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Berufseignung durch die psychologische Brille gesehen

Psychoanalytikerin beim Patientengespräch Auge in Auge
Beim Berufspsychologischen Service der Bundesagentur für Arbeit führt Dr. Annekathrin Mann unter anderem berufliche Eignungsdiagnostik durch.
Foto: Axel Jusseit

Psychologin beim Berufspsychologischen Service

Berufseignung durch die psychologische Brille gesehen

Dr. Annekathrin Mann arbeitet als Psychologin beim Berufspsychologischen Service (BPS) der Bundesagentur für Arbeit. Welche Aufgaben sie dort hat und warum ihr der Job so viel Spaß macht, hat die Diplom-Psychologin abi» erzählt.

Wer Bundesagentur für Arbeit (BA) hört, denkt zuerst an Mitarbeiter, die Arbeitsuchenden Jobs vermitteln. Oder an Berater, die jungen Menschen die Möglichkeiten der Ausbildung und des Studiums sowie die verschiedenen Berufe aufzeigen. Aber von dort tätigen Psychologen haben wohl die wenigsten gehört.

Eine von ihnen ist Dr. Annekathrin Mann. Die promovierte Diplom-Psychologin arbeitet seit 2013 beim BPS der Agentur für Arbeit Reutlingen. „Ich habe mich während der Promotion dort beworben, weil der Beruf aufgrund der vielfältigen Aufgabenstellungen und des breiten Kundenspektrums sehr abwechslungsreich ist und mehrere Gebiete der Psychologie einschließt, etwa psychologische Diagnostik, Klinische sowie Arbeits- und Organisationspsychologie.“

Durchführung beruflicher Eignungsdiagnostik

Zu ihrer Hauptaufgabe gehören Begutachtungen im Hinblick auf berufliche Fragen. Das bedeutet, dass sie die Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte mittels Berufseignungsdiagnostik unterstützt: „Wenn eine Umschulung finanziert werden soll, ist es meine Aufgabe zu beurteilen, ob es der Kundin oder dem Kunden zuzutrauen ist, diese bewältigen und durchhalten zu können“, erklärt die 47-Jährige. Zu den entscheidenden Merkmalen gehören Motivation, kognitive Fähigkeiten sowie die individuellen Rahmenbedingungen. Diese werden mit psychologischen Testverfahren und im persönlichen Gespräch eingeschätzt. Fragen der Eignung können Qualifizierungen, Ausbildungen und Umschulungen, aber auch einen weiterführenden Schulbesuch betreffen. Wenn Einschränkungen wie Behinderungen vorliegen, gehört auch die Beschreibung des Unterstützungsbedarfs dazu.

Schnelle Urteilsbildung notwendig

Annekathrin Manns typischer Vormittag sieht so aus, dass sie mit etwa vier bis fünf Kunden Gespräche führt und die Testuntersuchungen begleitet. Die Psychologin bespricht nach der Untersuchung mit jedem Kunden die Ergebnisse und hält sie schließlich in psychologischen Gutachten schriftlich fest. Diese sollen ihren Kollegen in der Arbeitsvermittlung oder Berufsberatung die Erarbeitung der nächsten Schritte mit der Kundin oder dem Kunden erleichtern. Das bedeutet: Kommt der Kunde beispielsweise nicht für die anvisierte Umschulung infrage, muss der zuständige Berater nach Alternativen suchen. Außerdem berät Annekathrin Mann Kunden mit eigenen berufsbezogenen Anliegen und unterstützt die BA intern, etwa bei der Personalauswahl.

Kein Kunde gleicht dem anderen

„Das Reizvolle und zugleich Herausfordernde an meinem Beruf ist die Vielfältigkeit der Kunden, mit denen ich arbeite. Alter, Begabung, Bildungsstand, Deutschkenntnisse und andere Merkmale können sich stark unterscheiden. Um schnell in Kontakt zu kommen und eine vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre zu schaffen, muss ich in jedem Fall den Umgang und meine Kommunikation mit der jeweiligen Person anpassen.“ Auf die abwechslungsreichen Aufgaben im BPS werden Psychologen in der BA durch eine neunmonatige Einarbeitung vorbereitet.

abi>> 18.06.2019