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"Ich wollte frei arbeiten"

Ein junger Mann massiert einem Patienten den Rücken.
Verspannte Muskeln lockern - eine Aufgabe von Physiotherapeuten.
Foto: Jessica Braun

Physiotherapeut

"Ich wollte frei arbeiten"

Uwe Eisners (32) Karriere begann mit einer Ausbildung zum Physiotherapeuten. Mittlerweile hat er sich selbstständig gemacht und leitet zwischen Würzburg und Aschaffenburg drei Praxen.

Die Entscheidung stand schon vor Ausbildungsbeginn fest: Uwe Eisner wollte sich nach dem Abschluss selbstständig machen und eine eigene Physiotherapiepraxis eröffnen. „Ich wollte von keinem Arbeitgeber abhängig sein, sondern frei arbeiten.“ Das ist ihm gelungen: Der Physiotherapeut führt mittlerweile unter dem Namen „Die Gesundheitstrainer“ drei Praxen in Unterfranken und hat 25 Angestellte – mit gerade einmal 32 Jahren.

Zunächst machte er nach dem Abitur eine dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule in Mannheim, die ihn im Monat rund 300 Euro kostete. Lohn gab es keinen, stattdessen unterstützten ihn seine Eltern, die auch das Schulgeld übernahmen. In der Ausbildung wechselten sich Praxis- und Theoriephasen ab. „Das erste halbe Jahr haben wir die Übungen noch an Mitschülern durchgeführt, aber dann wurden wir in der Uniklinik eingesetzt und durften in sämtlichen Fachbereichen unterstützen“, erzählt er.

Theorie und Praxis wechseln sich ab

Mit Massagen oder Krankengymnastikübungen behandelte Uwe Eisner in der Orthopädie oder Chirurgie etwa Patienten, die nach Knochenbrüchen wieder beweglich werden oder nach Schlaganfällen wieder laufen lernen mussten. Vormittags Praxis, nachmittags stand Theorie auf dem Stundenplan: Anatomie und Physiologie, um zu verstehen, wie der Körper funktioniert; und physiotherapeutische Techniken, um etwa ein Gelenk wieder mobilisieren zu können.

Ein Porträt-Foto von Uwe Eisner.

Uwe Eisner

Foto: Privat

Physiotherapeuten schauen bei jedem neuen Patienten zuerst nach den Beschwerden und deren Ursachen. Welche Technik könnte die beste sein? „Müssen Muskeln gelockert werden, kann eine Massage helfen“, weiß Uwe Eisner. „Gibt es Probleme mit Gelenken, könnte es sich anbieten, die Muskeln zu trainieren und zu kräftigen sowie die Gelenke gezielt zu mobilisieren.“ Wer dagegen an Atemwegserkrankungen leidet, bekommt Übungen gezeigt, die die Atemfunktion erhöhen. In anderen Fällen führen die Therapeuten eine sogenannte manuelle Lymphdrainage durch, etwa bei geschwollenen Beinen.

Auf dem aktuellen Wissensstand

„Physiotherapie ist sehr fortbildungsintensiv“, sagt Uwe Eisner. Schließlich lerne man in der Ausbildung nicht alle Techniken. Außerdem sei es wichtig, bei der Behandlung von Patienten immer auf dem aktuellen Wissensstand zu sein. Auf den Physiotherapeuten kamen darüber hinaus weitere Fortbildungen hinzu – in der Ausbildung hatte er kaum etwas über Geschäftsführung gelernt. „Ich hatte zum Beispiel Defizite in der Personalführung und Buchhaltung, das musste ich nachholen.“

Nach der Abschlussprüfung arbeitete Uwe Eisner vor der Gründung seiner eigenen Praxis einige Zeit als Angestellter. Als Chef behandelt er nun nicht mehr den ganzen Tag Patienten. Stattdessen kümmert er sich um den Dienstplan, seine Mitarbeiter, die Abrechnungen mit den Krankenkassen und die Buchhaltung. Er steht aber auch noch regelmäßig „an der Bank“, wie er sagt. „Das Tolle an der Physiotherapie ist, dass ich Menschen ganz konkret helfen kann“, findet Uwe Eisner. „Ich sehe gleich, ob es den Patienten besser geht. Außerdem arbeitet man mit den Händen, das ist ein richtiges Handwerk.“

abi>> 14.07.2015