das Qualitätsmanagement oder das Marketing. „Ich habe aktuell zum Beispiel eine Facebook-Seite aufgebaut“, berichtet die 29-Jährige.

Pflegemanagement statt Hebammentätigkeit

Ein Porträt-Foto von Miriam Beckmann

Miriam Beckmann

Foto: Sabine Olschner

Eigentlich wollte Miriam Beckmann Hebamme werden, entschied sich dann aber doch für die Ausbildung zur Kinderkrankenpflegerin an einem Krankenhaus in Lingen im Emsland. Nach der Ausbildung arbeitete sie an der Uniklinik Münster auf der Station für Knochenmarktransplantation. Da sie sich für Pflegemanagement interessierte, begann sie an der Fachhochschule Münster ein Bachelorstudium in diesem Fach und schloss es mit einer Arbeit zum Thema „Gesundes Schichtmanagement“ ab. „Ich hatte Glück, danach direkt eine Stelle als Pflegedienstleiterin zu bekommen“, erinnert sie sich. Seit zwei Jahren arbeitet sie nun bei der Caritas Pflege & Gesundheit Ahaus Land. Parallel zu ihrer Tätigkeit absolviert sie an der FH Münster das Masterstudium „Management in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen“.

Die meisten ihrer Mitarbeiter sind älter als sie. „Ich achte darauf, alle gleich zu behandeln. Ich pflege einen kollegialen Führungsstil, bei dem ich anerkenne, dass die Altenpfleger Profis auf ihrem Gebiet sind – und mein Schwerpunkt im Personalmanagement liegt.“ Im Bachelorstudium hat die 29-Jährige auch einiges über das Thema Altenpflege gelernt. „Die künftigen Auszubildenden zum Pflegefachmann beziehungsweise zur Pflegefachfrau, die ab dem Jahr 2020 sowohl die Kranken- und die Kinderkranken- als auch die Altenpflege lernen werden, können sicherlich davon profitieren, dass ich mich mittlerweile in allen Bereichen auskenne“, so die Pflegedienstleiterin (siehe auch „Einheitliche Ausbildung, hoher Bedarf“).

„Stets alles im Blick haben“

Miriam Beckmann findet es für ihre Arbeit wichtig, den Menschen immer in den Mittelpunkt zu stellen und seine Bedürfnisse zu erkennen – egal ob Patient oder Mitarbeiter. „Außerdem muss man strukturiert und organisiert arbeiten können und stets alles im Blick haben“, sagt Miriam Beckmann. Da jeden Tag andere Aufgaben anstehen, sollte man zudem flexibel und offen für Neues sein. Weitere Karriereschritte könnten die Gesamtleitung sein, die mehrere Pflegedienstleiter unter sich vereint, oder auch Aufgaben im Vorstand. „Aber zur Zeit möchte ich mich erst einmal weiter in meine jetzige Position einarbeiten, die mir viel Spaß macht“, betont sie.

abi>> 20.03.2019