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Methoden statt Bauchgefühl

Eine junge Frau hält einen Vortrag mithilfe eines Flipcharts.
Seminare für Mitarbeiter planen und konzipieren: Ein Einsatzgebiet für Psychologen ist die Diagnostik in der Personalentwicklung und Ausbildung.
Foto: Susanne Erler

Psychologe

Methoden statt Bauchgefühl

Psychologe Korbinian Riepl (28) stieg nach seinem Studium in den Personalbereich bei der Wittenstein SE im baden-württembergischen Igersheim ein. Dort ist er für Fragen rund um die Personalentwicklung und Ausbildung zuständig.

Schon kurz vor Abschluss seiner Masterarbeit hat Korbinian Riepl sich auf eine speziell für Psychologen ausgeschriebene Stelle bei der Wittenstein SE beworben, einem Unternehmen für mechatronische Antriebstechnik mit Sitz im baden-württembergischen Igersheim. Mit seinem Schwerpunkt Sozial- und Wirtschaftspsychologie im Masterstudium an der Universität Würzburg und mehreren Praktika in Personalabteilungen und in der Kundenforschung wollte er gern im Personalbereich arbeiten.

Ein Porträt-Foto von Korbinian Riepl.

Korbinian Riepl

Foto: Daniela Franz

Nun ist Korbinian Riepl als Spezialist für Diagnostik für zahlreiche Aufgaben in der Personalentwicklung und Ausbildung verantwortlich: Er organisiert regelmäßig stattfindende Mitarbeiterbefragungen und lädt dazu die Teilnehmer ein, wählt die Fragen aus, führt die Befragungen durch und kommuniziert die Ergebnisse an Mitarbeiter und Geschäftsführung. „Außerdem betreue ich Assessment Center für Projektleiter, Nachwuchsführungskräfte und Teamleiter, die weiter aufsteigen wollen“, erklärt der 28-Jährige. Dafür gestaltet er im Vorfeld zusammen mit internen und externen Partnern auch Übungen, wertet später die Ergebnisse aus und hält Feedbackgespräche mit den Teilnehmern.

Weitere Aufgaben sind die Seminarplanung und -konzeption und damit einhergehend die Auswahl der Trainer. „Und ich wähle nach Absprache mit Abteilungen beziehungsweise einzelnen Mitarbeitern Coaches für die Teamentwicklung beziehungsweise für Einzelcoachings aus und frage vorab dazu die gewünschten Ziele ab“, so Korbinian Riepl. Auch für die Vorstellungsgespräche mit angehenden Auszubildenden entwickelt er die Fragen passend zu den Anforderungen der Stelle und führt die Interviews teilweise selbst durch.

Trainer für Kollegen

„Wichtig ist bei der Personalauswahl, dass nicht – wie es bei vielen Unternehmen der Fall ist – das Bauchgefühl entscheidet, sondern dass die Ergebnisse durch valide psychologische Methoden erzielt werden“, betont der Spezialist für Diagnostik. Daher trainiert er auch die Kollegen, die im Assessment Center oder bei den Vorstellungsgesprächen die Bewerber beobachten. Die erforderlichen Methodenkenntnisse hat er sich teils im Studium, teils durch zusätzliche Lektüre von Fachliteratur angeeignet. Auch wie man am besten die Perspektive von anderen einnehmen kann und wie man statistische Auswertungen macht, waren Inhalte des Studiums – Fähigkeiten, die dem Psychologen heute bei seiner Arbeit zugute kommen.

„Man muss für meine Arbeit, bei der ich mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun habe, kommunikationsstark sein und gern im Team mit internen Mitarbeitern und externen Dienstleistern arbeiten“, erläutert Korbinian Riepl. „Außerdem sollte man sowohl kritikfähig als auch durchsetzungsstark sein, um seine Ideen an den Mann zu bringen.“ Um Mitarbeitern künftig noch besseres Feedback geben und sie auch selbst coachen zu können, besucht der Psychologe derzeit eine Weiterbildung zum Systemischen Berater, die von seinem Arbeitgeber bezahlt wird. Sein Fazit: Die Arbeit im Personalbereich war für ihn genau die richtige Wahl nach dem Psychologiestudium. „Mir gefällt hier vor allem, dass ich mit Kollegen aus allen Unternehmensbereichen zusammenkomme und aktiv zur Weiterentwicklung der Mitarbeiter und damit des Unternehmens beitragen kann.“

abi>> 30.01.2017