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Beraten und Tests auswerten

Junge Frau unterhält sich mit einer Patientin während einer Therapiesitzung.
Der Berufspsychologische Service der Agentur für Arbeit hilft, Zweifel bei der Berufswahl abzuklären.
Foto: Julien Fertl

Psychologin im Berufspsychologischen Dienst

Beraten und Tests auswerten

Nicole Klimaschefski (36) arbeitet im Berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit in Vechta. Sie berät ihre Kunden und wählt passende Tests für sie aus.

Nachdem sie in der Schulzeit viel über verschiedene Therapieverfahren gelesen hatte, wollte Nicole Klimaschefski Psychologie studieren und eigentlich Therapeutin werden. Da ihre Abiturnote für den Numerus Clausus damals allerdings nicht reichte, überbrückte sie die Wartezeit für einen Studienplatz mit einer Ausbildung zur Werbekauffrau – inzwischen heißt die Ausbildung Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation.

Anschließend klappte es mit dem Psychologiestudium an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Im Hauptstudium spezialisierte sie sich auf die Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie sowie auf die Klinische Psychologie – Inhalte, die sie heute für ihre Arbeit im Berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit in Vechta gut gebrauchen kann. „Gestartet bin ich damals mit einem neunmonatigen Traineeprogramm, um in drei Arbeitsagenturen unterschiedliche Kunden sowie verschiedene Psychologen und ihre Arbeit kennenzulernen“, erklärt Nicole Klimaschefski, die anschließend als Psychologin im Berufspsychologischen Service anfing.

Professionelle Entscheidungshilfe

Ein Porträt-Foto von Nicole Klimaschefski

Nicole Klimaschefski

Foto: privat

Ihre Aufgaben sind vielfältig: Sie arbeitet in der Eignungsdiagnostik, um mit Schülern oder Umschülern herauszufinden, wo ihre Fähigkeiten und Interessen liegen. Sie schaut sich Reha-Fälle an, bei denen nach einer Krankheit zum Beispiel die Stressresistenz oder die Konzentrationsfähigkeit getestet werden soll. „Nach einem Vorgespräch mit dem Kunden wähle ich die passenden Tests aus, die von unseren psychologisch-technischen Assistenten durchgeführt werden. Anschließend schaue ich mir die Auswertungen an, bespreche sie mit dem Kunden und schreibe ein Gutachten für den Berufsberater oder den Arbeitsvermittler, der den Kunden zu mir geschickt hat.“

Einen Teil der Kunden berät Nicole Klimaschefski auch selbst: „Dabei geht es meist darum, die Entscheidungskompetenz des Kunden zu stärken: Was kann ihm persönlich helfen, sich für einen Beruf zu entscheiden? Wo liegen die Hemmnisse für eine Entscheidung?“ Und nicht zuletzt ist die Diplom-Psychologin auch in die Personalauswahl für die Agentur für Arbeit involviert. Sie wählt die Bewerber aus und begleitet die Assessment Center für Nachwuchskräfte.

Vor drei Jahren wurde Nicole Klimaschefski zur Verbundleiterin befördert und ist nun für vier Einrichtungen des Berufspsychologischen Services rund um Vechta zuständig. „Ich bin dafür verantwortlich, dass wir unsere Ziele – also eine bestimmte Anzahl von Fällen pro Jahr – erreichen, dass die Fälle zeitnah bearbeitet werden und dass die Qualität der Arbeit vor Ort stimmt.“ Trotz der Führungsverantwortung ist sie nach wie vor drei Tage selbst mit Fällen beschäftigt. Aus ihrem Studium kann sie vor allem Kenntnisse in der Testdiagnostik und der Gesprächsdiagnostik in ihrer täglichen Arbeit anwenden. „Und dass ich mich im Studium in die Themen Assessment Center und Personalauswahl vertieft hatte, hilft mir natürlich auch sehr.“ Gern möchte sie erst einmal weiter als Verbundleiterin und Psychologin arbeiten und nicht zur Regionaldirektorin aufsteigen, was der nächste Karriereschritt wäre. „Denn dann bin ich zu weit von der psychologischen Arbeit mit den Kunden entfernt. Und die Fallarbeit ist mir aktuell noch sehr wichtig.“

abi>> 24.01.2017