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Von Kopf bis Fuß

Ein Physiotherapeut behandelt eine Frau mit manueller Therapie.
Mit verschiedenen Behandlungsmethoden wie etwa manueller Therapie können Physiotherapeuten die Beschwerden ihrer Patienten lindern.
Foto: Julien Fertl

Physiotherapeut/in

Von Kopf bis Fuß

Immer mehr Ärzte schätzen die Physiotherapie als ergänzende Maßnahme bei der Behandlung ihrer Patienten – sowohl im körperlichen als auch im psychischen Bereich. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen an angehende Physiotherapeuten.

Physiotherapeuten behandeln Menschen aller Altersklassen, die aufgrund ihres Alters, einer Behinderung, einer Erkrankung oder eines Unfalls körperliche oder psychische Beeinträchtigungen haben. Sie therapieren und trainieren die Bewegungsmöglichkeiten ihrer Patienten oder führen auch vorbeugende Behandlungsmaßnahmen durch. Physiotherapeuten arbeiten dabei mit speziellen Techniken. Je nach Krankheitsbild kommen zum Beispiel Krankengymnastik, Massagen, Elektrotherapie sowie Kälte- oder Wärmebehandlungen zum Einsatz.

„Ein besonderes Merkmal der Physiotherapie ist die persönliche Begegnung zwischen Patient und Physiotherapeut“, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Verbands für Physiotherapie (ZKV), Michael N. Preibsch. „Dabei ist Fachwissen ebenso wichtig, wie die Fähigkeit, Patienten zur Mitarbeit zu bewegen und deren Eigenverantwortlichkeit zu wecken und zu erhalten.“ Zudem sollte ein Physiotherapeut laut Michael N. Preibsch zuverlässig, körperlich und psychisch belastbar, sowie in der Zusammenarbeit mit Kollegen, Ärzten oder anderen Therapeuten teamfähig sein. „Auch die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen ist außerordentlich wichtig“, betont der Experte. Da sich Behandlungsmethoden und therapeutische Verfahren ständig weiterentwickeln, müssen sich Physiotherapeuten immer wieder durch Fort- und Weiterbildungen auf dem Laufenden halten. Die Kosten für Weiterbildungen müssen Physiotherapeuten häufig selbst tragen.

Berufsfachschule oder Hochschule?

Ein Porträt-Foto von Michael N. Preibsch

Michael N. Preibsch

Foto: privat

Wer über Abitur oder Fachabitur verfügt, dem bieten sich verschiedene Zugangswege: Beispielsweise kommt eine dreijährige Vollzeitausbildung an einer der staatlichen oder auch privaten Berufsfachschulen für Physiotherapie. Sie besteht aus 2.900 Stunden theoretischem und praktischem Unterricht sowie 1.600 Stunden praktischer Ausbildung am Patienten. „Die meisten staatlichen Schulen sind Ausbildungsstätten an Uni-Kliniken und verlangen meist auch kein Schulgeld. Bei privaten Schulen dagegen variiert die Höhe des Schulgelds zwischen 80 und 500 Euro“, erklärt Michael N. Preibsch. Gut zu wissen: Bei schulischen Ausbildungen besteht die Möglichkeit, Schüler-BAföG zu beantragen, das nicht zurückgezahlt werden muss.

Wie auch in anderen Gesundheitsberufen besteht in der Physiotherapie derzeit ein Trend zur Akademisierung. Daher wird Physiotherapie immer häufiger auch als Studiengang an Hochschulen angeboten. Dabei handelt es sich in der Regel um ein duales Studium, das die praktische Ausbildung mit wissenschaftlichem Fachwissen kombiniert. Nach dem Abschluss erhält man die geschützte Berufsbezeichnung des Physiotherapeuten sowie den akademischen Grad des Bachelors. „Auch an den Hochschulen sind die 1.600 Stunden der praktischen Ausbildung Pflicht. Darüber hinaus haben die Hochschulen bei den theoretischen Studieninhalten auch die Möglichkeit, eigene Inhalte, wie zum Beispiel wissenschaftliches Arbeiten einzubringen“, weiß der Experte.

Wer sich für ein Studium der Physiotherapie interessiert, kann dieses auch in den Niederlanden absolvieren. Der Abschluss, ein Bachelor, wird in Deutschland in der Regel anerkannt. Interessierte sollten sich im Vorfeld über Zulassungsvoraussetzungen und Studiengebühren informieren (siehe auch den Beitrag „Studieren in den Niederlanden“).

Einsatz von Physiotherapeuten

Egal ob nach der Ausbildung oder einem dualen Studium: Wer die Berufsbezeichnung Physiotherapeut/in erhält, hat später verschiedene Arbeitsmöglichkeiten. Physiotherapeuten können in Akut- und Reha-Kliniken arbeiten, in therapeutischen Einrichtungen und Physiotherapiepraxen, aber auch in Selbsthilfegruppen, in sportmedizinischen Einrichtungen oder sogar bei Gesundheitsbehörden. Und Michael N. Preibsch fügt hinzu: „In den letzten 15 Jahren fanden im Zuge der akademischen Qualifizierung von Physiotherapeuten, nicht wenige eine Beschäftigung im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit oder gar einer Professur von Studiengängen.“

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Physiotherapeut/in)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen und nach deinen Wünschen filtern.
www.studienwahl.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

www.bibb.de

AusbildungPlus

Die Plattform des Bundesinstituts für Berufsbildung bietet einen Überblick über duale Studiengänge und Ausbildungsangebote mit Zusatzqualifikationen.
www.ausbildungplus.de

Deutscher Verband für Physiotherapie (ZKV) e.V.

www.physio-deutschland.de/fachkreise.html

VDB-Physiotherapieverband

www.vdb-physiotherapieverband.de

abi>> 22.11.2017